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In eigener Sache

Eine Ära der BAnane geht zu Ende

Moritz Müller verlässt die Jugendredaktion nach 14 Jahren / Seit 2011 hat er die Redaktion geleitet

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Die letzte Redaktionssitzung mit Moritz Müller hat die BAnane ins Freie verlegt. Beim gemeinsamen Picknick im Bensheimer Stadtpark gab es herzhafte und süße Leckereien. © Roth

Erst mit eigenen Artikeln und bis zuletzt als Leiter der Jugendredaktion: 14 Jahre lang hat Moritz Müller die BAnane-Seiten mitgestaltet, davon elf Jahre die Redaktionssitzungen geleitet und den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Nicht nur mit einem gemeinsamen Picknick wollen wir von der BAnane uns für all das und die tolle gemeinsame Zeit bedanken, sondern (wie soll es auch anders sein?) mit einem Artikel. Und zwar dort, wo alles anfing – auf den jungen Seiten des Bergsträßer Anzeigers.

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Mit Silvesterbräuchen ging es los

„Im Jahr 2008 bin ich zur BAnane gekommen – über einen Hinweis in der Zeitung wurde ich damals aufmerksam darauf“, erzählt Moritz. „Mein erster Artikel war ein Bericht über Silvesterbräuche weltweit“, erinnert er sich. „Damals erschienen die Jugendseiten übrigens noch mittwochs.“ Die BAnane war in Bensheim bekannt. Die Jugendredaktion vor 14 Jahren? Das war ein kleines, eingespieltes und größtenteils eng befreundetes Team, wie Moritz berichtet. „Wir haben uns damals oft privat getroffen und aus den Bekanntschaften sind Freundschaften entstanden.“

2011 übernahm Moritz Müller dann schließlich die Leitung der Jugendredaktion. „Im Laufe der Jahre hat sich die Bedeutung der Tageszeitung gewandelt. Während wir damals problemlos Jugendliche für Umfragen gefunden haben, scheuen sich junge Menschen heute eher davor, mit Bild und Name in der Zeitung zu erscheinen.“

Man munkelt, Moritz hatte auch bei der Kolumne BAte die Finger im Spiel. Ist da was dran? „Eigentlich lüften wir das BAte-Geheimnis ja nicht“, betont er. „Aber es stimmt, ich war einige Zeit lang einer der Autoren hinter der Kolumne.“

Das Geheimnis um die BAte

Die BAte habe er mehr oder weniger zufällig übernommen, nachdem sie niemand mehr weiterschreiben wollte. „Sich in eine Kolumnen-Figur zu versetzen, fand ich immer spannend, es hat zum kreativen Denken eingeladen. Allerdings war ich als Autor die meiste Zeit nicht alleine für die BAte verantwortlich – und durch ihren anonymen Charakter war dann auch für die Jugendredaktion nie ganz klar, wer eigentlich die Meinung hinter der Figur liefert.“

Mit der Jugendredaktion verbindet Moritz Müller viele Erinnerungen. „Mein schönstes BAnane-Erlebnis war sicherlich die Fahrt zum Jugendpresseball 2010, gemeinsam mit unserer damaligen Gruppe. Wir hatten wirklich viel Spaß in Berlin“, berichtet er.

Lustige Erinnerungen

„Lustig waren auch immer unsere Weihnachtsfeiern. Ein besonders witziger Moment war bei einer dieser Feiern: Der damalige Chefredakteur, Karl-Heinz Schlitt, hatte ein halbes Stück Stollen verspeist, als er entdeckte, dass er komplett verschimmelt war. Die anschließende, ängstliche Frage an seine Assistentin, ob Schimmel denn ungesund sei, ist mir seit vielen Jahren in Erinnerung geblieben.“

Doch natürlich lief nicht immer alles rund. „Nicht ganz leicht waren die gelegentlichen Aushandlungsprozesse mit der Redaktion, wenn es doch mal um ein Thema ging, das wir im letzten Moment von der Seite nehmen mussten. Und natürlich all die Male, wenn eine oder einer der Jugendlichen einen Text wieder mal nicht abgeschickt hatte.“

Die BAnane – was macht sie eigentlich für Dich aus, lieber Moritz? „Das Besondere daran ist, dass sie von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemacht wird. Es gibt keine inhaltliche Steuerung der Themen, und die Texte sind wirklich ausschließlich von Jugendlichen geschrieben. Das liest man – die Texte haben ein anderes journalistisches Niveau als die professionelle Tageszeitung. Aber genau das macht den Charme der Seiten aus, eben auch eine andere Zielgruppe direkt anzusprechen. Das Tolle daran ist, dass sich junge Leute Gedanken darüber machen, wie sie komplexe Sachverhalte oder Themen, die ihnen selbst wichtig sind, so aufbereiten, dass Gleichaltrige sie verstehen.“

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Für ihn selbst hat die BAnane aber noch eine weitere, ganz besondere Bedeutung: „Sie ist der Ort, an dem ich meine Frau kennengelernt habe. Sie wird daher immer ein wichtiger Teil von mir bleiben. Und die Beschäftigung mit Zeitung hat mich in meinen heutigen Beruf gebracht. Das ist das Ziel unseres Engagements – junge Menschen für den Journalismus zu begeistern.“

Und doch ist die Entscheidung gefallen, die BAnane zu verlassen. „Ich bin inzwischen auch nicht mehr der Jüngste und habe mich ehrlich gesagt in den letzten Jahren auch zunehmend aus den Themen der Kinder und Jugendlichen entfernt, die unsere Seiten lesen“, erklärt Moritz Müller. „Mein 30. Geburtstag in diesem Sommer war dann der endgültige Schritt, das liebgewonnene Projekt hinter mir zu lassen. Außerdem bin ich seit letztem Jahr hauptberuflich Redakteur in Frankfurt und finde nicht mehr genug Zeit für die BAnane. Ich will mich jetzt mit der frei gewordenen Zeit erst mal auf mein Privatleben konzentrieren.“

Von Jugendlichen für Jugendliche

Ein paar Worte zum Abschluss will er aber noch loswerden:

„Ich wünsche der BAnane alles Gute für die Zukunft! Vor allem soll sie ihr unabhängiges und kreatives Profil behalten: Texte und Ideen sollen nur von Jugendlichen aus der Region kommen, denn das ist das, was die Seiten wirklich ausmacht. Ich rate den Jugendlichen, ab und zu widerspenstig zu sein, sich auch mal auf die Hinterfüße zu stellen, um auch schwierige Themen auf den Jugendseiten anzusprechen. Denn es liegt ganz in der Natur der Sache, dass Themen, die bei jungen Menschen im Fokus stehen, bei Erwachsenen nicht immer auf Interesse treffen.“ Sina Roth

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