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Interview II - Thomas Rech, Einheitsführer und Technischer Einsatzleiter der Bensheimer Ortsgruppe, hat mit der BAnane gesprochen

Die DLRG hat nach der Badezeit an der Bergstraße nicht frei

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Ein Rettungsboot der DLRG. © Mautry

In Badeklamotten retten sie vielen Menschen das Leben. Ob an warmen Sommertagen oder auch im Winter ist die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) Bensheim ständig am Arbeiten, um die Sicherheit der Menschen zu wahren. Einheitsführer und Technischer Einsatzleiter, Thomas Rech (kleines Bild), ermöglicht einen Einblick in die Arbeit der DLRG und gibt einen Rückblick auf die Badesaison 2021.

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Wie „überwacht“ die DLRG die Seen Deutschlands und in welchem Ausmaß?

Thomas Rech: Die DLRG bildet durch ihre Mitglieder und Gliederungen die größte, freiwillige und führende Wasserrettungsorganisation Deutschlands und der Welt (1 700 000 Mitgliedern). Über 41 000 Rettungsschwimmer der DLRG wachen jährlich mehr als zwei Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern – fast 56 000 sind ehrenamtlich in der Ausbildung tätig. Der Katastrophenschutz ist zudem ein zentraler Aufgabenbereich der Lebensretter. In rund 2000 örtlichen Gliederungen leisteten die ehrenamtlichen Helfer im vergangenen Jahr knapp sechs Millionen Stunden für die Menschen in Deutschland. Ein großartiger gesellschaftlicher Beitrag. Mit ihrem humanitären Einsatz retteten die Aktiven der DLRG im Jahr 2020 über 900 Menschen das Leben.

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Wie verlief die Badesaison 2021? Gab es viele Badeunfälle?

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Rech: Eine finale bundesweite Statistik für das Jahr 2021 ist noch nicht vorhanden. Insgesamt ging die Zahl der Badetoten im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Laut DLRG Bundesgeschäftsstelle ertranken von Januar bis Juli (Stichtag: 21. Juli) mindestens 184 Menschen, acht weniger als 2020. Wir hatten in Deutschland in diesem Jahr Glück mit dem Wetter: Wir hatten den gesamten Juni und nur einen Teil des Julis schönes Wetter. Entsprechend konzentrieren sich die tödlichen Badeunfälle auf diese beiden Monate: Zwei Drittel aller Badeunfälle ereigneten sich dort. Mindestens 116 Menschen verunglückten im Juni und Juli – im Vorjahr waren es 95. Im Kreis Bergstraße ereigneten sich in dieser Saison (bis jetzt) nur zwei tödliche Badeunfälle. Das ist im Verhältnis zum letzten Jahr ein positiver Trend.

Gab es irgendetwas Ungewöhnliches hinsichtlich von Statistiken, „Trends“ oder Vorkommnissen beim Badeverhalten der Menschen?

Rech: Wie bereits beschrieben, spielte das Wetter in diesem Jahr den Wasserrettern in die Hände. Eine Veränderung des Verhaltens bei den Menschen ist jedoch nicht zu erkennen. Dieses Jahr hatten einige wohl einfach nur Glück.

Worauf sollten Badefreunde zukünftig achten, wenn sie gefahrlos schwimmen gehen wollen, und wovon ist besser abzuraten?

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Rech: Prinzipiell gilt, dass man nur in Gewässern schwimmen sollte, welche überwacht sind. Besondere Gefahr ergibt sich an Baggerseen, an denen Abbau betrieben wird! Schon beim Aufenthalt am Ufer, besteht hier höchste Lebensgefahr durch Abbruchkanten!

Wie sieht die Arbeit der DLRG im Winter aus?

Rech: Die DLRG im Kreis Bergstraße konzentriert sich im Winter vor allem auf die Ausbildung. Der Mobile Wasserrettungsdienst der öffentlichen Gefahrenabwehr im Kreis Bergstraße ist an seinen sechs Standorten natürlich rund um die Uhr einsatzbereit. Hier haben wir eine Sicherstellungsvereinbarung mit dem Landkreis. Neben den vielen Seen zählen auch zwei Bundeswasserstraßen zu unserem Einsatzgebiet. Hier kann immer etwas passieren. Der Rhein ist die Autobahn der Binnenschifffahrtsstraßen in Deutschland.

Die DLRG ist zudem spezialisiert auf Eisrettungen. Aufgrund der milden Winter ist dieses Einsatzszenario in den letzten Jahren nicht mehr in unserer Region vorgekommen. Immer wenn sich eine Eisdecke bildet, warnen wir übrigens über unsere Social-Media-Kanäle vor dieser Gefahr. Marco Mautry

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