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Hilfe aus Bensheim für gehörlose Kinder in Äthiopien

Blindenmission hilft in den ärmsten Regionen der Welt / Ärztin Uta Fröschl berichtet von ihrer Arbeit

Von 
red
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Hana aus Äthiopien hörte wegen einer Knocheninfektion im Ohr kaum noch etwas. Die Medizinerin Uta Fröschl konnte ihr mit einer Operation helfen. © CBM

Bensheim. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) macht zur diesjährigen „Internationalen Woche der Gehörlosen“ (19. – 25. September) auf die Situation von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen aufmerksam. Weltweit haben laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 400 Millionen Menschen eine Hörbehinderung.

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34 Millionen von ihnen sind Kinder. Die meisten von ihnen leben in den ärmsten Regionen der Welt. Ein Schulbesuch ist für sie in der Regel kaum möglich. Mit verheerenden Folgen: Denn hörbehinderte Kinder sind oft ausgegrenzt. Das erlebt auch die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Dr. Uta Fröschl immer wieder. Sie ist für die CBM in Äthiopien tätig.

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Uta Fröschl weiß, was es bedeutet, in Äthiopien eine Hörbehinderung zu haben: „In Deutschland gibt es ein Neugeborenen-Screening, das heißt, jedes Kind wird in der Regel direkt nach der Entbindung im Krankenhaus oder relativ kurz danach untersucht. In Äthiopien ist es so: Wenn ein Kind gehörlos geboren wird, dann merkt es keiner“, so Fröschl. „Manchmal kommen die Kinder auch erst mit fünf oder acht Jahren. Und dann ist im Grunde wahnsinnig viel verloren.“

Entsprechend schlecht sind die Perspektiven dieser Kinder. Anders als in Deutschland gibt es in Äthiopien kaum Möglichkeiten, sie zu fördern. Schulen für Gehörlose und Kinder, die schwerhörig sind, sind ausgesprochen rar. „Die Eltern müssen zusehen, dass sie irgendwie die Chance bekommen, ihre Kinder in einer solchen Schule unterzubringen. Und wenn nicht, haben die Kinder eben Pech. Dann bleiben sie zu Hause“, sagt Uta Fröschl.

In vielen Fällen aber hilft bei Hörproblemen ein Hörgerät oder eben eine Operation. In Äthiopien gibt es jedoch nur ganz wenige Ärztinnen und Ärzte, die Ohren operieren können. Deshalb gehört es zu den Hauptaufgaben von Dr. Fröschl, junge HNO-Ärzte für Ohren-Operationen auszubilden.

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Als sie vor vier Jahren ins Land kam, gab es nur drei HNO-Ärzte, die Ohren operieren konnten. Inzwischen hat Uta Fröschl acht weitere Operateure ausgebildet. Sie weiß, wie wichtig Ausbildung ist, um Gesundheitssysteme wie das in Äthiopien nachhaltig zu verbessern. Denn ausschließlich Fachärzte können verhindern, dass Menschen unnötig, etwa infolge einer Mittelohrentzündung, ihr Hörvermögen verlieren.

Eine bessere medizinische Versorgung hätte auch Hana einen langen Leidensweg erspart. Bevor das Mädchen von Dr. Fröschl operiert wurde, litt es jahrelang an einer schweren Knocheninfektion im Ohr. Hana hörte kaum mehr etwas. Sie fühlte sich einsam und ausgeschlossen: „Hana hat zum Beispiel vorher erzählt, dass sie oft in der Schule gehänselt wurde, weil sie einfach den Lehrer nicht verstand“, berichtet Fröschl. Inzwischen ist Hana 18 Jahre alt und geht in die 11. Klasse. „Und wenn sie jetzt in der Schule besser hören kann, dann macht das so einen Unterschied für ihr gesamtes Leben“, freut sich die Ärztin.

Genau das ist auch der Grund dafür, weshalb sie ihren Job so gerne in einem Land wie Äthiopien macht: „Hier in Deutschland wäre ich eine von vielen“, so Uta Fröschl. „Und wenn ich nicht da bin: Gut, da kann das jeder andere auch machen. Aber in Äthiopien gab es halt vor mir noch niemanden, der kontinuierlich Ohren-Ausbildung durchgeführt hat, und das macht einfach wahnsinnig viel Spaß und gibt sehr viel Erfüllung.“ red

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