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Umbau - Nach 18 Monaten sind die Arbeiten am Gerätehaus abgeschlossen / Am Freitag Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

Feuerwehr Schwanheim wieder im Ort

Von 
red
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Die Schwanheimer Feuerwehr ist in das umgebaute und erweiterte Gerätehaus umgezogen. © Feuerwehr

Schwanheim. Die Feuerwehr Schwanheim ist mit ihren Spinden, Kleidung und ihrer Ausrüstung ins umgebaute und ergänzte Feuerwehrhaus nach 18-monatiger Bauphase umgezogen. Die Fahrzeuge stehen wieder im Inneren.

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Die gesetzlichen Vorgaben hatten es nötig gemacht, das Feuerwehrhaus Schwanheim auf einen modernen Stand zu bringen. Die Wache, erbaut 1968 und über die Jahre immer wieder renoviert, war in immer mehr Bereichen an gesetzliche und bauliche Grenzen gestoßen. Beim Rückwärtseinparken der beiden Feuerwehrautos musste der Fahrer nicht nur auf die Wände links und rechts achten, auch wichtig war, dass die Tore bis zum oberen Anschlag geöffnet waren.

Beim Einfahren hörte der Fahrer die Funkantenne, sobald sie von der oberen Fassade nach unten gedrückt wurden. In diesem Moment war klar, noch ein Meter und das Auto ist drin. Aber kein Meter weiter durfte es sein, sonst wird es hinter dem Fahrzeug zu eng. Auch neben den Fahrzeugen war der Platz über die Jahre enger geworden, wurden die Autos doch immer größer und brauchen mehr Platz für sich.

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Der Platz rund um die Fahrzeuge diente auch zum Umziehen. Vor den Spinden war es eng. Es kam vor, dass ein zum Einsatz eilender Feuerwehrmann vorm Spind erst warten musste, bis ein anderer Kamerad fertig war.

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Früher reine „Männersache“

Beim Bau der Wache in den 1960er Jahren war Feuerwehr eine Angelegenheit für die Männer. Frauen waren in den Einsatzabteilungen nicht zugelassen. Seit nunmehr über einem Jahrzehnt helfen Frauen in Notlagen gleichberechtigt mit den Männern. Die Feuerwache Schwanheim war dafür nicht ausgelegt.

Es gab nur eine Toilette und keine Umkleideräume. Umgezogen wurde gemeinsam in der Fahrzeughalle. Diese beiden Punkte haben der Truppe keine Probleme bereitet, in Einsätze komme es auf so etwas nicht an. Wichtiger ist es, die eigene Gesundheit durch die Hilfe für die Bevölkerung nicht zu gefährden.

Für Feuerwehrhäuser gibt es die Pflicht zu einer Abgasabsauganlage oder einer Trennung von Fahrzeughalle und Umkleideräumen. Ersteres konnte in der alten Feuerwache aufgrund der geringen Deckenhöhe und des begrenzten Raums nicht realisiert werden. Den Verantwortlichen war irgendwann klar, der Entwicklung der Fahrzeugtechnik und der Sicherheitsvorgaben für die Einsatzabteilung kann die über 50 Jahre alte Wache nicht unbegrenzt bestehen. Durch verpflichtende Dienstanweisungen, deren Umsetzung bei Einsätzen und Übungen mit hoher Disziplin gefolgt wurde, konnten TÜV und Gesetzgeber zwar Zeit abgekauft werden, jedoch irgendwann musste eine große Lösung her. Der Umbau wurde geplant. Für die Umsetzung mussten die Einsatzkräfte Platz machen.

Die Heimat der Einsatzabteilung war die letzten 18 Monate in einer ortsnahen landwirtschaftlichen Halle. Bei einer Alarmierung ging es für die Aktiven zuerst raus aus Schwanheim, in die Halle, Einsatzkleidung anziehen und dann wieder rein nach Schwanheim. Dadurch wurde die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr verlängert. Zeit ist im Einsatz ein sehr wertvoller Faktor.

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Zusätzlich ergaben sich weitere Herausforderungen. Feldwege sind nicht so breit, dass ein Feuerwehrauto und ein Auto aneinander vorbeikommen. Nachrückende Feuerwehrmänner mussten dem Einsatzwagen den Weg frei lassen und warten. Auch der letzte Winter forderte die Achtsamkeit der Wehr. Eine landwirtschaftliche Halle ist für die Unterbringung von Feuerwehrfahrzeugen mit Wasser nicht ausgelegt.

In der Halle können die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, das Löschwasser im Tank könnte einfrieren. Auch die Aufgabe lösten die Schwanheimer kreativ und konnten über die gesamte Umbauzeit die Einsatzbereitschaft sicherstellen.

Nun war es endlich soweit, die Schwanheimer Wehr ist in ihr umgebautes und erweitertes Feuerwehrgerätehaus gezogen. Spinde, Schutzkleidung, Einsatzmaterial und Autos wurden vorm Einzug in die neuen Räumlichkeiten gereinigt. Die Einfahrtstore sind breit und hoch, um bedenkenlos hineinzufahren. Rund um die Fahrzeuge ist ausreichend Platz. Anrückende und abfahrende Einsatzkräfte kreuzen sich nicht mehr auf einem Weg, sondern haben getrennte Wege im Einbahnstraßensystem.

Einsatzmaterial liegt in festen Regalen und muss nicht mehr in fahrbaren Regalen hintereinander aufbewahrt werden. Die Ausrüstung der Jugend für Übungen oder die Zelte für Zeltlager sind nicht mehr im Keller. Frauen und Männer haben eigene, von der Fahrzeughalle getrennte Umkleiden und Sanitärräume.

Die Wache verfügt über ein Notstromsystem, welches bei Bedarf vom eigenen Stromerzeuger gespeist werden kann. Der Feuerwehrverein hat die Umbauten genutzt und in moderne Kommunikationstechnik investiert. Von Software für jeden Feuerwehrangehörigen, damit sie im letzten Winter an den durchgeführten Übungen zu Hause teilnehmen konnten, über ein umfangreiches Datenübertragungssystem bis hin zu Monitoren, die im Einsatzfall auf dem Weg zum Einsatzfahrzeug den Einsatzort und Stichworte zur Einsatzlage anzeigen.

Auch in der Digitalisierung ist das Feuerwehrhaus Schwanheim jetzt auf einem modernen, zukunftsfähigen Stand.

Die künftige Wehr- und Vereinsführung wird in der Hauptversammlung am Freitag (17.) ab 20 Uhr gewählt. Neuwahlen sind neben den Berichten der Vorstandsmitglieder sowie Ehrungen und Beförderungen ein wichtiger Tagesordnungspunkt. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage hat sich die Vereins- und Wehrführung entschieden, ins Dorfgemeinschaftshaus Schwanheim umzuziehen. red

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