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Parktheater

Eine lebendige Partnerschaft zwischen Bensheim und Klodzko

Von 
Gerlinde Scharf
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Bei der Jubiläumsfeier „25 Jahre Partnerschaft Bensheim – Klodzko“ im Parktheater wurde die Freundschaftsplakette der Stadt Bensheim dreimal verliehen. Die Auszeichnung erhielten Johanna Adler (3.v.l.), Mieczyslaw Bromboszcz (2.v.l.) und Jerzy Zerlaszkiewcz, dessen Ehefrau (l.) stellvertretend an der Veranstaltung teilnahm. Unser Bild zeigt außerdem (v.r.) Bürgermeisterin Christine Klein, Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert und den Moderator Berthold Mäurer. © Zelinger

Bensheim. Am 31. August 1996 unterzeichneten der damalige Bürgermeister und mittlerweile verstorbene Ehrenbürgermeister Georg Stolle und sein polnischer Amtskollege Kwiatkowska die Verschwisterungsurkunde zwischen Bensheim und Klodzko in Polen. Die noch frische Beziehung sollte der Völkerverständigung nachhaltig dienen, bestehende Vorurteile abbauen helfen und die neuen Partnern stattdessen dazu animieren, eigene Erfahrungen zu machen.

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Heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, „haben sich die Hoffnungen dank des großen Engagements vieler Menschen erfüllt“, unterstrich Bürgermeisterin Christine Klein bei der Jubiläumsfeier anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft Bensheim – Klodzko am Winzerfestsamstag.

Klein und Zdzislawa Gorska, die für den kurzfristig erkrankten Bürgermeister Michal Piszko nach Bensheim gereist war, bekräftigten mit der erneuten Unterzeichnung der Verschwisterungsurkunden die gemeinsamen Ziele, „die Partnerschaft und Freundschaft weiter zu leben, zu intensivieren und sich gegenseitig zu unterstützen“. Gerade weil „das europäische Haus ins Wackeln geraten ist“, sei es wichtig, zusammenzustehen.

Im Juni in Polen gefeiert

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Bereits im Juni dieses Jahres hatte Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung in der polnischen Schwesterstadt an einer vergleichbaren Feier teilgenommen und „war dort mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen worden“. Die Jubiläumsfeierlichkeiten in Bensheim, die ursprünglich für 2021 geplant waren, mussten aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden. Schon 1993, drei Jahre vor der offiziellen Verschwisterung, waren in Bensheim mit der Gründung des deutsch-polnischen Freundeskreises die ersten Bande geknüpft worden. Den Vorsitz des Vereins haben aktuell Stadtrat Hans Seibert und Günter Wetzel.

Einer der Höhepunkte des Festaktes im Parktheater, an dem unter anderem der Europaabgeordnete Michael Gahler, Delegationen aus den Partnerstädten Riva del Garda (Bürgermeisterin Cristina Santi), Manlay (Bürgermeisterin Grazielle Guerre), Mohács (Bürgermeister Gabor Pavkovics), Amersham (Stadtrat Dominic Pinkney und Beaune (Stadträtin Ariane Dierick) teilnahmen, war die Verleihung der Freundschaftsplakette der Stadt Bensheim.

Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert verlieh die vom Magistrat beschlossene Auszeichnung an Johanna Adler, Mieczyslaw Bromboszcz und Jerzy Zerlaszkiewcz für „mindestens zehn Jahre lange kontinuierliche, herausragende und erfolgreiche städtepartnerschaftliche Leistungen an verantwortlicher Stelle“. Stellvertretend für Jerzy Zerlaszkiewcz, der an der Feier nicht teilnehmen konnte, nahm dessen Ehefrau die Freundschaftsplakette entgegen.

Johanna Adler ist Gründungsvorsitzende des Freundschaftskreises Bensheim – Glatz/Klodzko und war von 1993 bis 2004 dessen Vorsitzende. Adler ist Ehrenvorsitzende des Vereins und Ehrenbürgerin von Klodzko. Mieczyslaw Bromboszcz ist Gründungsvorsitzender des Freundeskreises in Klodzko und Motor für eine stabile Partnerschaft, Jerzy Zelaszkiewcz führt als aktueller Vorsitzender in Klodzko die Arbeit seines Vorgängers engagiert fort.

Bürgermeisterin Klein bedankte sich neben den Pionieren der Städtepartnerschaft bei denjenigen Menschen, sich in den mittlerweile 26 Jahren auf vielen unterschiedlichen Ebenen um die Städtepartnerschaft verdient gemacht, „Verbindungen geknüpft und Geschichte geschrieben haben“. Stellvertretend nannte sie Georg Stolle, der ebenfalls Ehrenbürger von Klodzko ist und den sie als „Architekten der Städtepartnerschaften“ bezeichnete. Sie alle haben, so Klein weiter, „eine Brücke des Vertrauens, der Hilfsbereitschaft und der Freundschaft gebaut“. Bei der Feier anwesend war auch Waltraud Stolle, Witwe des verstorbenen Ehrenbürgermeisters.

Stadtverordnetenvorsteherin Zdzislawa Gorska verlas einen Brief des Bürgermeisters von Klodzko, in dem dieser die „intensiven Beziehungen“ zwischen den beiden Städten hervorhob. Nach der Befreiung vom Kommunismus seien die gegenseitigen Kontakte „hilfreich“ gewesen, den Rückstand aufzuholen. Mit den Jahren, so Gorska, habe sich die Freundschaft vertieft und man könne aufeinander zählen. Besucher aus Bensheim seien in Klodzko stets willkommen. Gerade wegen der schwierigen Zeiten sei eine Zusammenarbeit – auch von künftigen Generationen – immens wichtig, „damit wir mit Hoffnung in die Zukunft blicken können“.

Europaabgeordneter Michael Gahler schließlich begrüßte die Teilnehmer der Jubiläumsfeier in polnischer, englischer, französischer, italienischer, ungarischer und deutscher Sprache. Den „engagierten Aktiven in den Partnerschaftsvereinen“ sei es zu verdanken, dass Europa auf kommunaler Ebene lebendig ist und bleibt. Gahler thematisierte den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und sprach von einem „zivilisatorischen Bruch in Europa und einer Auseinandersetzung zwischen Frieden und Diktatur, zwischen Rechts- und Unrechtsstaat“.

Für den bevorstehenden „schweren Herbst“ machte der Europapolitiker allein den „Kriegsverbrecher im Kreml“ verantwortlich. Der Ukraine und den bedrängten Nachbarstaaten sagte er die volle Solidarität zu. Erfreulich aus heutiger Sicht seien die bislang „besten deutsch-polnischen Beziehungen. Daran ändert auch der zornige alte Mann nichts.“

Dass man sich trotz sprachlicher Barrieren nähergekommen ist, sich gegenseitig hilft und dass sogar Freundschaften entstanden sind, dafür gratulierte die Fraa vun Bensem, Doris Walter, den Freundschaftsvereinen in Klodzko und Bensheim zum silbernen Jubiläum. Gerade jetzt sei es wichtig, „gemeinsam stark zu sein“ und „Hand in Hand in die Zukunft zu gehen“.

Moderiert wurde der Festakt im Parktheater, an dem neben zahlreichen Magistrats- und Parlamentsmitglieder auch Ehrenstadträtin Doris Bodemann, die Vorsitzende des Ausländerbeirats Yvonne Dankwerth und die Bensheimer Blütenkönigin Gina Steinbrenner teilnahmen, von Berthold Mäurer. Die Auerbacher Zauberflöten Kornelia und Michelle Ochs bereicherten die Veranstaltungen mit etlichen musikalischen Beiträgen. Ewa Redemann war als Übersetzerin im Dauereinsatz.

Freie Autorin Seit vielen Jahren "im Geschäft", zunächst als Redakteurin beim "Darmstädter Echo", dann als freie Mitarbeiterin beim Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen. Spezialgebiet: Gerichtsreportagen; ansonsten alles was in einer Lokalredaktion anfällt: Vereine, kulturelle Veranstaltungen, Porträts. Mich interessieren Menschen und wie sie "ticken", woher sie kommen, was sie erreiche haben - oder auch nicht-, wohin sie wollen, ihre Vorlieben, Erfolge, Misserfolge, Wünschte etc.

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