AdUnit Billboard
Schwimmen

Baggerseen bergen auch an der Bergstraße Gefahren

Thomas Rech, Einheitsführer der DLRG Heppenheim, hat mit der BAnane über das Thema gesprochen

Lesedauer: 
Um sicher im kühlen Nass planschen zu können, sollte man einen bewachten Badesee – wie hier in Bensheim – oder ein Schwimmbad besuchen. © Ehnes

Wir haben Sommerferien an der Bergstraße, und bei den heißen Temperaturen wollen wir uns alle abkühlen. Die einen machen das in Schwimmbädern oder Badeseen, die anderen jedoch in Seen wie der Erlache und dem Niederwaldsee, diese sind Baggerseen, und hier ist das Schwimmen eigentlich verboten. Um ein besseres Bild von den Gefahren der Baggerseen zu haben, hat die BAnane mit Thomas Rech, dem Einheitsführer der DLRG Heppenheim, gesprochen(Bild:DLRG).

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Was ist ein Baggersee? Und wieso wird er erstellt?

Thomas Rech: Baggerseen sind Seen, die nicht natürlich entstanden sind. Sie entstehen, weil Menschen dort Rohstoffe wie Kies und Sand abbauen. Vor allem entlang der Bergstraße und im Ried gibt es deshalb so viele Baggerseen, weil dort früher der Neckar durchfloss und das Sediment des alten Flussbetts aus Kies und Sand besteht. Der Bruchsee, der Jochimsee und der Almenweiher in Heppenheim, der Badesee und der Niederwaldsee in Bensheim sind Seen, die durch den Kiesabbau des alten Neckarbetts entstanden sind. An der Erlache in Bensheim, dem größten See an der hessischen Bergstraße, wird nach wie vor Sand und Kies abgebaut. Und das wird auch die nächsten Jahrzehnte dort der Fall sein.

Newsletter "Guten Morgen Bergstraße"

Wie kommt das Wasser in den See?

Rech: Die Baggerseen bekommen ihr Wasser in der Regel durch das Grundwasser. Bei natürlich entstandenen Seen gibt es normalerweise einen Zu- und Abfluss durch einen Bach oder einen Fluss.

Welche Tiere leben dort?

Rech: In und um Baggerseen, an denen kein Abbau mehr stattfindet, finden diverse Tiere eine Heimat. Vor allem Vögel und Unterwasserlebewesen finden hier ein Zuhause. Die Seen werden in der Regel als Angelgewässer genutzt. Die Angler setzen dann zunächst Fische aus und hoffen auf eine Besiedelung.

Probleme kann es jedoch geben, wenn der See nicht groß genug ist, vollständig zuwächst und dadurch nicht ausreichend Sauerstoff in das Wasser gelangt, zumal es ja meist keine natürlichen Zu- und Abflüsse gibt. Dadurch kann es sogar zum Fischsterben kommen. Deswegen hat der Bensheimer Badesee auch eine sogenannte Tiefenbelüftung. Das sind die drei Metalltonnen hinter dem Aufsichtsbereich.

Welche Gefahren bringt ein Baggersee mit sich? Sollte man darin schwimmen?

Rech: In Baggerseen, in denen Kies und Sand abgebaut wird, können die Uferbereiche jederzeit abrutschen. Menschen, die sich an den Kanten befinden, werden durch die Sogwirkung unter Wasser gezogen oder gar verschüttet. Zudem bestehen durch Saugbagger, Maschinen, Spülrohre, Seile und Kabel lebensgefährdende Verletzungsgefahren.

Mehr zum Thema

Bensheim

Angler haben am Niederwaldsee mit Problemen zu kämpfen

Veröffentlicht
Von
Jeanette Spielmann
Mehr erfahren
Umwelt

Tauchen für den Naturschutz an der Erlache

Veröffentlicht
Von
red
Mehr erfahren

Die häufigsten Todesfälle ereignen sich jedoch, weil die Menschen ihre Kräfte überschätzen. Nachdem sie zu weit rausgeschwommen sind, fehlt ihnen die nötige Kraft für den Rückweg, oder sie bekommen unterwegs Krämpfe.

Dass man unter Alkoholeinfluss auf keinen Fall schwimmen darf, sollte ja eigentlich selbstverständlich sein. Leider wird dies aber auch immer wieder ignoriert. Eine weitere Gefahr geht von Schlingpflanzen aus, in welchen man sich beim Schwimmen verheddern kann. Auch der geübte Schwimmer kann sich hier häufig nicht mehr befreien und geht unter.

Zum Abschluss muss ich unbedingt noch sagen, dass wir wegen all den oben aufgeführten Punkten bereits Badeunfälle mit tödlichem Ausgang an unseren Seen in der Region hatten.

Wenn man sicher schwimmen möchte, dann sollte man das ausschließlich im Schwimmbad oder an einem bewachten Badesee machen, denn hier kann die Wachaufsicht im Notfall schnell eingreifen und Rettungsmaßnahmen einleiten. Antonia Ehnes

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1