Corona Fußball-Saison in Hessen wird abgebrochen

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© Thomas Zelinger

Frankfurt/Bergstraße. Die Fußballsaison in Hessen wird abgebrochen, die Meisterschaftswettbewerbe (einschließlich aller Entscheidungs-, Aufstiegs- und Relegationsspiele) im Herren-, Frauen- sowie Juniorinnen- und Juniorenbereich werden annulliert. Das beschloss der Hessische Fußballverband (HFV) am Samstag in einer Online-Vorstandssitzung.

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Ausnahmen gibt es bei den „Schnittstellen“ zu übergeordneten Verbänden, zum Beispiel in den Hessenligen von Herren, Frauen und einigen Jugendaltersklassen. Für diese Spielklassen erfolgt eine gesonderte Entscheidung durch den Verbandsvorstand im Hinblick auf die Wertung bzw. Annullierung.

Eindeutiges Meinungsbild

Die HFV-Verbandsvorstandssitzung am Samstag zeichnete diesbezüglich ein einstimmiges Meinungsbild, das nun noch in einem „Umlaufverfahren“ fixiert werden muss. „Nach den Beschlüssen der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin vom 22. März und der daraus resultierten Verfügungslage mit deren Auswirkungen auf den Spielbetrieb ist eine adäquate und für alle Beteiligten zumutbare sportliche Beendigung der Meisterschaftswettbewerbe unter Berücksichtigung der vorliegenden pandemiebedingten Gesamtsituation mit aktuell steigenden Inzidenzzahlen nicht mehr möglich“, schreibt der HFV in einer Pressemitteilung.

Das Präsidium des Hessischen Fußball-Verbandes wird einen entsprechenden Antrag auf Saisonabbruch und Annullierung stellen. Die finale Entscheidung wird durch den Verbandsvorstand getroffen. Danach würde durch den Abbruch die Saison, abgesehen von den oben genannten Ausnahmen, annulliert werden. Somit würde kein Aufstieg und kein Abstieg stattfinden.

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Training frühestens am 19. April

Der Umgang mit der aktuellen Spielzeit wurde sorgsam und weitsichtig vorbereitet. Auch der Aspekt der Verlängerung der Saison wurde dabei betrachtet. Das Ergebnis der vorangegangenen Vorstandssitzung am 11. März sowie die sich daran anschließenden Kreiskonferenzen und Befragungen der Vereine sind in die Meinungsbildung eingeflossen, die innerhalb des HFV-Verbandsvorstandes eindeutig ausfiel.

Eine Befragung im Fußballkreis Bergstraße hatte vor einer guten Woche ein eindeutiges Ergebnis gebracht: 53 der 58 beteiligten Vereine stimmten für einen Abbruch. Die Clubs können frühestens am 19. April wieder das Mannschaftstraining aufnehmen, sofern dann die bestehenden Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Danach ruht die Hoffnung auf Freundschaftsspiele im Sommer und einen einigermaßen geordneten Start in die Saison 2021/22 im Herbst.

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„Kein Schnellschuss“

„Natürlich fällt es uns nicht leicht, diesen Schritt zu gehen, da wir dafür stehen, den Vereinen die Wettbewerbsspielmöglichkeit zu bieten. Wir stehen für den Fußball und wollen, dass Fußball gespielt wird. Aber dieser Weg der Entscheidungsfindung ist kein Schnellschuss, sondern ein sorgsam vorbereiteter, breit abgestimmter und wohl überlegter Prozess“, sagte HFV-Präsident Stefan Reuß und fügte hinzu: „Jede andere Möglichkeit wäre in der aktuellen Situation mit den im Laufe der Pandemie erworbenen Erfahrungswerten unseren Mitgliedern gegenüber nicht zu vertreten gewesen.“ red/eh

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