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Nahverkehr

Bis Ende 2023 müssen die Linienbusse in Bensheim einen Zwischenstopp einlegen

Von 
Sina Roth
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Seit dem Fahrplanwechsel fährt die Linie 669 nicht mehr von Heppenheim bis Alsbach durch, sondern stoppt in Bensheim am Busbahnhof, bevor es als Linie 670 weitergeht. © Zelinger

Bergstraße. Magdalene Nachtigälla aus Auerbach ist verärgert. Die Spaltung der Linie 669 am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Bensheim seit dem Fahrplanwechsel im Juni beschreibt sie in einem Telefonat mit dieser Zeitung als eine „Katastrophe“.

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„Um von der Haltestelle an der Christuskirche in Auerbach bis nach Heppenheim ins Kreiskrankenhaus zu kommen, braucht man jetzt 52 Minuten. Außerdem muss man zweimal umsteigen.“ Zwar gehe es auch mit einem Mal umsteigen, „dann dauert die Fahrt allerdings noch länger.“

Diese langen Fahrten mit häufigem Umsteigen machten es vor allem Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollatoren und Rollstuhlfahrern alles andere als einfach und bequem, den ÖPNV zu benutzen. Und das auf einer Strecke, an die sowohl das Bensheimer als auch das Heppenheimer Krankenhaus und viele Ärzte angebunden seien.„Eine attraktive Alternative zum Auto ist das nicht. Und das in Zeiten, in denen man auf den öffentlichen Nahverkehr setzen soll – ich finde, das passt nicht zusammen.“

Auf Anfrage hat der Kreis Bergstraße beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) nachgehakt. Die aktuelle Fahrtzeit von der Haltestelle Auerbach-Christuskirche nach Heppenheim-Kreiskrankenhaus betrage 52 Minuten mit einmaligem Umstieg. Die schnellere Verbindung mit zweimaligem Umstieg (Kombi DB AB/Linie 669) dauere 44 Minuten. Früh morgens, abends und sonn-/feiertags dauere die Fahrt auf dieser Verbindung 38 Minuten ohne Umstieg.

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Viel Verkehr und Baustellen

„In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme auf der Linie 669 zwischen Heppenheim, Bensheim, Zwingenberg und Alsbach. Vor allem das hohe Verkehrsaufkommen und zahlreiche Baustellen haben dazu geführt, dass die Busse immer wieder Verspätungen hatten und Fahrgäste zu spät an ihr Ziel gekommen sind oder Anschlüsse verlorengegangen sind“, berichtet Katrin Klöckener aus der Pressestelle des Kreises.

„Bei einer Linie mit etwa 20 Kilometern Länge durch Stadtgebiet ist die Anfälligkeit für Verspätungen besonders hoch. Aus diesem Grund mussten wir nach Ende der Baustelle in Zwingenberg das Fahrplankonzept anpassen. Eine Trennung der Linie am Bahnhof Bensheim war dabei nicht unsere erste Wahl.“

Eine Zwischenlösung auf Zeit

Allerdings stehen am Bahnhof Bensheim zwei weitere Baustellen bevor: „Im Herbst wird die Fahrbahn im Bereich B 3/Ritterplatz erneuert. Zudem hat die Sparkasse angekündigt, ebenfalls ab Herbst ihr Gebäude an der B 3 – unmittelbar an der Bushaltestelle Bahnhof/Amersham-Platz in Fahrtrichtung Alsbach – abzureißen und neu zu bauen. Diese Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Ende 2023 andauern.“

Während dieser gesamten Zeit müsse der vollständige Gehweg vor der Sparkasse – inklusive der Bushaltestelle – gesperrt werden. „Die Stadt Bensheim kann leider keinen alternativen Standort für diese Haltestelle entlang der B 3 einrichten, so dass eine Verlegung leider nicht möglich ist. Aus diesem Grund müssen die Busse in den ZOB einfahren, was mit zusätzlichem Zeitaufwand und Anfälligkeit für Verspätungen verbunden ist.“ Während Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen könne so kein stabiler und kundenfreundlicher Taktfahrplan sichergestellt werden.

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„Wir haben geprüft, ob eine Teilung der Linie 669 in Bensheim mit überlappenden Linienästen möglich ist. Ziel war es, eine umsteigefreie Verbindung bis in den Bensheimer Süden (Arminstraße) herzustellen und den südlichen Ast von Heppenheim am Bahnhof Bensheim enden zu lassen.“ Allerdings wäre dies nur mit einem deutlichen Fahrzeugmehraufwand zu leisten gewesen. „Letztlich haben wir uns entschieden, die Linie 669 am ZOB Bensheim zu teilen.“ Beim VRN habe es bisher nur eine kritische Rückmeldung gegeben, beim Verkehrsunternehmen VGG „nur sehr wenige.“

Ein neues Konzept soll kommen

Um den Fahrgästen entgegenzukommen, die von Norden kommend ein Ziel weiter südlich des Bensheimer Bahnhofs ansteuern, werden die beiden Linien 669 und 670 bereits jetzt in der sogenannten Schwachverkehrszeit durchgebunden, heißt es weiter. „So können Fahrgäste im Bus sitzenbleiben, der Bus fährt dann ohne Wartezeit weiter auf den jeweils anderen Linienast.“ Diese Liniendurchbindung erfolge von Montag bis Freitag (vor 6 Uhr und nach 20 Uhr), am Samstag (vor 7 Uhr und nach 19 Uhr) und an Sonn- und Feiertagen ganztägig. „Auch außerhalb der Schwachverkehrszeiten gehen einige Fahrten ineinander über, so dass Fahrgäste zwar eine Standpause von zehn Minuten am Bahnhof Bensheim haben, aber nicht zwangsläufig umsteigen müssen.“

Die Teilung der Linie sei nur für die Zeit der Baustelle an der Sparkasse Bensheim angedacht, also bis Ende 2023. „Mit den Erfahrungen mit dem aktuellen Linienkonzept, die wir in den kommenden Monaten sammeln werden, werden wir spätestens dann ein neues Konzept in Betrieb nehmen, bei dem ein Umstieg nicht mehr erforderlich ist. Auch beim aktuellen Fahrplankonzept werden wir bei Bedarf nachbessern, um den Fahrgästen ein möglichst attraktives und zuverlässiges Angebot machen zu können.“

Einzelfall unter den Linien im Kreis

Denn es sei das Ziel des VRN, mehr Menschen auf den ÖPNV zu bringen. Weniger Autoverkehr auf der Straße komme nicht nur dem Klima und den Menschen zugute, sondern führe auch zu einer Beschleunigung des Busverkehrs.

Auf anderen Linien im Kreis Bergstraße gebe es derzeit keine derartigen Probleme.

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