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Mütterzentrum - Umzug in die Dieterswiese geschafft / Verein auch als Hilfe beim Platzproblem der Schülerbetreuung im Gespräch

„Mütze“ in Lorsch stellt sich neu auf

Von 
Nina Schmelzing
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Lisa Drax (2.v.r.), Vorsitzende des Mütter- und Familienzentrums, hat eine neue Stellvertretung: Johanna Aksu (2.v.l.). Maximilian Walter (r.) und Alexander Löffelholz engagieren sich als Beisitzer, Tanja Hartmann ist Rechnerin beim Mütter- und Familienzentrum. © Lotz

Lorsch. Auch für das Mütter- und Familienzentrum („Mütze“) waren die vergangenen Monate alles andere als einfach. „Wie ein Bulldozzer“ habe Corona viele Vorstellungen des jungen Vorstandsteams dem Erdboden gleich gemacht, so Maximilian Walter, bisher stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Die Kinderbetreuung in der „Flohkiste“ lief zwar, aber zahlreiche Kursangebote für Eltern mussten gestrichen werden und geplante Veranstaltungen brachten keinen Cent in die Kasse, weil sie im Lockdown nicht stattfinden durften, erinnerte das „Mütze“-Team um Vorsitzende Lisa Drax bei der Jahreshauptversammlung. Auch waren einige Mitglieder abgesprungen, inzwischen steigt die Mitgliederzahl wieder.

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Wechsel im Vorstandsteam

Auch Wahlen gehörten zur Jahreshauptversammlung der „Mütze“. Zu entscheiden war über den stellvertretenden Vorsitz. Einstimmig gewählt wurde Johanna Aksu.

Die 28-Jährige ist Erzieherin, arbeitet in der Kindertagespflege und ist vor drei Jahren aus Mainz nach Lorsch gezogen.

Er wolle etwas kürzertreten, hatte Maximilian Walter, bisher Stellvertreter der Vorsitzenden Lisa Drax, erklärt, warum er nicht mehr für das Amt kandidierte. Der 28 Jahre alte Banker, der bei der Sparkasse arbeitet, ist zum zweiten Mal Vater geworden.

In der „Mütze“ will er sich weiter engagieren. Einstimmig wurde er nun zum Beisitzer gewählt. Weiterer Beisitzer bleibt Alexander Löffelholz, Sarah Peters trat als Beisitzerin zurück. sch

„Goldwert für Lorsch“

Die „Mütze“ aber hat in den vergangenen Jahren bereits manche Schwierigkeit erfolgreich überwunden und es geschafft, sich auf Veränderungen einzustellen. „Goldwert“ könnte der Verein auch jetzt wieder für Lorsch werden, hieß es bei der Hauptversammlung – falls die „Mütze“ zum Beispiel übergangsweise bei der Schülerbetreuung helfen könnte. An der Wingertsbergschule haben bekanntlich nicht alle Familien für das kommende Schuljahr einen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten, weil die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Manche Eltern hatten erklärt, sie fürchteten deshalb um ihre berufliche Zukunft (BA berichtete).

Es laufen bereits Gespräche mit dem Ziel, dass die „Mütze“ auf Zeit für ein Jahr mithilft, die Unterversorgung zu beenden. Bürgermeister Christian Schönung hatte schon in der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses vor zwei Wochen darauf hingewiesen, dass eine Betreuung räumlich in der früheren Nibelungenstube möglich sein könnte. Die Stadt ist für das Thema Schülerbetreuung zwar nicht zuständig. Man sei aber weiterhin auch mit der Schule in Kontakt, so Schönung jetzt auch in der „Mütze“-Hauptversammlung, um eine Lösung zu finden. Dass der Schülerbetreuungsverein nicht noch eine neunte Gruppe eröffnen kann, dafür hat jeder Verständnis. Dass es auch für das Mütterzentrum „viel Arbeit“ bedeutet, falls der Verein für ein Jahr in die Bresche springt, wurde bei der Hauptversammlung nicht verschwiegen. Schönung lobte die Arbeit der „Mütze“ sehr.

Trotz der schwierigen Corona-Zeit hat das Mütterzentrum zuletzt auch den Umzug bewältigt. Von der angestammten und seit Jahren genutzten Adresse in der Schulstraße 25 ging es ins neue Domizil in der Dieterswiese. Dort sei man „jetzt richtig angekommen“, sagte Drax, dankte der Stadt für die Unterstützung – und fügte an: „Es gibt noch immer Einiges zu tun.“ Räume im neuen Haus wurden zudem vermietet an Tagesmütter.

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Verein zeigt: Wir sind nicht weg

Das Team hat sich von der Pandemie nicht unterkriegen lassen. Beliebte Veranstaltungen wie der Halloween-Umzug wurden kurzerhand umgestaltet: Man sei zu den Familien gefahren und habe Süßigkeiten an der Haustür abgegeben, berichtete Drax. Als Verein habe man auf diese Weise deutlich machen wollen: „Wir sind nicht weg.“ Kinder und Eltern hätten sich glücklich darüber gezeigt. Auch eine Nikolaus-Aktion habe man ähnlich gestaltet.

Kurse wurden wenn möglich nicht abgesagt, sondern ins Digitale verlegt. Die Kursleiter hätten durchgehalten, lobte der Vorstand übereinstimmend. Nicht jedes Angebot aber ließ sich online ersetzen. Pekip-Kurse etwa, konzipiert für Babys im ersten Lebensjahr, will keine junge Familie vor dem Bildschirm absolvieren.

U3-Betreuung in Nischenzeiten

Derzeit ist der Vorstand dabei, das Programm – soweit es Corona zulässt – wieder hochzufahren. Die dreistündige U3-Kinderbetreuung, mit der das Mütterzentrum einst startete, ruht derzeit. Man wolle sie dann wieder anbieten, wenn sie wieder dauerhaft zu gewährleisten ist, erläuterte Maximilian Walter und jetzt in der Pandemie noch keine falschen Hoffnungen wecken Auch ein Angebot für Nischenzeiten – nachmittags oder samstags – ist dann denkbar. „Stillstand ist kein Fortschritt“, sagte er. Das Team sei voller Elan.

Rechnerin Tanja Hartmann informierte über die durch Corona erlittenen Defizite und die Hoffnung, dass bald wieder mehr Geld in die Kasse fließt. Die „Mütze“ hat Grund zum Optimismus. Die Mitgliederzahl sei mittlerweile wieder auf 106 gestiegen – einige Kurse bereits wieder schnell ausgebucht.

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Große Erfolge im üblicherweise umfangreichen Veranstaltungskalender für junge Familien erzielte man zuletzt auch mit einer Kinderdisco und weiteren Tanzterminen sowie einem Graffiti-Workshop, für den es Anfang September wegen der großen Nachfrage eine Neuauflage geben soll.

Redaktion

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