Närrische Drei - Fastnachter beeindruckten mit dem ersten digitalen Mini-Gaudiwurm / 44 Beiträge – und ein pünktlicher Start Der Lorscher Fastnachtszug geht auch vor Corona nicht in die Knie

Von 
Nina Schmelzing
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Lorsch. Ein dreifach donnerndes Helau haben sich die Närrischen Drei um ihren Chef Daniel Helwig verdient. Ihre Idee war es, Fastnachtsdienstag nicht einfach komplett ausfallen zu lassen, sondern einen digitalen Mini-Gaudiwurm auf die Beine zu stellen. Den großen Umzug, der wegen Corona abgesagt werden musste, konnte das Bildschirmangebot natürlich nicht ersetzen. Wer aber gestern zuschaute, wurde umgehend in gute Laune versetzt.

Hunderte kleiner Plastikenten formierten sich zum Zug-Ende. © Neu
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Mit 44 selbst gebastelten Nummern hatte der Gaudiwurm nicht nur eine beachtliche Größe vorzuweisen. Er setzte sich auch pünktlich wie sonst nie in Bewegung.

Die Teilnehmer zeigten Witz und Kreativität. Mit Pappe, Lego und Playmobil hatten sich vor allem viele Familien an die Arbeit gemacht und fantasievolle Fußgruppen und Fastnachtswagen gestaltet. Manche Geschwister dürften das Spielzeug ihres gesamten Kinderzimmers zu einem Zug verbaut haben: Teddys, Barbiepuppen, Traktoren und Autos wurden mit Luftschlangen verbunden und mit Konfetti geschmückt. Sie zogen vor kunstvoll aufgebauten Mini-Fastnachtstribünen oder Kulissen mit Lorscher Innenstadt-Ansichten vorüber. Sogar die Bergsträßer Weinkönigin war als Figur mit von der Partie.

Der Fünferrat der Handballer, als Mediziner verkleidet, steuerte ein unterhaltsames Kurzvideo aus der Turnhalle bei. Die „Handball-Ärzte“ filmten sich beim Impfen mit dem russischen Vakzin Sputnik.

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Corona war vielfach Thema. „Homeschooling nervt“ ließen etwa die Frauen des Feuerwehrballetts wissen. „Homeoffice, homeschooling und das bisschen Haushalt, ist kein Problem“, hieß es im satirischen Beitrag einer Familie. „Ich liebe Schuhle“, merkte ein Paar bewusst fehlerhaft an. Auch an die Forderung, die ICE-Trasse nur mit langem Tunnel umzusetzen, wurde aber erinnert und an die Diskussionen um die neue Baumschutz-Satzung in Lorsch. Häufig war das Logo der N3 zu sehen. Die Aktiven von Vronis Tanzstudio erklärten „Wir sind vom Tanzen infiziert.“ Gardetänzerinnen zeigten ihre Kunst statt im Zug durch die Lorscher Straßen im heimischen Garten oder vor der Garage. Die Freude am Mitmachen war allen anzumerken – ob es sich um die Lokalheldinnen, den Shanty-Chor, die Rock’n’Rabbits oder die Gruppen der Blau-Weißen handelte.

Zu Helau-Rufen wurden fetzige Fastnachtshits wie „Mamma Lauda“ oder „Johnny Depp“ kombiniert. Der Verein Lorscher Zugleitung übernahm den Schluss des Gaudiwurms. „Erst auf der Gass’, macht Fastnacht richtig Spaß“, reimte Vorsitzender Ralf Kleisinger. „Corona wird uns nicht besiegen“, zeigte er sich aber gleichfalls überzeugt.

Drei Ausrufezeichen für den Humor

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Im Abspann des digitalen Gaudiwurms dankten die N3 allen Beteiligten und forderten – versehen mit drei Ausrufezeichen – dazu auf, den Humor zu behalten. Die Premiere des digitalen Gaudiwurms soll noch mehrere Wochen über die Homepage abrufbar bleiben, heißt es von den N3.

Redaktion