Fastnacht - Bei der Weiberfastnacht des Hessischen Rundfunks mit Woody Feldmann ist das Einhäuser Bauchredner-Duo zum zweiten Mal am Start / Über Hürden und Chancen in der Corona-Zeit Die TV-Stars Sassa und Sossi sind zurück

Von 
Sina Roth
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Ulla Freudenberger (Sossi) und Michaela Hartnagel-Keil (Sassa) bei ihrem ersten TV-Auftritt bei der HR-Weiberfastnacht 2020. Am morgigen Dienstag stehen sie erneut vor der Kamera. Im Fernsehen ausgestrahlt wird die närrische Sendung mit Woody Feldmann dann am 11. Februar um 20.15 Uhr. © Hessischer Rundfunk

Einhausen. Daphne de Luxe, Frau Wäber, Nicole Jäger, Wanda Kay, Lizzy Aumeier, Kättl Feierdaach... und Sassa und Sossi. Michaela Hartnagel-Keil und Ulla Freudenberger können ihr Glück kaum fassen. Nicht nur, dass sie als Sassa und Sossi, Bauchrednerin mit menschlicher Bauchrednerpuppe, nun schon zum zweiten Mal bei der Weiberfastnacht mit Woody Feldmann im Fernsehen zu sehen sind – diesmal gehören sie bei der Auflistung der Talente sogar schon zu den ganz Großen.

Die Männer im virtuellen Publikum

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„Wir freuen uns riesig, dass wir auch diesmal wieder stellvertretend für unseren Verein, die Bürstädter Sackschdoahogger, dabei sein dürfen“, berichtet Hartnagel-Keil im Gespräch mit dieser Zeitung. „Der erste Auftritt im Fernsehen war ein voller Erfolg, die Halle hat wirklich getobt“, erinnert sich die Einhäuserin. „Und unser Fanclub hat uns sogar mit einer Limousine überrascht. Sie haben uns im vergangenen Jahr nach dem HR-Auftritt abgeholt und waren auch als Zuschauer dabei“, ergänzt Freudenberger begeistert. Bei der Aftershow-Party ernteten die beiden viel Lob aus den Reihen des Hessischen Rundfunks.

Letztlich hatten sie es wohl aber ihren Fans zu verdanken, dass es noch ein zweites Mal geklappt hat. Denn sie fragten beim HR nach, ob das Frauen-Duo noch einmal auftreten dürfe. Daraufhin konnten sie sich erneut mit einem einstudierten Stück bewerben und Zack – war auch schon die Zusage da.

„Natürlich ist diesmal alles etwas anders. Wir werden zum Beispiel nicht die anderen Künstler treffen können, wie beim letzten Mal. Die Kabinen sind separat, es wird kein Publikum geben und vor der Aufzeichnung werden wir auch auf Corona getestet“, so Freudenberger. Ihre Männer sind normalerweise als ihre Begleitpersonen, ihre Security immer bei den Auftritten mit dabei. Aufgrund der verschärften Hygienemaßnahmen ist das diesmal nicht möglich. „Unsere Männer haben sich aber als Teil des virtuellen Publikums beworben und sind tatsächlich ausgewählt worden. Das heißt, dass sie morgen im Wohnzimmer sitzen und live dabei sein können. Und ich schätze mal, dass sie bestimmt auch das ein oder andere Mal hineingeschaltet werden“, vermutet Hartnagel-Keil. Da war die Freude natürlich groß – vor allem für ihren Mann, der an diesem Tag auch noch Geburtstag hat. Eine riesen Überraschung für alle, gerade nach den vergangenen Monaten. Denn an große Auftritte vor Publikum war schlichtweg nicht zu denken. „Viele Auftritte wurden abgesagt“, berichtet sie. „Aber die Bühne ist einfach unser Leben. Und – ich kann zwar was das angeht nur für mich sprechen – aber ich selbst könnte wirklich von morgens bis Abends nur auf der Bühne stehen.“ Die Saure-Gurken-Zeit ist zwar nicht leicht – ihren Lebensunterhalt verdienen sie aber nicht mit den Auftritten. „Ich arbeite als Sekretärin und Ulla leitet Postfilialen in Lorsch, Einhausen und Biblis“, so Hartnagel-Keil.

Lachen ist vor allem jetzt wichtig

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Für Künstler, für die solche Auftritte nicht nur ein zweites Standbein, sondern die Haupteinnahmequelle sind, sehe die Situation in der Pandemie natürlich ganz anders aus. Dennoch stand für das Duo ganz klar fest: Alternativen müssen her. Auf ihrer Facebook-Seite halten sie ihre Fans auf dem Laufenden und überlegen sich immer mal wieder kleine Überraschungen. „Seit einiger Zeit laden auch Videos auf Facebook hoch“, berichtet Hartnagel-Keil. Und die kommen ziemlich gut bei den Fans an.

Lachen und Spaß, so glauben die Karneval-Närrinnen, sind gerade in der für viele schwierigen Zeit der Pandemie ganz besonders wichtig für die Menschen. Deswegen freuen sich die beiden Frauen ganz besonders auf ihren zweiten großen Fernsehauftritt vor einem riesigen Publikum. Eine große Herausforderung war für sie auch, dass diesmal nicht extra für die beiden Kostüme angefertigt wurden. Und auch eine Maskenbildnerin wird es für sie aus Infektionsschutz-Gründen nicht geben. „Unsere Kostüme sind fertig und auch das finale Programm haben wir festgelegt“, so Hartnagel-Keil. In der Endspurt-Phase – kurz vor der Aufzeichnung – hieß es dann: üben, üben, üben. Und das dreimal pro Woche – gar nicht so leicht, das in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen zu schaffen. Denn so locker-flockig, wie die Witze auch rüber kommen, muss alles genaustens einstudiert werden, damit am morgigen Dienstag, dem Tag der Aufzeichnung, auch alles glatt läuft.

Nur Enkelin Emeli ist eingeweiht

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Was genau sich die beiden diesmal ausgedacht haben, das lässt sich Hartnagel-Keil nicht so leicht entlocken. „Es wird nichts verraten. Nur so viel – es wird wieder sehr lustig.“ Die achtjährige Emeli, die Enkelin von Ulla Freudenberger, sei die einzige, die das neue Stück bisher sehen durfte – „und sie ist mega stolz, denn eigentlich darf es niemand vorher ansehen“, berichtet Hartnagel-Keil. Und tatsächlich seien ihre Enkelkinder wohl ohnehin ihre größten Fans: „Meine Enkelin Nele ist zwei Jahre alt und kann einen Teil unseres Auftritts sogar auswendig. Wenn sie bei mir ist, wird immer geprobt.“ Sie schlüpft dann – ganz wie ihre Oma – in die Rolle von Sassa Sammel.