Vortrag von Daniele Ganser Wir sollten alle „Selbst-Denker“ sein

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Justus Keller und seinem Team von der „Lebenskunst“ ist es einmal mehr gelungen, mit dem Historiker Daniele Ganser einen hochkarätigen Referenten zu gewinnen.

Dass dieser Referent in Teilen der Öffentlichkeit und auch im Rahmen der Vorberichterstattung zu seinen Vorträgen äußerst kritisch beäugt wird, verwundert an sich nicht sonderlich: Denn Daniele Ganser vertritt eben nicht vermeintlich plakativ-einfache und alleingültige Meinungen der Kategorie „Gut – Böse“ zum Zeitgeschehen, die nach dem Wunsch unserer Eliten die einzigen Wahrheiten darstellen sollen.

Nein, Daniele Ganser zeigt als Historiker langjährige Entwicklungen auf, hinterfragt, wägt ab und stellt die Ergebnisse seiner Recherchen ohne erzieherische Effekte und Anspruch auf „alleinige Wahrhaftigkeit“ als seine eigene Meinung vor. Er ermuntert auf diese Art und Weise sein Publikum, die „Wahrheiten“ des Mainstreams ebenso mit einer gewissen Distanz kritisch zu reflektieren.

Raus aus der Komfort-Zone

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Und genau das ist eine seiner Empfehlungen zur „Lebenskunst“: Wir brauchen kein „betreutes Denken“, wir alle sollen bitte „Selbst-Denker“ sein! Er holt uns damit aus der uns suggerierten Komfort-Zone – und das kommt wohl nicht bei allen Menschen gut an.

Ganz falsch scheint Daniele Ganser damit aber mit seinem Anliegen nicht unterwegs zu sein: Es hat wohl in der Vergangenheit kaum eine Veranstaltung der Lebenskunst-Reihe mit vier Vortragsterminen und weit über 2000 Besuchern gegeben – es scheinen sich wohl also doch sehr viele Menschen einen sachlichen, fakten-basierten und undogmatischen öffentlichen Diskurs zu wünschen, der in diesen sonderbaren Zeiten leider immer weniger möglich ist.

Ralf Vesper

Bensheim