Signalwirkung

In immer mehr Städten werden Ampeln mit Motiven verziert. Märchenfiguren oder bekannte Persönlichkeiten laden zu einem etwas anderen Städtetrip ein.

Von 
Karsten-Thilo Raab
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Ampeln sind an nahezu allen wichtigen Straßenkreuzungen zu finden. Die Signalanlage ziert seit knapp 100 Jahren die deutschen Straßen. Die erste, damals noch von Hand bediente, Ampel in Deutschland wurde 1924 auf dem Potsdamer Platz in Berlin in Betrieb genommen. Bereits fünf Jahre zuvor war im US-amerikanischen Detroit die erste dreifarbige elektrische Verkehrsampel der Welt aufgestellt worden.

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„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ © imago/epd

Heute gibt es mehr als 1,6 Millionen Ampeln bundesweit. Die meisten sind schlicht mit roten, gelben und grünen Kreisen oder den beliebten DDR-Männchen als Symbol ausgestattet. Längst finden sich landauf, landab auch Ampeln, die zu wechselfarbigen Kunstobjekten mit Ortsbezug stilisiert wurden.

Irland hautnah Nirgendwo ist Irland authentischer als ganz weit ...



Irland hautnah

Nirgendwo ist Irland authentischer als ganz weit im Westen, wo der Atlantik sich tief in das Land eingeschnitten hat und die Natur besonders wild und rau ist. Mit Highländer Reisen können Aktivurlauber diese Ecke der Grünen Insel ab 25. Juli bei einer geführten Reise (8 Tage, ab 895 Euro) kennenlernen. Neben Wanderungen durch spektakuläre Landschaften steht auch ein Besuch im Pub mit Livemusik auf dem Programm. Mehr unter www.highlaender-reisen.de/irland-wanderreisen/connemara-burren. cn

Beuys und Bike

Am 12. Mai dieses Jahres wäre der Künstler Joseph Beuys 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums hat Tourismus Nordrhein-Westfalen die 300 Kilometer lange Radroute „Beuys&Bike“ ausgearbeitet. Sie verbindet alle Orte, die im Leben des Universalkünstlers eine Rolle spielten. Wer sie nachradelt, wird das Geburtshaus von Beuys in Krefeld kennenlernen, sein allererstes Atelier im Kurhaus Kleve und natürlich Schloss Moyland, in dem seine wichtigsten Werke ausgestellt sind. Weitere Informationen zu den Stationen, den Jubiläumsausstellungen sowie Routenoptionen gibt es unter www.dein-nrw.de/beuys und https://beuys2021.de/ cn

So manche eher unspektakuläre Kreuzung avanciert dank hübsch gestalteter Lichtanlagen zum wahren Hingucker. Die Ampelsymbole sorgen für Aufsehen und Gesprächsstoff oder zaubern zumindest ein Lächeln ins Gesicht. So etwa in Bergkamen im Ruhrgebiet, wo eine Ampel unweit des Stadtmuseums an der Jahnstraße zu einer grün-roten Zeitreise einlädt. Legionäre mit Speer und Schild regeln hier symbolisch den Verkehr. Im heutigen Stadtteil Oberaden befand sich in der Antike das größte Römerlager nördlich der Alpen. Derweil wird im westfälischen Hamm an die lange Bergbautradition erinnert. Unweit der ehemaligen Zeche Sachsen im Stadtteil Heessen regeln an der Kreuzung Sachsenweg und Dasbecker Weg Bergleute mit Grubenlampe den Verkehr. Auch in Duisburg wurde den Kumpeln ein beampeltes Denkmal gesetzt. Am Zoo weisen rote und grüne Männchen mit Schutzhelm und Grubenlampe den Besuchern den Weg über die Mülheimer Straße.

Im niedersächsischen Osnabrück deutet ein Steckenpferdreiter als Symbol für die Friedensstadt den Fußgängern an, wann sie an der Straße Alte Münze zu stehen und zu gehen haben. Ganz tierisch gibt sich auch Wesel. Am Niederrhein lässt ein Esel-Motiv an der Ecke Kreuzstraße und Esplanade so manchen Passanten das Handy für ein Selfie zücken. Im niedersächsischen Hameln wird derweil der berühmte Rattenfänger ins Licht gerückt. Die Märchenfigur ziert den Fußgängerübergang am Kastanienwall.

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Märchenhafte Motive sorgen anderswo ebenfalls für beliebte Blickfänge: Die Hansestadt Bremen etwa schmücken in Anlehnung an die berühmten Stadtmusikanten Esel, Hund, Katze und Hahn verschiedene Ampeln rund um den Freimarkt. In Augsburg erinnert die Kasperl-Ampel an der Ecke Milchberg und Spitalgasse an eine der bekanntesten Figuren aus der Augsburger Puppenkiste. Und in Mainz, dem Hauptsitz des Fernsehsenders ZDF, leuchten die Mainzelmännchen von den Signalanlagen einiger stark frequentierter Fußgängerüberwege.

An der Marktstraße im hessischen Hanau regeln in Höhe des Hanauer Forums die Brüder Grimm den Verkehr. Seit 2018 sind Jacob und Wilhelm Grimm zu sehen. In Emden in Ostfriesland strahlt Komiker Otto Waalkes rund um das Rathaus und am Otto-Museum als „hüpfender Blödel“ von der Signalanlage, während in Friedberg Musiklegende Elvis, der in der mittelhessischen Kleinstadt Militärdienst leistete, den Verkehr an dem nach ihm benannten Platz regelt. In Trier avanciert Karl Marx an verschiedenen Stellen zum Ampelmännchen. In Bonn wurde Ludwig van Beethoven, dem berühmtesten Sohn der Stadt, ein weiteres Denkmal in Form einer Ampel gesetzt. Und im rheinland-pfälzischen Worms erinnert eine Signalanlage an Martin Luther.

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Freier Autor Karsten-Thilo Raaqb berichtet in Wort und Bild über Reiseziele weltweit. Daneben hat er sich als Autoren von rund 90 Büchern - darunter viele Reise-, Wander- und Radführer - einen Namen gemacht.