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20 Tipps zum Energiesparen

Von 
Björn Hartmann
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Mit den richtigen Verhaltensänderungen können die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur Energie, sondern auch Geld sparen. © Patrick Pleul

Energie wird knapper – und teurer. Wo im Haushalt kann es sich auszahlen, seine Gewohnheiten zu ändern?

Wissenswertes und praktische Ratschläge, die auch dem Klima helfen.

Punkt 1 von 2 Türen und Fenster abdichten

Es ist recht einfach und wirkt zuverlässig: Fenster und Türen mit einem Dichtband abdichten. Denn vor allem in älteren Gebäuden entweicht viel Wärme durch Ritzen und schlecht schließende Fenster. Allerdings sollten Haus oder Wohnung nicht hermetisch versiegelt werden. Wichtig ist, täglich zu lüften. Sonst setzt sich Feuchtigkeit ab, hinter Schränken und Vorhängen kann sich dann schnell Schimmel bilden. In kalten Nächten kann es helfen, Rollos, Vorhänge und Jalousien zu schließen. Sie isolieren zusätzlich.

 

Punkt 1 von 2 Richtig lüften

Experten empfehlen, ein- oder zweimal am Tag kräftig zu lüften. Also: Heizkörper herunterdrehen, Fenster auf, am besten Durchzug. Nach fünf Minuten die Fenster schließen und die Thermostate aufdrehen. Wer in Badezimmer nach dem Duschen oder in der Küche lüftet, wenn der Nudeltopf brodelt oder der Backofen feuchtwarme Luft ausstößt, sollte die Türen geschlossen halten. Sonst verbreitet sich die Feuchtigkeit in der Wohnung. Fenster den Tag über auf Kipp zu lassen, lässt Wärme entweichen. Gerade im Badezimmer kann sich in der kälteren Jahreszeit auch Schimmel bilden. Der Spareffekt durch richtiges Lüften kann bei rund zehn Prozent liegen.

Punkt 1 von 2 Hydraulischer Abgleich der Heizung

Am meisten Energie lässt sich bei der Heizung sparen, vor allem, wenn sie richtig eingestellt ist. Die Bundesregierung will deshalb den hydraulischen Abgleich gesetzlich vorschreiben. Dabei wird sichergestellt, dass das Wasser, vom Heizkörper möglichst kalt zum Heizkessel zurückläuft. Für den Abgleich ist ein Fachmann nötig, er kostet um die 100 Euro pro Heizkörper. Allerdings ist der Spareffekt hoch: Experten gehen von zehn bis 15 Prozent weniger Energieverbrauch aus.

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Punkt 1 von 2 Thermostate richtig einstellen

Wer Regler am Heizkörper richtig einstellt, kann ebenfalls Energie sparen. Sechs Prozent sind es, wenn die Thermostate auf 20 statt auf 21 Grad eingestellt sind. Noch niedrigere Temperaturen sparen noch mehr Energie. Klassische Thermostate zum Drehen sind in der Regel mit Zahlen von 1 bis 5 beschriftet, die die Temperaturhöhe angeben. 1 steht dabei für ungefähr zwölf Grad, dann geht es in Schritten von vier Grad aufwärts, 3 entspricht 20 Grad. Mindestens 16 Grad (die 2) sollten es schon sein, auch in ungenutzten Räumen, um zu verhindern, dass sich Schimmel bildet. Wird der Thermostat auf 5 gestellt, was etwa 28 Grad entspricht, läuft die Heizung dauerhaft durch, denn der Thermostat schaltet erst ab, wenn 28 Grad im Raum erreicht sind – was selten möglich sein dürfte.

Punkt 1 von 2 Heizkörper entlüften

Wenn der Heizkörper gluckert, ist Luft im System. Es wird zwar warm, die Pumpe der Heizung muss aber häufiger anspringen und verbraucht so mehr Strom. Entlüften der Heizkörper hilft und spart bis zu zwei Prozent Energie. Entlüftungsschlüssel gibt es günstig im Baumarkt.

Punkt 1 von 2 Heißwassertemperatur senken

Sparen lässt sich auch, wenn die Heißwassertemperatur an der Heizung heruntergeregelt wird. Dann ist das Wasser, das aus Hähnen und Dusche kommt, etwas weniger brühend heiß. Unter 60 Grad sollte die Temperatur nicht eingestellt werden, sonst können sich Legionellen ausbreiten. Und nicht jeder Haushalt kann an der Warmwasseranlage etwas einstellen. Im Zweifelsfall hilft ein Fachmann.

Punkt 1 von 2 Sparduschkopf verwenden

Viel Energie und auch Wasser spart, wer duscht, statt zu baden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat errechnet, dass für ein Bad etwa 120 Liter nötig sind, fürs Duschen nur 70 Liter. Wer zusätzlich einen Sparduschkopf verwendet, halbiert den Wasserverbrauch bei wenig Komfortverlust. Wer einfach kälter duscht, spart auch, aber nicht so viel. Wobei auch der Sparduschkopf nur wenig hilft, wenn man gern eine halbe Stunde unter der heißen Brause steht.

 

Punkt 1 von 2 Zeitschaltuhren nutzen

In manchen Räumen lohnt es sich, Zeitschaltuhren einzubauen, die das Licht nach einiger Zeit automatisch abschalten, etwa im Treppenhaus. Auch Bewegungsmelder können helfen, gezielt Strom zu sparen.

Punkt 1 von 2 LED-Birnen einbauen

Ein Klassiker des Energiesparens ist seit vielen Jahren der Austausch von klassischen Glühbirnen durch LED-Lampen. Eine Glühbirne wandelt nur gut fünf Prozent des verbrauchten Stroms in Licht um, gut 95 Prozent strahlt sie als Wärme ab. LED-Birnen wandeln 30 bis 40 Prozent in Licht um. Oder anders gesagt: Sie kommen mit weniger Stromeinsatz auf dieselbe Lichtausbeute. Halogenbirnen nutzen nur etwa zehn Prozent des Stroms für Helligkeit, Energiesparlampen bis zu 25 Prozent. Sie auszutauschen, kann sich also lohnen.

Punkt 1 von 2 Stand-by-Geräte ausschalten

Ein weiterer Energiesparklassiker: Auch wenn neuere Geräte mit Stand-by-Funktion, etwa Fernseher, Spielekonsolen und Drucker, inzwischen weniger verbrauchen als noch vor zehn Jahren – sie benötigen immer noch Strom. Und es gilt: Billige Geräte haben oft hohe Standby-Kosten. Sie können über die Lebensdauer deshalb mehr kosten als Geräte mit einem höheren Anschaffungspreis. Das Umweltbundesamt beziffert die Kosten durch Stand-by in Deutschland auf rund vier Milliarden Euro jährlich. Lässt sich ein Gerät nicht komplett ausschalten, helfen abschaltbare Steckerleisten. Es gibt auch funkgesteuerte Steckdosen, die sich aus der Ferne ausschalten lassen.

Punkt 1 von 2 Ladegeräte nach dem Laden vom Netz trennen

Ladegeräte etwa für Mobiltelefone, Tablets oder elektrische Zahnbürsten verbrauchen auch Strom, wenn gerade nichts geladen wird. Das sind erst einmal nur Cent-Beträge pro Gerät. Bei mehreren Geräten kommt allerdings einiges zusammen. Der Energieversorger Vattenfall hat berechnet, dass alle Smartphone-Nutzer in Deutschland zusammen rund 11,6 Millionen Euro ausgeben – ohne dass der Strom sinnvoll genutzt wird. Die Strommenge reicht demnach, um 2100 Zwei-Personen-Haushalte in Deutschland ein Jahr mit Strom zu versorgen. Tablets, E-Reader und andere Geräte sind noch nicht miterfasst.

Punkt 1 von 2 Auf Heizlüfter verzichten

Seit Wochen sind Heizlüfter vielerorts ausverkauft. Die Idee: Wenn Gas und Öl teuer sind, bleibt die Heizung niedrig, dafür wärmt der strombetriebene Heizlüfter. Doch das kostet viel, wie eine recht grobe Rechnung zeigt. Hersteller Rowenta empfiehlt rund „100 Watt je Quadratmeter Wohnfläche“. Für eine 50-Quadratmeter-Wohnung braucht man dann Geräte mit 5000 Watt Leistung. Laufen sie über drei Monate je zehn Stunden, werden 4550 Kilowattstunden verbraucht – das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts im Jahr. Die Kosten können je nach Region und Tarif 1800 Euro überschreiten. Besser ist, das Zimmer, das man überwiegend nutzt, vernünftig zu heizen und lieber einen Pullover überzuziehen. Der Heizlüfter sollte nur kurzzeitig laufen.

Punkt 1 von 2 Wäsche bei 30 Grad waschen

Waschmaschinen verbrauchen den meisten Strom, um das Wasser auf die vorgewählte Temperatur zu erhitzen. Bei 60 oder gar 90 Grad zu waschen, braucht deutlich mehr Energie als bei 30 Grad. Moderne Maschinen reinigen T-Shirts, Pullover und Hosen auch bei niedrigen Temperaturen. Die meisten Waschmittel sind inzwischen ebenfalls darauf ausgelegt. Ist die Wäsche sehr grob verschmutzt, sollte sie vorbehandelt werden. Den Spareffekt geringerer Temperaturen hat Baden-Württembergs Umweltministerium mit 25 Prozent berechnet. Dennoch sollte die Maschine alle paar Monate bei 60 Grad laufen – so können sich keine Keime im Gerät bilden. Weiterer Tipp: Maschine immer gut füllen, denn sonst waschen drei T-Shirts mit der erhitzen Wassermenge einer vollen Trommel.

Punkt 1 von 2 Auf Trockner verzichten

Auch wenn es bequem ist: Selbst moderne Wäschetrockner sind Stromfresser, weil sie mit recht hohen Temperaturen trocknen. Lieber die Wäsche gründlich schleudern und dann auf dem Wäscheständer trocknen. Das ist praktisch kostenlos.

Punkt 1 von 2 Geschirrspüler nutzen

Anders als Wäschetrockner helfen Geschirrspüler, Wasser, Spülmittel und Energie zu sparen. Deshalb lieber Tassen, Teller, Töpfe in der Maschine spülen. Auch hier sollte das Gerät immer vollständig gefüllt werden. Wer die Möglichkeit hat, sollte den Geschirrspüler nicht ans kalte Wasser anschließen, sondern an die Warmwasserleitung. Die Maschine braucht dann weniger Energie, um das Wasser auf die nötige Temperatur zu bringen.

Punkt 1 von 2 Wasserkocher verwenden

Kleinere Geräte sind im Vergleich zu größeren effizienter. Ein Wasserkocher erhitzt Wasser schneller und energiesparender als der Herd einen Topf Wasser. Der Spareffekt ist klein, doch auf Dauer kommt auch hier einiges zusammen.

Punkt 1 von 2 Anders kochen

Auch beim Kochen lässt sich Energie sparen. Die Töpfe sollten so groß sein wie die Kochplatte, um sie optimal zu nutzen. Größer ist unproblematisch, kleiner kostet Energie. Beim Kochen sollte der Topf möglichst mit einem Deckel verschlossen sein, damit weniger Wärme in die Umgebung abgegeben wird. Und meist lassen sich Kochplatte oder Backofen bereits zehn Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. Die Nachwärme reicht dann noch aus, um fertig zu kochen oder zu backen.

Punkt 1 von 2 Kühlschrank abtauen

Auch die höchste Effizienzklasse bei Kühlschränken nützt wenig, wenn das Gefrierfach dick vereist ist. Der Kühlschrank braucht dann mehr Strom, um die eingefrorenen Waren zu kühlen. Als Temperatur reichen fürs Gefrierfach minus 18 Grad, für den Kühlschrank sieben Grad.

Punkt 1 von 2 Weniger Bügeln

Wer am Wochenende vor großen Wäschebergen steht, die gebügelt werden sollen, wird sich freuen. Hier lässt sich sparen. Der Verbund Österreich empfiehlt, nur das Nötigste zu bügeln. Die Kurzfassung: Businesshemd ja, Geschirrtücher und Unterhosen eher nein. Der finanzielle Spareffekt mag überschaubar sein, der Freizeitgewinn dafür umso größer.

Punkt 1 von 2 Beraten lassen

Wer unsicher ist, kann die örtlichen Energieversorger oder Energieagenturen kontaktieren. Wer wenig verdient, kann sich an die Stromspar-Check-Stellen wenden (www.stromspar-check.de). Auch die Verbraucherzentralen helfen. Die baden-württembergische Landesregierung zum Beispiel hat zu der der Kampagne Cleverländ ein kostenloses Energiesparbüchle erstellt. Professionelle Energieberater spüren im Haus oder in der Wohnung Energiefresser auf.