AdUnit Billboard

Corona-Pandemie Querdenker muss eine Demokratie aushalten können

Lesedauer

Querdenken „ist eine Denkmethode, die im Rahmen der Anwendung von Kreativitätstechniken zur Lösung von Problemen oder Ideenfindung beitragen kann“. Dabei werden konventionelle Denkmuster in Frage gestellt. (Wikipedia)

Querdenker in der Geschichte: zum Beispiel Luther, Kopernikus, Kolumbus, Darwin ...

In der Wirtschaft wird quer denken in Management-Ratgebern als Bereicherung angesehen, weil es der Produktivität guttut.

Quer denken im gesellschaftlichen Bereich ist immer wieder erforderlich, zunächst jedoch unbequem, herausfordernd, anstrengend. Aber wir müssen es akzeptieren (was nicht heißt, dass wir es gutheißen müssen), wir müssen es aushalten. In einer Demokratie ist das nun mal so. Zum Glück.

Wollen wir sie gleichschalten?

Die „Idioten“ (wobei es sehr unterschiedliche Meinungen darüber gibt, wer nun wirklich ein „Idiot“ ist) – wollen wir sie gleichschalten mit der „richtig“ denkenden Masse, so wie es in kommunistischen Ländern, zum Beispiel in China, der Fall ist? Das ist die eine Sache, quer denken.

Die andere Sache: Querschläger, quer schießen – das geht natürlich gar nicht. Sobald Gewalt ins Spiel kommt, muss dem ganz entschieden und konsequent entgegengetreten werden.

Querdenker pauschal zu diskriminieren und zu beschimpfen, darf also nicht sein. Das führt zu Aggression, Gewalt, Spaltung, wie es leider zunehmend zu beobachten ist. Es ist also unbedingt nötig, zurückzukehren zu einer sachlichen, konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Corona, um diese Krise erfolgreich zu bewältigen. Es gibt also viel zu tun.

Was kann jede Einzelne, jeder Einzelne tun?

Zuhören, einfach erstmal einander zuhören, dann fair argumentieren, klar Stellung beziehen, allzu krassen Stellungnahmen kleiner Minderheiten gar nicht weiter Raum geben.

Was kann/sollte der Staat tun?

„Vater“ Staat könnte zum Beispiel sagen: „Ruhig, beruhigt Euch. Wir sorgen für genügend Intensivbetten, für insgesamt ausreichende medizinische Versorgung und für Pflegekräfte, die genügend Zeit und Kraft haben, um sich liebevoll um alle zu kümmern.“ Das kostet. Die Alternative, wenn man hier spart: immer mehr Personalmangel, immer mehr Intensivbetten, die aus diesem Grund nicht mehr genutzt werden können, immer strengere Corona-Maßnahmen. Was ist letztlich langfristig effektiver, kostengünstiger und sozial verträglich? Wenn man will, ist das Geld da, hier liegt das eigentliche Problem.

Bürger als mündig betrachten

Weiterhin sollten von staatlicher Seite die massiven Kollateralschäden der Corona-Maßnahmen klug bedacht und in alle Überlegungen mit einbezogen werden, zum Beispiel auch die psychische Gesundheit. Allein in Mannheim zum Beispiel gibt es eine Praxis für Psychotherapie für Kinder und Jugendliche mit einer Warteliste, auf der 40 junge Menschen stehen. Wie werden sie später unsere Gesellschaft gestalten (können)?

Schließlich sollte der Staat auch darauf vertrauen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aus sich heraus verantwortungsvoll, vorsichtig und vernünftig verhalten, und er sollte das auch deutlich kommunizieren (ähnlich, wie das in Schweden geschieht). Es ist immer gut, sein Gegenüber als mündig anzusehen.

Die dann noch nötigen Maßnahmen sollten für die Bevölkerung einsichtig, gut nachvollziehbar, vor allem angemessen und auf Augenhöhe getroffen und vermittelt werden.

Das trägt wesentlich dazu bei, mögliche massive Proteste zu verhindern und ein gutes, friedliches soziales Klima zu schaffen.

Adelheid Mathy

Bensheim

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1