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Große Wohnungsneubauten Manches Grundstück liegt seit Jahren brach

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Um verschiedene Baugebiete gibt es derzeit Diskussionen. Die angedachte rückwärtige Bebauung und Verdichtung von Wohn-Grundstücken im Areal Kriemhilden- und Oberstraße stößt bei Eigentümern auf heftige Kritik. Nicht zuletzt der jüngsten Bebauung in der Kolpingstraße ist es geschuldet, dass Anwohner sehr wachsam gegenüber innerörtlicher Bebauung geworden sind. Muss wirklich jeder Zentimeter des Baufensters ausgenutzt werden? Der Schaden, der angrenzenden Hauseigentümern dort zugefügt wurde, ist jedenfalls unverzeihlich. Privatsphäre wird ihnen genommen und ihr Eigenheim hat eine unwiderrufliche Wertminderung erfahren.

Am südwestlichen Stadtrand sollen in der Verlängerung der Kastanienallee und Lagerfeldstraße im Wohn-Gewerbe-Mischgebiet Mehrfamilienhäuser mit 200 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau entstehen. Lösungen für die hohe Nachfrage nach Wohnraum zu suchen, ist richtig. Im Wohngebiet „Lagerfeld“ aber liegen einige Grundstücke seit Erschließung vor 40 Jahren immer noch brach. Wäre es nicht Aufgabe der Gremien, bei den Eigentümern nach deren Bauwillen zu fragen, bevor innerörtlich Wohncharakter mit Grünflächen zerstört wird?

Das Problem, Zufahrtswege und Pkw-Parkflächen zu schaffen, sollte nicht unterschätzt werden. Auch im Wohngebiet „Viehweide“ gibt es seit 20 Jahren brachliegende Grundstücke. Selbst in der Schillerstraße gibt es laut Bodenrichtwertinformationssystem unbebaute Areale. Die Stadt könnte die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke drastisch erhöhen. Die Bebauung wird man so aber nicht herbeiführen können.

Südosten bietet Chancen

Mit der Erschließung eines neuen Wohnareals nicht im Südwesten, sondern im Südosten der Stadt, könnte ein attraktiveres Wohngebiet entstehen. In der Verlängerung „Von-Hausen-Straße“ und „Am Forstbann“ ließe sich eine Lücke zur Seniorenresidenz „Haus Christoph“ sowie dem „FachPflegeZentrum“ schließen. Mit dem Starkenburgring wurde längst die Voraussetzung für eine schnelle Anbindung etwa zur A 5 geschaffen. Ein neues Wohngebiet dort könnte zudem ein Vorzeigeobjekt „Klimafreundliches Bauen“ werden. Keinesfalls sollte man es versäumen, Auflagen zur Nutzung von Photovoltaik auf allen Dächern zu verlangen und einen zeitlich befristeten Baubeginn festzulegen.

Beste Lösung suchen

Letztlich gilt es, nicht nur mit Großraumbebauung Wohnraum zu schaffen. Eine gesunde Mischung verschiedener Objekte zum Beispiel unter Einbindung der Seniorenresidenz und des Pflegezentrums könnte innovativ und attraktiv Jung und Alt zusammenführen und ein Zukunftsmodell schaffen. Daher ist zu überlegen, ob Wohnraumbebauung im Gewerbe-Mischgebiet „Lagerfeld“ tatsächlich sinnvoll ist, oder ob das Areal besser auch künftig der Ansiedlung von Gewerbebetrieben und Vereinen vorbehalten bleiben sollte.

Ein weiteres Kriterium, das gegen Wohnbebauung im Südwesten spricht, ist der geplante Ausbau der A 67 auf sechs Fahrstreifen. Dazu kommt der Bau der zweigleisigen ICE- und Güterverkehrsstrecke. Befürwortern einer dortigen Wohnbebauung sollte die zu erwartende Gesamt-Lärmbelästigung – besonders nachts – klar sein. Die Frage: „Würde ich unter diesen Bedingungen persönlich dort mit meiner Familie wohnen wollen?“ sollte sich jeder Befürworter stellen.

Kornelia u. Berndt-Ullrich Dolle

Lorsch

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