Klimakatastrophe Industrieländer müssen Beispiel sein für die Welt

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„Kopf oder Herz am Beispiel des Themas Umwelt“, BA-Leserforum vom Mittwoch, 27. Januar

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Der Autor des Leserbriefs beansprucht, vernünftig zu denken und normalen Menschenverstand zu benutzen. Von meiner Art des Denkens gesehen ist sein Denkstil blind gegenüber den Gefahren des Klimawandels.

Der Leserbriefschreiber ist gut darin, Widersprüchlichkeiten der zurzeit bestehenden Energieversorgung und ihrer gesetzlichen Regelungen zu benennen. Er bemüht sich, Zahlen und Berechnungen anzugeben, um damit sein vernünftiges Denken zu belegen. So erwähnt er den geringen Anteil an CO2 in der Luft und dass der menschengemachte Anteil daran auch wiederum nur in einem geringen Prozentanteil bestehe. Den entscheidenden Punkt, dass dieser geringe Prozentanteil Klimaveränderungen mit verheerenden Folgen bewirkt – den lässt er unerwähnt.

Hört sich vernünftig an ...

Dann fügt er an, dass der Anteil Deutschlands an diesem menschengemachten CO2-Anteil nur zwei Prozent betrage und allein deswegen schon Milliarden „verpulvert“ worden seien – hört sich sehr mathematisch und vernünftig an. Was er nicht erwähnt: Den meisten menschengemachten CO2-Anteil haben die Industrieländer in den vergangenen Jahrzehnten produziert. Sie haben ihren Wohlstand darauf aufgebaut, den wir (nicht alle, aber viele von uns) ganz selbstverständlich genießen.

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Und die Menschen in der übrigen Welt wollen auch in Wohlstand leben und machen darum vieles den alten Industrieländern nach. Deshalb ist es so nötig, dass die alten Industrieländer vormachen, wie man Wohlstand haben und klimaneutral leben und wirtschaften kann.

Vormachen nicht deshalb, weil wir uns einbilden, etwas Besonderes zu sein, sondern weil wir reich genug sind, diese Umstellung vornehmen zu können. Es geht nicht um diese zwei Prozent allein, sondern darum, wie wir den Umstellungsprozess hin zu einem klimaneutralen Leben und Wirtschaften beispielhaft bei uns und dadurch einflussnehmend auch in der ganzen Welt voranbringen können.

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Otto Merkel

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Bensheim