Verkehr Haltestellen-Umbau kommt die Bürger teuer zu stehen

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Wann wird endlich damit aufgehört, die letzten noch vorhandenen Haltebuchten für Busse auf die Straße zu verlegen? Als vor zirka 50 Jahren diese Haltebuchten gebaut wurden, haben sich die dafür Verantwortlichen bestimmt etwas dabei gedacht,.um den Verkehr flüssiger zu erhalten. Hessen Mobil hat inzwischen den Spieß umgedreht, mit der Begründung, die Verlegung der Bushaltestellen auf die Straße wäre beabsichtigt, um den Verkehr zu beruhigen. Ich halte das für eine Ausrede. £s ist eine Schande, wie von unseren Politikern mit unseren Steuergeldern umgegangen wird. Jede Verlegung einer Haltebucht auf die Straße kostet die Steuerzahler zirka 75 000 Euro, weil nach Gesetzeslage alle vorhandenen Haltestellen behindertengerecht und barrierefrei auf die Straße verlegt werden.sollen, was auch schon in mehreren Gemeinden und Städten umgesetzt wurde. Allein der Umbau des Busbahnhofs in Bensheim und der noch vorhandenen Haltestellen auf der B 47 gegenüber, würden die Steuerzahler mindestens 750 000 Euro kosten. Was haben sich unsere Politiker nur dabei gedacht? Glaubt wirklich jemand, dass ein Gehbehinderter den Bus nutzt, wenn er 500 Meter oder mehr zur nächsten Bushaltestelle laufen muss, um nach Bensheim zu fahren, um anschließend mit Rollator, Rollstuhl oder mit Stöcken bis nach Auerbach ins Ärztezentrum zu laufen? Oder mit dem Taxi an die nächste Bushaltestelle zu fahren, um zu warten, bis der nächste Bus fährt, um nach Hause zu kommen? Dort ist der Parkplatz mit zirka 150 Plätzen täglich voll belegt, um Angehörige mit dem Auto nach dem Arztbesuch nach Hause zu fahren. Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich seit ein paar Jahren nach einer missglückten Operation mit Gleichgewichtsstörungen belastet bin. Genauso findet man auf keinem Autobahn-Parkplatz oder Raststätte in ganz Deutschland für Busse eine Möglichkeit zum behindertengerechten oder barrierefreien Ein- und Aussteigen. Nach langer Diskussion um den Erhalt der vorhandenen Haltebuchten in Gadernheim, hat sich die Gemeinde Lautertal mit Hessen Mobil darauf geeinigt, dass eine Haltebucht erhalten bleiben soll. Nachdem die Haltestelle auf die Straße verlegt worden ist, frage ich mich, wie das funktionieren soll.

Es fehlt ein Übergang

Laut der Gemeinde und Hessen Mobil soll die Haltebucht behindertengerecht und barrierefrei ausgebaut sein. Es fehlt aber ein behindertengerechter, mit Ampel gesicherter Übergang über die Straße. Daran sieht man, wie wenig Gedanken sich die Straßenplaner gemacht haben. Hätte man statt in Wurzelbach diese unnötige Ampel aufzubauen, in Gadernheim eine weitere eingeplant, wäre dies sinnvoller gewesen und hätte seinen Zweck bestimmt besser erfüllt. Vor zirka einem Jahr hat der Ortsbeirat von Reichenbach, ein Zebrastreifen am Aldi-Markt in Reichenbach vorgeschlagen, damit man beim Einkauf die Straße gefahrloser überqueren kann. Der Bürgermeister hatte sich beim Ortstermin einen Fachmann von Hessen Mobil dazu genommen, weil er auf der sicheren Seite sein wollte. Doch der machte ihm einen Strich durch die Rechnung, mit der Aussage, dass nach seiner Meinung dort ein Zebrastreifen nicht möglich sei. Seitdem hat man von diesem Thema nichts mehr gehört und alles ist bis heute im Sand verlaufen. Als ich vor ein paar Wochen mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister telefoniert habe, habe ich mit ihm auch darüber gesprochen, ob es nicht eine Möglichkeit geben würde, in Reichenbach einen Zebrastreifen auf die B47 aufzubringen. Meister sagte mir, der Bürgermeister solle mal Rücksprache mit den Zuständigen von Hessen Mobil halten, er sehe kein Problem darin, das in Kürze umzusetzen. Genauso sollten alle noch vorhandenen Haltebuchten bleiben, weil die Busse an jeder Haltestelle einen Rückstau verursachen und massenweise Kohlendioxid ausstoßen, was Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer Unterschrift unter das Klimaabkommen von Paris verhindern wollte. Da hat sich Deutschland verpflichtet, bis 2045 kein Kohlendioxid mehr in die Luft zu pusten. Ein glatter Widerspruch. Weltweit landen wir beim Kohlendioxid-Ausstoß je Kilowattstunde nur auf Platz 127 von 142 Ländern. Deutschland verfehlt bis 2027 alle Klimaziele, eine Folge verfehlter Energiepolitik.

Werner Degenhardt

Gadernheim

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