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Striethteich-Freisitz Dieser Umgang ist ein Hohn

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Zu: Verschönerungsverein muss Zuschuss zum Teil zurückzahlen, BA vom 10. September

Zunächst muss ich voranschicken, dass ich bis Samstag, 10. September 2022, Vorstandsmitglied des Verschönerungsvereins Elmshausen war und nach der Gemeindevertretersitzung mit sofortiger Wirkung von diesem Posten zurückgetreten bin. Ich schreibe hier also ausschließlich als Privatperson.

Bei der 50-Jahr-Feier der Gemeinde Lautertal wurde von vielen Redner ein hohes Lied auf das Ehrenamt und die Unverzichtbarkeit ehrenamtlicher Tätigkeit für das Gemeinwohl gesungen. Es ist nur als Hohn zu bezeichnen, wie die Kommunalpolitiker, ausdrücklich ausgenommen Bürgermeister Heun und Gemeindevertreter Frank Maus, mit dem Verschönerungsverein umgehen. Der Verein pflegt schon seit 50 Jahren Gemeindegelände (Striethteich, Rathaus, Radlettplatz) und spart damit der Gemeinde jährlich mehrere tausend Euro, da die Arbeiten ansonsten vom KMB-Bauhofservice übernommen und teuer bezahlt werden müssten. Da die alte Gerätehütte am Striethteich, in der die Geräte und Maschinen gelagert sind, die vom Verschönerungsverein für die Pflege der Gemeindegrundstücke angeschafft wurde, einsturzgefährdet ist, muss eine neue Gerätehütte gebaut werden. Dabei sollen ein Freisitz mit Blick auf den Teich (nutzbar von allen Bürgern, auch für Kindergarten und Schule als grünes Klassenzimmer) und eine kleine Teeküche entstehen. Der Bau soll zu je einem Drittel durch 1. EU und Landeszuschuss, 1. Gemeinde Lautertal und 3. Verschönerungsverein finanziert werden.

Die Gemeinde käme somit in Besitz einer Liegenschaft im Wert von etwa 130 000 Euro mit einem Finanzeinsatz von etwa 46 000 Euro. Und nun wollen die Gemeindevertreter von einem Verein, der der Gemeinde jährlich mehrerer tausend Euro spart, noch 11 500 Euro, damit der der Verein kostenlos für die Gemeinde arbeiten kann. Geht’s noch? Wer nur ein wenig rechnen kann, muss hier den Kopf schütteln. Andere Städte und Gemeinden ohne Kostenbeteiligung würden dem Verein eine solche Hütte zur Verfügung stellen.

Wenn es in der Gemeindevertretung nur ums Sparen ginge, könnte man darauf hinweisen (BA vom 10. September zur Bürgermeisterwahl), dass allein durch die Zusammenlegung von Bürgermeister- und Landtagswahl 14 000 Euro eingespart werden könnten (wurde von CDU und LBL abgelehnt). Auch die 280 000 Euro für die Gaststätten-Ruine am Felsenmeer wurden einfach durchgewunken, auch wenn keiner sagen kann, für welchen Zweck dieses Gelände gekauft wird. Es kann also nicht am Geld liegen.

Somit kann es sich bei der Rückforderung nur um ein taktisches Scharmützel vor der Bürgermeisterwahl handeln. Dazu passt die schmollende SPD-Fraktion, die sich geschlossen bei der Abstimmung enthalten hat. Meines Wissens sollte die Gemeindevertretung zum Wohle der Gemeinde und nicht zum Wohle ihrer Partien abstimmen.

Ich für meinen Teil habe aus diesem Geschehen meine Konsequenz gezogen und werde meine Tätigkeit als „ehrenamtlicher Gemeindearbeiter“ vorerst aussetzen. Außer durch den Leserbrief von Willi Kammer kam aus der Bevölkerung leider keine Rückmeldung.

Vielleicht wachen die Nutzer des Naherholungsgebiets Striethteich auf, wenn die Anlagen nicht mehr gepflegt, der Hundekot nicht beseitigt, die öffentlichen Toiletten nicht mehr gereinigt und die Wege nicht mehr von Ästen und Laub befreit werden.

Ich kann nur dazu aufrufen: „Macht euren Gemeindevertretern Druck“, unterstützt den Verein in der Öffentlichkeit oder lebt damit, dass es irgendwann keine gepflegten Anlagen mehr gibt.

Manfred Pöschl

Elmshausen

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