Kfz-Handel - Mannheimer Betrieb kann nach Insolvenz in Eigenregie weitermachen / Augsburger Avag-Holding führt Geschäft weiter Autohaus Zschernitz übernommen

Von 
Till Börner
Lesedauer: 
Der Standort von Auto Zschernitz in Mannheim. © blüthner

Mannheim. Das Mannheimer Autohaus Zschernitz wechselt seinen Besitzer und trägt ab sofort einen leicht veränderten Namen. Im Dezember hatte das Autohaus, das neben seinem Standort in Mannheim auch in Ettlingen, Karlsruhe und Landau vertreten war, einen Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Karlsruhe gestellt und eine Sanierung in Eigenregie eingeleitet.

AdUnit urban-intext1

Nun teilte die Avag Holding aus Augsburg mit, dass sie das Unternehmen „integriert“ habe und der Betrieb fortgesetzt werde. Der Standort Mannheim trägt ab sofort den Namen Automobile Zschernitz und wird unabhängig von den anderen weitergeführt. Ein Unternehmenssprecher erklärte auf Nachfrage dieser Redaktion, dass von den 142 Beschäftigten 130 übernommen wurden. Bei den anderen zwölf seien sozialverträgliche Lösungen gefunden worden. Wie viele von den 30 Beschäftigten in Mannheim übernommen wurden, konnte er nicht sagen. In einer Avag-Pressemitteilung heißt es, dass „die Kunden weiterhin von bekannten Gesichtern betreut“ würden. Des Weiteren teilt das Unternehmen mit: „Am Standort Mannheim werden künftig die Marken Opel und DS Automobiles als Vertrags- und Servicepartner sowie Renault und Dacia als Servicepartner vertrieben.“Die Avag Holding ist an 57 Handelsbetrieben an 180 Standorten in Europa beteiligt.

Verkäufe auf Tiefpunkt

Über die Gründe, warum das Autohaus Zschernitz einen Antrag auf Insolvenz gestellt hatte, sprach der scheidende Geschäftsführer Stefan Zschernitz Ende Januar mit den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (BNN). Demnach sei das Unternehmen für den zukünftigen Automobilhandel zu klein, der Markt werde zunehmend durch große Handelsgruppen bestimmt. Ein weiterer Grund seien die Auswirkungen der Coronakrise gewesen, hieß es in dem Bericht.

Dass sich die Autoverkäufe in Deutschland auf einem Tiefpunkt befinden, gab das in Duisburg ansässige Car-Institut am Montag bekannt. So wurden im Januar rund 170 000 Neuwagen zugelassen – ein Rückgang um 31,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dass zu Jahresbeginn die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent abgehoben wurde, mache es den Autoverkäufern nicht einfacher, so Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer.

AdUnit urban-intext2

Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, fordert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) vom Bund-Länder-Gipfel am 10. Februar eine Perspektive für die Wiedereröffnung des Autohandels. Der ZDK argumentiert, dass die Häuser großflächige Verkaufsräume haben und dank Terminvergaben wenig Kunden gleichzeitig anwesend sind. „Der Automobilhandel braucht dringend das Frühjahrsgeschäft, sonst drohen Pleiten im Kfz-Gewerbe“, so ein ZDK-Sprecher. (mit dpa)

Volontariat