Industrie - Unternehmen bezieht Hallen- und Bürofläche für Antriebstechnik / Service-Werkstatt und Prüffläche geplant / Projektentwickler Aurelis treibt Gewerbepark voran

ABB zieht ins Mannheimer Turbinenwerk ein

Von 
Alexander Jungert
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Blick auf das ehemalige GE-Gelände im Stadtteil Käfertal. © Aurelis

Mannheim. Das Elektrotechnik-Unternehmen ABB wird spätestens im dritten Quartal 2022 mit einigen Abteilungen in das Mannheimer Turbinenwerk ziehen. Im Gewerbepark würden rund 2700 Quadratmeter Hallen- und 200 Quadratmeter Bürofläche gemietet, teilt der Projektentwickler Aurelis mit.

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„Für unsere Beschäftigten aus der Service-Werkstatt, der Produktion und dem Prüffeld waren wir noch auf der Suche nach geeigneten Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft“, sagt Volker Lindenau, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Antriebstechnik, laut Mitteilung. „Das Turbinenwerk ist fußläufig entfernt und deshalb optimal geeignet.“ ABB wird dort künftig elektrische Antriebsgeräte, -module und -schränke montieren, reparieren oder in einem Labor prüfen.

Das Gelände des ehemaligen Turbinenwerks von General Electric (GE) an der B 38 umfasst mehrere Gebäude und Hallen auf rund 17 Hektar, das sind ungefähr 24 Fußballfelder. Aurelis plant, das Areal zu einem Gewerbepark zu entwickeln. Dazu werden die Bestandsgebäude modernisiert und nach Mieterwünschen ausgebaut.

Verzicht auf Vorkaufsrecht

Aurelis mit Sitz in Eschborn (Hessen) hat das Gelände von GE vor mehr als zwei Jahren für 28 Millionen Euro gekauft. Die Stadt Mannheim verzichtete auf ihr Vorkaufsrecht, will dafür bei künftigen Mietern aber ein Wort mitreden. Mehrere Unternehmen wie das Bauhaus Service Center Deutschland oder der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg haben sich bereits für den Standort entschieden.

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Das traditionsreiche Turbinenwerk wurde Ende 2017 dichtgemacht. GE ist nach mehreren Sparprogrammen und einem massiven Jobabbau geschrumpft. Das Unternehmen ist mittlerweile selbst Mieter auf dem Areal, etwa 250 Beschäftigte sind übriggeblieben.

Gegenüber vom Turbinenwerk entsteht bei ABB gerade ein Neubau, in den die Mitarbeitenden der operativen Einheiten – insbesondere der Antriebstechnik und Prozessautomation –, des Forschungszentrums und der Dienstleistungsbereiche einziehen werden. Das Unternehmen legt die Standorte Mannheim und Ladenburg zusammen, um effizienter zu sein, Kosten zu sparen und wettbewerbsfähiger zu werden. Mitarbeiter eines Geschäftsbereichs sollen nicht mehr über einzelne Standorte verteilt sein. In Mannheim sitzt die deutsche Landesgesellschaft des Schweizer Elektrotechnik-Konzerns.

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Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.