HeidelbergCement - Konzern verbindet Bonus-Zahlungen und Vorstandsgehälter mit dem Erreichen von internen Klimazielen / Ergebnis 2020 besser als erwartet Mehr Gehalt nur bei weniger CO2-Ausstoß

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Bettina Eschbacher
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Dominik von Achten ist seit rund einem Jahr HeidelbergCement-Chef. © hDCement

Heidelberg. Der Baustoffhersteller HeidelbergCement geht bei der Bezahlung seiner Spitzenmanager und Beschäftigten neue Wege: Ab sofort werden die variablen Vergütungsanteile und Boni-Zahlungen mit dem Erreichen der internen Klimaziele verknüpft. „Die volle Erreichung der variablen Vergütung wird zukünftig nur dann gegeben sein, wenn sowohl die finanziellen Ziele als auch das Nachhaltigkeitsziel erfüllt werden“, sagte Vorstandschef Dominik von Achten laut einer Mitteilung.

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Die Regelung gilt bereits seit dem Geschäftsjahr 2021 für alle Mitglieder des Vorstands sowie für jeden bonusberechtigten Mitarbeitenden weltweit. Die Zementbranche zählt zu den größten CO2-Verursachern in der Industrie. HeidelbergCement hat ein Pogramm aufgelegt, um den Kohlendioxid-Ausstoß mehr und mehr zu reduzieren. Nur wenn diese Reduktionsziele erreicht sind, wird also der volle Bonus ausgezahlt.

Das betrifft auch die Vorstandsgehälter. Die bestehen in der Regel aus einem fixen Grundgehalt und einem variablen Anteil, dessen Höhe meist von bestimmten Rendite-Vorgaben abhängt. Dass es bei dem neuen Vergütungssystem von HeidelbergCement nun nicht mehr nur um das Erreichen von finanziellen Vorgaben, sondern auch um Klimaziele geht, ist daher eine ganz neue Komponente.

Von Achten will damit unterstreichen, wie ernst der Konzern das Thema Nachhaltigkeit nimmt. HeidelbergCement hat mehrere Pilotprojekte in Europa aufgelegt, zum Beispiel um zu testen, wie sich CO2 im Produktionsprozess abscheiden und speichern lässt. Nun geht es darum, die Versuchsanlagen auf einen industriellen Maßstab auszuweiten.

Gut in das Jahr gestartet

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Durch das Corona-Jahr 2020 ist der größte deutsche Zementhersteller besser gekommen als erwartet – vor allem dank eines rigiden Sparprogramms. „Mit dem Programm konnte der Konzern die Kosten um 1,3 Milliarden Euro drücken und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant“, heißt es in der Mitteilung zu den vorläufigen Zahlen für 2020.

So legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 3,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zu. Der Umsatz schrumpfte hingegen um knapp sieben Prozent auf 17,6 Milliarden Euro. Angaben zum Konzernergebnis macht der Baustoffhersteller am 18. März, dann wird die komplette Bilanz für das vergangene Jahr veröffentlicht.

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Für 2021 geht HeidelbergCement davon aus, dass sich die Nachfrage in vielen Märkten positiv entwickeln wird. „Wir sind gut in das Jahr 2021 gestartet“, sagte von Achten. Durch staatliche Infrastrukturprogramme dürfte es Rückenwind geben, beispielsweise in den USA, Australien, Indien und Italien. Auch für den Bereich privater Wohnungsbau gibt er sich zuversichtlich. Die Entwicklung im Büro- und Gewerbebau müsse man dagegen abwarten.

Redaktion Bettina Eschbacher ist die Koordinatorin Wirtschaft und Wirtschaftsredakteurin.