Air France gerettet

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Ralf Loweg
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mid Groß-Gerau - Die französische Fluggesellschaft Air France hat in der Corona-Krise einen Milliarden-Verlust gemacht. Jetzt muss der Staat helfen. © pixabay.com

Ohne staatliche Hilfe droht vielen Airlines in der Corona-Krise eine Bruchlandung. Jetzt hat die EU-Kommission grünes Licht für die Rettung der französische Fluggesellschaft Air France unter Auflagen genehmigt.

Frankreich werde bis zu vier Milliarden Euro zur Stärkung des Eigenkapitals beisteuern und dem angeschlagenen Unternehmen helfen, die finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen, erklärte die für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Im Gegenzug muss die Fluggesellschaft bis zu 18 Start- und Landerechte pro Tag am Pariser Flughafen Orly abgeben. Damit könnten Wettbewerber ihre Angebote dort ausbauen, erklärte Vestager. Das sichere "faire Preise" und "eine größere Auswahl für die europäischen Verbraucher".

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire teilte mit, die EU habe damit eine höhere Staatsbeteiligung gebilligt. Der Anteil an der Holdinggesellschaft Air-France-KLM kann demnach von derzeit 14,3 Prozent auf knapp 30 Prozent steigen. Dabei werden drei Milliarden Euro, die Air France 2020 als Darlehen vom Staat bekommen hat, nun in Eigenkapital der Holdinggesellschaft umgewandelt.

Air France hatte 2020 einen Verlust von 7,1 Milliarden Euro gemacht. Im ersten Quartal 2021 häufte die Airline zusammen mit ihrem Partnerunternehmen KLM ein Minus von 1,3 Milliarden Euro an. Konzernchef Benjamin Smith erklärte, die staatliche Finanzhilfe sorge für "größere Stabilität, um loszulegen, wenn der Aufschwung beginnt".

Wie bei der ebenfalls vom Staat unterstützten Lufthansa gilt für Air France ab sofort ein Verbot der Zahlung von Dividenden und Beschränkungen bei der Übernahme von Wettbewerbern.

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