Royals - An diesem Donnerstag wäre der Anfang April verstorbene Prinzgemahl Philip 100 Jahre alt geworden

Die Leere an der Seite der Queen

Von 
Benedikt von Imhoff
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Die Queen hat zu Ehren des 100. Geburtstags ihres erst kürzlich gestorbenen Ehemanns Prinz Philip eine nach ihm benannte Rose pflanzen lassen. © Steve Parsons

Windsor. Es sind oft kleine Dinge, mit denen Queen Elizabeth II. Signale setzt. Kürzlich war es eine Brosche, die beim Besuch des nach ihr benannten Flugzeugträgers an ihrem roten Mantel steckte. Prinz Philip, jahrelang Mitglied der britischen Marine, hat sie ihr geschenkt. Seit dem Tod ihres Ehemanns am 9. April ist die Queen alleine. 62 Tage später, an diesem Donnerstag, wäre der Herzog von Edinburgh, wie Philip genannt wird, 100 Jahre alt geworden. Für Palastkenner ist klar, was die Brosche zeigen soll: Er ist immer an meiner Seite.

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„Es ist mit tiefer Trauer, dass Ihre Majestät die Königin den Tod ihres geliebten Gatten, Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, bekannt gibt. Seine Königliche Hoheit ist diesen Morgen friedlich auf Schloss Windsor eingeschlafen.“ Es sind zwei Sätze, mit denen der Palast am 9. April über den Tod des Queen-Gemahls informiert. Was folgt, ist geradezu beispiellos in der jüngeren Geschichte der Royals. Tagelang verbreitet der Palast über seine Social-Media-Kanäle zahlreiche Bilder des Königspaares aus den 73 Jahren seiner Ehe, einige zuvor unveröffentlicht.

Offiziell spielte Philip keine zentrale Rolle, als Royal Consort stand er im Schatten seiner Ehefrau. Doch zeugen die Fotos vom großen Einfluss des Prinzgemahls. Vier Kinder hatte das Paar: Thronfolger Charles, Anne, Andrew und Edward. Stärke und Stütze der Queen sei Philip gewesen, sagt Premierminister Boris Johnson und preist ihn als „Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt“. Es ist ein Bild, das sich durch alle Berichte zieht – und von der Family selbst bestätigt wird. Von einer „großen Leere in ihrem Leben“ berichtet Sohn Prinz Andrew.

Keine Anzeichen von Schwäche

Wie aber kann eine solche Lücke gefüllt werden? Zwar nahm Philip in den letzten Jahren kaum noch an Terminen teil, von denen er seit seiner Heirat 1947 rund 22 000 wahrgenommen haben soll. Doch im Palast galt er als ihr wichtigster Berater, vor allem bei Ärger in der Familie – und davon gab es stets reichlich.

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„Wir, ihre Familie und diejenigen, die ihr nahe stehen, versammeln sich um sie, um sicherzustellen, dass wir für sie da sind“, kündigte Andrew an. Aus dem Palast hieß es, bei offiziellen Terminen werde stets ein ranghoher Royal die Queen begleiten. Doch sucht man manchmal vergebens: Den Flugzeugträger im Hafen von Portsmouth besichtigte die Königin alleine, zeigte ein Lächeln.

Helfen sollten der Queen neue Haustiere. Zwei Hunde hat Prinz Andrew seiner tierliebenden Mutter angeblich geschenkt, als Philip wochenlang wegen Herzproblemen im Krankenhaus lag. Jahrzehntelang hatte die Queen Corgis gezüchtet, walisische Hütehunde, aber vor wenigen Jahren damit aufgehört. Doch nur einen Monat nach dem Herzog starb auch eines der Tiere, wie Medien zu berichten wussten.

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Es muss ein neuer Schlag gewesen sein für die Monarchin, wie Royals-Expertin Penny Junor dem „Telegraph“ sagte. Die Queen sei an sich eine sehr scheue Persönlichkeit, im jungen Alter ins öffentliche Schlaglicht gerückt. „Bei ihren Hunden kann sie ganz sie selbst sein, sicher im Wissen, dass sie sie lieben als diejenige, die sie ist und nicht, weil sie ist, was sie ist.“

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Doch nach außen: kein Anzeichen der Schwäche. Bewundernd bemerkten Medien nach Philips Beisetzung, dass sie allein die Kirche verlassen habe. Es ist das Rezept der „stiff upper lip“ – „auf die Zähne beißen“ und Durchhaltevermögen beweisen. „Der Job ist nicht etwas, das man einfach aufgeben kann“, sagte Sohn Prinz Edward. „Es geht einfach immer weiter.“

Große Feiern zum Thronjubiläum

Dass sich die Queen nicht beirren lassen will, zeigen die Termine: Am 12. Juni findet die Geburtstagsparade „Trooping the Colour“ statt, wegen der Pandemie wie im Vorjahr im kleineren Rahmen. An ihrer Seite wird dann Cousin Prinz Edward sein. Einen Tag später empfängt die Queen US-Präsident Joe Biden. Und auch das große Jubiläum wird bereits vorbereitet: Zum 70. Jubiläum ihrer Thronbesteigung sind vier Tage Programm geplant, ein Sonderurlaubstag für die Bevölkerung inklusive. Wie sang einst Queen, die Rockband? „Show must go on“ – die Show geht weiter.