Ski alpin - Bundestrainer facht Konkurrenzkampf vor dem WM-Start an / Deutsches Team um Rückkehrer Thomas Dreßen hat Außenseiterchancen Mit dem Messer zwischen den Zähnen

Von 
dpa
Lesedauer: 
Die Abfahrtspiste in Cortina d’Ampezzo dürfte Thomas Dreßen entgegen kommen. Wie fit ist das deutsche Ski-Ass nach seiner Hüft-OP im November aber schon? © dpa

Cortina d’Ampezzo. Deutschlands Ski-Asse waren schon vor der Anreise nach Cortina d’Ampezzo in WM-Stimmung. Noch ehe die motivierten Abfahrer um den blitzschnell genesenen Thomas Dreßen vom Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen in das Schneechaos in den Dolomiten übersiedelten, formulierte Routinier Romed Baumann die Marschrichtung für die anstehende Speed-Woche in Italien. Bei dem Großevent unter Corona-Bedingungen, das am Montag mit dem Kombinationsrennen der Frauen beginnt, geht es um alles oder nichts. „Da fährt jeder mit dem Messer zwischen den Zähnen.“

AdUnit urban-intext1

Zwölf Athletinnen und Athleten nominierte der Deutsche Skiverband (DSV) für den Saisonhöhepunkt in Cortina, die Hälfte davon sind Speed-Spezialisten und damit die Hoffnungsträger für Teil eins der Titelkämpfe im Olympia-Ort von 1956. Dass neben Dreßen vier weitere Schnellfahrer im Kader stehen, soll ein Erfolgsfaktor für die Außenseiter-Truppe sein. „Ich bin gar nicht so unglücklich, wenn wir fünf haben und nur vier fahren dürfen“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier über die teaminterne Konkurrenz und verglich: „Nur die hungrigen Wölfe jagen auch wirklich gut.“

Bei der WM-Generalprobe in Garmisch war dieser Hunger höchstens zu erahnen. Nach einer verpatzten Abfahrt sorgten Baumann als Zehnter und Andreas Sander auf Rang 13 des Super-G vom Samstag immerhin noch für einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss des Heim-Wochenendes. Der junge Simon Jocher rutschte dank eines starken 18. Platzes noch in das WM-Team, das von Dominik Schwaiger als Fünftem komplettiert wird. Insgesamt sind drei WM-Debütanten im DSV-Kader dabei; als deutlich erfahrenster Rennfahrer steht Baumann vor seiner achten WM.

Der Fokus liegt auf Dreßen und dessen erstaunlichem Comeback-Plan. Nach einer Hüft-OP im November, der Rückkehr auf Skiern im Januar und nur sechs Trainingstagen bestritt der Kitzbühel-Champion ein Training und einen Vorlauf in Garmisch. Und auch wenn die Zeiten noch nicht top waren – die Konkurrenz hat den Ausnahmeathleten auf dem Schirm. „Mit ihm muss man immer rechnen“, sagte der Schweizer Beat Feuz. Der Garmischer Abfahrtssieger Dominik Paris aus Südtirol wertet die kurze Strecke in den Dolomiten als einfach, von Gleitpassagen geprägt – und damit prädestiniert für Dreßen: „Es geht geradeaus, und da ist es immer schwierig mitzuhalten mit dem Tom.“

Weidle muss warten

AdUnit urban-intext2

Bevor der 27-Jährige ins Training für die Abfahrt startet, sind andere am Zug. Kira Weidle wollte am Montag in der Kombination den Anfang machen – doch eine kurzfristige Planänderung machte ihr am Sonntag einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollte die Starnbergerin zum Super-G als erstem Teil der Kombi antreten, um den Hang für den eigentlichen Super-G am Dienstag zu testen. Wegen der schlechten Wetterprognose wurden die Disziplinen aber getauscht, so dass es mit dem Slalom (11 Uhr) losgeht und erst danach (14.30 Uhr/jeweils ARD) der Super-G dran kommt. dpa