Leichtathletik - Hürdensprinterin der MTG Mannheim holt Titel bei der Hallen-DM in Dortmund Lobe mit Rückenwind ins Olympia-Jahr

Von 
Christian Rotter
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Dortmund. Zwei DM-Titel in knapp acht Monaten – es läuft für Ricarda Lobe. Nachdem sich die Hürdensprinterin bereits im Juni bei den nationalen Titelkämpfen im Fußball-Stadion von Eintracht Braunschweig die Krone aufgesetzt hatte, machte die 26-Jährige von der MTG Mannheim am Samstag in Dortmund unter dem Hallendach das Double perfekt. „Dieser Erfolg hat für mich einen hohen Stellenwert. Ich wollte den Titel, den ich im Sommer draußen gewonnen hatte, jetzt auch in der Halle holen“, sagte Lobe.

Hürdensprint-Asse aus Mannheim: Yannick Spissinger (v.l.) holte bei der Hallen-DM Bronze, Ricarda Lobe gewann den Titel, Robin Ganter wurde Sechster. © MTG
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Aus MTG-Sicht war die Goldmedaille von Lobe der Höhepunkt des Wochenendes. „Wir sind ja nur mit einem kleinen Team angereist und sind mit der Bilanz zufrieden“, sagte Leistungssportchef Rüdiger Harksen. „Nach einer Woche Regeneration werden wir uns voll und ganz auf die Freiluft-Saison konzentrieren.“

Positive Erkenntnisse überwiegen

Die Hallen-EM in Polen Anfang März hätte Lobe gerne mitgenommen, dass sie die 8,10-Sekunden-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbands um vier Hundertstel verpasste, war kein Beinbruch. „Wir haben gesehen, dass ich in den vergangenen Wochen einen Leistungssprung gemacht habe, das nehmen wir mit in den Sommer“, nahm sie lieber die positiven Erkenntnisse mit in die Olympia-Saison.

In Dortmund war Lobes Vorlauf flüssiger als das Finale. In der Vorschlussrunde seigerte sie ihre Saisonbestzeit auf 8,14 Sekunden, die 8,19 im Endlauf reichten knapp zu Gold vor Louisa Grauvogel (TSV Bayer 04 Leverkusen/8,21) und Monika Zapalska (LC Paderborn/8,23). „Das war eher ein Kampf“, sagte Harksen. „Bei Meisterschaften zählt allerdings nur der Titel.“

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Lobes Disziplinkollege Yannick Spissinger zeigte, dass mit ihm künftig auf nationaler Ebene zu rechnen ist. In 7,87 sec rannte er über 60 Meter Hürden hinter Erik Balnuweit (TV Wattenscheid/7,70) und Georg Fleischhauer (Eintracht Frankfurt (7,77) zu Bronze. Auf dem starken sechsten Platz kam der erst 19-jährige Robin Ganter mit neuer persönlicher Bestzeit (8,08) ins Ziel. „Beide haben ihre Sache toll gemacht“, betonte Harksen, der in sein Lob auch Dreispringer Felix Mairhofer einbezog, dem als Vierter mit 15,49 m gerade einmal neun Zentimeter zur Medaille fehlten.

Eine herbe Enttäuschung mussten die 400-Meter-Läuferinnen der MTG verkraften. Nadine Gonska (54,09 sec) und Hannah Mergenthaler (54,42) verpassten die Qualifikation fürs Finale. „Das war eine Enttäuschung, ganz klar. Da müssen wir ehrlich sein“, konstatierte Harksen, der – nicht als Entschuldigung, sondern Erklärung – anfügte: „Nadine ist eine Vollzeit-Grundschullehrerin, die gerade in der Corona-Pandemie am Anschlag arbeiten musste. Und die 400 Meter sind eine trainingsintensive Strecke, das schlägt dann doppelt zu Buche.“

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