Beachvolleyball - Borger/Sude verzichten auf Katar-Start Ärger über zweierlei Maß

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dpa/red
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Berlin. Nach monatelanger Corona-Pause kehrt die internationale Beachvolleyball-Spitze in den Sand zurück. Das Welttour-Turnier vom 8. bis 12. März in Katar aber spaltet die Szene. Wegen der aus ihrer Sicht nicht akzeptablen Kleidervorschriften verzichtet das deutsche Duo Karla Borger und Julia Sude auf einen Start beim mit 300 000 Dollar dotierten Vier-Sterne-Event. Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe festgelegt, dass Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen starten sollen statt wie sonst üblich im „Sport-Bikini“.

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„Wir wollen das nicht mittragen“, begründeten Borger und Sude im „Spiegel“ ihren Start-Verzicht. „Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können“, sagte Sude. Beachvolleyball sei „verdammt anstrengend“, meinte die gebürtige Heppenheimerin Borger: „Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze nur am Triefen.“

Auf ihrem Weg zum Olympiasieg 2016 schlugen die Hamburgerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst auch das Duo Doaa Elghobashy und Nada Meawad. Die Ägypterinnen traten in der Hitze von Rio de Janeiro in Langarm-Shirts und langen Hosen an. „Bei der Leichtathletik-WM 2019 sind die Sprinterinnen auch in ihrer normalen Arbeitskleidung zu ihrem Job angetreten“, erinnerte die Gießenerin Sude im Hessischen Rundfunk an die Titelkämpfe. Auf Nachfrage habe es geheißen, dass es damals eine Sondergenehmigung des Königshauses gab.

Der Deutsche Volleyball-Verband respektiert die Entscheidung der Weltrangliste-16. Borger/Sude, die das Olympia-Ticket fast schon sicher haben. Vier andere deutsche Damen-Teams stehen auf der Meldeliste des Katar-Turniers, darunter Olympiasiegerin Ludwig mit ihrer aktuellen Partnerin Margareta Kozuch. dpa/red