Handball - Mit der MT Melsungen kann der Bundesligist am Sonntag einen direkten Konkurrenten um die Plätze in der European League entscheidend distanzieren

Blick der Löwen geht nur noch nach hinten

Von 
Thorsten Hof
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Im Hinspiel konnten die Löwen noch feiern. Nach einer intensiven Partie gewannen die Badener am 1. April in Kassel bei der MT Melsungen mit 26:25. © Hoffmann

Mannheim. Für die Rhein-Neckar Löwen geht es in dieser verkorksten Saison bekanntermaßen nur noch um Schadensbegrenzung. Fünf Spieltage vor dem Saisonende gibt es für den Tabellenvierten der Handball-Bundesliga deshalb lediglich ein letztes Ziel: die Qualifikation für die European League. Dafür reicht in diesem Jahr Platz fünf. Damit auf der Zielgeraden nicht noch mehr verrutscht als ohnehin schon daneben gegangen ist, können die Löwen am Sonntag (16 Uhr, SAP Arena) einen großen Schritt machen. Zu Gast ist dann die um fünf Punkte schlechter platzierte MT Melsungen (6.), die in Mannheim ihre letzte Chance wahrnehmen will, nochmals in den Kampf um die internationalen Plätze einzugreifen.

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Auch Löwen-Trainer Klaus Gärtner ist bewusst, was die Stunde geschlagen hat. „Wir wissen um die Bedeutung dieses Spiels“, sagt Gärtner. „Wenn wir es schaffen, diese Partie zu gewinnen, können wir uns Melsungen und ein paar Probleme vom Hals schaffen“, weiß der Coach, dass einer der Mitkonkurrenten damit entscheidend distanziert wäre.

Zwar ist selbst Platz drei mit drei Zählern Rückstand noch in Reichweite, doch nach zuletzt 1:9 Punkten in der Liga bleibt Trainer Gärtner realistisch. „Unser Blick geht eher nach hinten. Wir brauchen noch drei Siege, um nicht mehr überholt werden zu können. In diese Situation haben wir uns selbst gebracht – und deshalb müssen wir da auch gemeinsam wieder raus“, hofft der 45-Jährige, dass sein Team die „guten Trainingseindrücke“ nun endlich auch mal auf die Platte bringt.

Im Kronauer Trainingszentrum hat sich zudem bei den Feldspielern die Lage nun auch etwas entspannt. Kapitän Uwe Gensheimer ist mittlerweile wieder voll einsatzfähig, und auch Kreisläufer Jesper Nielsen ist zurück im Mannschaftstraining. Mit Rechtsaußen Patrick Groetzki rechnen die Löwen dagegen frühestens am nächsten Mittwoch beim Bergischen HC.

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Sorgen auf der Torwartposition

Die Lichtblicke werden allerdings mit Blick auf die Situation bei den Torhütern mächtig eingetrübt. So stehen neben Rekonvaleszent Mikael Appelgren auch hinter den routinierten Schlussleuten Andreas Palicka und Nikolas Katsigiannis wegen muskulärer Probleme dicke Fragezeichen. Im schlimmsten Fall müssten die Löwen mit dem Duo David Späth/Mats Grupe (Jahrgänge 2002/2003) antreten, da der etatmäßige vierte Mann Niklas Gierse ebenfalls verletzt ist. „Das sind natürlich hochtalentierte Jungs – aber gegen ein Klasse-Team wie Melsungen ist das noch einmal eine andere Nummer“, verweist Gärtner auf die Problematik, die sich auch auf die vergangenen Trainingstage ausgewirkt hat. „Wenn das so kommen sollte, wird natürlich viel von unserer Abwehrleistung abhängen“, macht der Löwen-Coach deutlich, wo die Schwerpunkte in den Übungseinheiten lagen. Nach zuletzt im Schnitt je 30 Gegentreffern in den letzten vier Liga-Spielen ohnehin ein wunder Punkt in der Löwen-Statistik.

Was die Laune ein wenig hebt, ist immerhin die Rückkehr von zunächst 250 Fans am Sonntag. „Wir sind um jeden froh, der da ist“, begrüßt Gärtner den ersten Öffnungsschritt – und nicht nur aus symbolischen Gründen. „Vielleicht hilft uns das ja auch, wenn es etwas emotionaler wird.“ Und für die emotionale Note ist in den Partien gegen die Nordhessen eigentlich immer gesorgt.

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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.

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