Fußball - Eintracht Frankfurt setzt mit dem souveränen 3:1-Erfolg bei der TSG Hoffenheim ihren Höhenflug fort Nächstes Ausrufezeichen

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Jürgen Berger
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Eintracht-Ass Filip Kostic (links), hier beim Jubel mit André Silva, glänzte mit einem Tor und zwei Vorlagen. © dpa

Sinsheim. Nach dem 3:1 (1:0)-Sieg bei der TSG Hoffenheim gratulierten sich die Frankfurter Spieler gegenseitig zum nächsten Coup. Es wurde viel gelacht. Auch Sebastian Rode hatte ein breites Grinsen im Gesicht, obwohl dem Mittelfeld-Ass diesmal nur die Joker-Rolle geblieben war. „Wenn die Mannschaft erfolgreich ist, steckt man gerne zurück“, sagte der aus Seeheim-Jugenheim stammende Routinier. „Der gute Teamgeist zeichnet uns aus. Wir haben ein ungemeines Selbstvertrauen und behalten auch nach Rückschlägen die Ruhe.“

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Durch den sechsten Dreier in diesem Jahr kletterte die Eintracht auf Platz vier und untermauerte ihre Ambitionen in der Fußball-Bundesliga. „Wir wollen international spielen. Die Eintracht war noch nie in der Champions League – das ist natürlich ein Traum“, erklärte Abwehrchef Martin Hinteregger. Adi Hütter unterstützte dieses selbstbewusste Denken. „Ich werde die Euphorie nicht bremsen, es sind aber noch 14 Spiele“, betonte der Trainer und ergänzte: „Das war ein cleverer Auftritt und verdienter Sieg, der mit Blick auf die Tabelle sehr wichtig war. Wir sind aktuell eine sehr gute Mannschaft.“

Hütter spielt einfach gerne gegen Hoffenheim. Alle seine Duelle mit den Kraichgauern als Eintracht-Trainer hat der Österreicher gewonnen. Sechs an der Zahl sind es nun seit diesem Sonntag. Sein Team präsentierte sich in der Sinsheimer Arena einmal mehr bärenstark. Der Ball lief im ersten Abschnitt nahezu perfekt durch die eigenen Reihen. Amin Younes tanzte seine Gegenspieler immer wieder aus. Der Mittelfeld-Mann war es auch, der den Frankfurter Führungstreffer in der 15. Minute mit einem gekonnten Pass auf Kostic einleitete. Der Serbe zündete den Turbo und hatte danach freie Bahn auf den Hoffenheimer Kasten. Diese Gelegenheit zu seinem zweiten Saisontor ließ er sich nicht nehmen. Eiskalt vollstreckte das Offensiv-Ass, und TSG-Torhüter Oliver Baumann trat fluchend gegen den Pfosten.

Die Heimelf lief dem Ball hinterher, zog in den Zweikämpfen zu oft den Kürzeren – vor allem aber fehlten im Mittelfeld die zündenden Ideen. Die Eintracht agierte dagegen aufgrund ihrer Erfolgsserie (neun Partien ohne Niederlage) entsprechend selbstbewusst und dominierte das Geschehen. Kontrolle war der Plan, ganz klar. Allerdings übertrieben es die Hessen teilweise mit ihren Pass-Stafetten. Der Kostic-Treffer blieb in der ersten Hälfte die einzig nennenswerte Möglichkeit.

Kurzer Aufschwung durch Bebou

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Mehr Druck musste her – auf beiden Seiten, doch hauptsächlich bei Hoffenheim natürlich. Trainer Sebastian Hoeneß handelte und nahm überraschend Christoph Baumgartner und den Ex-Frankfurter Mijat Gacinovic zur Halbzeit aus der Partie. Dafür kamen Pavel Kaderabek und Ihlas Bebou. Es war der richtige Schachzug. Nach einem tollen Solo vollstreckte Bebou schnell zum Ausgleich in der 47. Minute. In der 52. Minute hätte Ishak Belfodil sogar erhöhen können, doch sein Schuss ging um Zentimeter vorbei. Glück für das Hütter-Team.

Die Kraichgauer agierten nun sicherer, wollten unbedingt den zweiten Heimsieg in Serie einfahren – während die Eintracht ins Grübeln geriet. Aber nur ganz kurz, dann übernahm Kostic wieder die Kontrolle. In der 62. Minute zirkelte der Serbe den Ball per Freistoß punktgenau auf den Kopf von Evan Ndicka, der zum 2:1 einköpfte. Eineinhalb Minuten später legte Kostic für André Silva auf, der ebenfalls per Kopf auf 3:1 erhöhte. „Die Leistungsexplosion von Filip ist beeindruckend. Er spielt auf sehr hohem Niveau“, lobte Hütter seinen entscheidenden Mann, der mit einem Tor und zwei Vorlagen glänzte. Die TSG streckte danach die Waffen, der Kopfball von Kramaric in der 68. Minute blieb eines der wenigen Widerstandssignale. Es ging einfach nicht mehr gegen die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. In der 82. Minute verhinderte Oliver Baumann mit einer Glanzparade gegen Silva einen weiteren Gegentreffer.

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„Wir haben das Spiel innerhalb von einer Minute abgeschenkt. Die Gegentore fallen zu einfach. Das war der entscheidende Faktor und ist extrem ärgerlich“, haderte Hoeneß. „Unsere Situation hat sich nicht verändert. Wir müssen punkten und dürfen uns aktuell nicht mit Spitzenmannschaften wie Frankfurt vergleichen.“ Stürmer Bebou ergänzte: „Mein Tor hat uns einen kurzen Schub gegeben. Frankfurt hat dann leider seine Chancen besser genutzt.“

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