HSG Bensheim/Auerbach - 30-jährige Holländerin verlängert ihren Vertrag bis 2024 – und will dann in Bensheim ihre Handballkarriere beenden Van Gulik bleibt bei Flames bis zur „Rente“

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red
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Sarah van Gulik und die Flames, das passt. Geschäftsführer Michael Geil freut sich über die Vertragsverlängerung. © Flames

Bensheim. Bei der HSG Bensheim/Auerbach ist eine wichtige Personalentscheidung für die sportliche Zukunft in der Frauenhandball-Bundesliga gefallen: Spielmacherin und Rückraumspielerin Sarah van Gulik hat ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Flames um drei Jahre bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Damit setzt der Verein weiterhin auf Kontinuität, auf allen Seiten herrschte verständlicherweise Freude nach der Vertragsunterzeichnung.

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Der 30-jährigen Holländerin Sarah van Gulik, die mit den Flames aktuell auf dem guten siebten Tabellenplatz in der Bundesliga steht, gefällt es gut an der Bergstraße, sie ist hier längst heimisch geworden: „Ich fühle mich wohl in Bensheim, sportlich und sozial. Die Bergstraße ist mein Zuhause. Sportlich haben wir mit den Flames schon vieles erreicht und haben noch einiges vor. Ich freue mich sehr, meine Karriere als Handballspielerin bei den Flames in drei Jahren zu beenden.“ Die Entscheidung hatte sich bereits angedeutet, als van Gulik kürzlich in dieser Zeitung angesichts ihrer Vorstellung als Kandidatin für den Titel Bensheimer „Sportlerin des Jahrzehnts“ sagte: „Viele Verträge werde ich nicht mehr machen.“

Auf Umwegen an die Bergstraße

Sie war zur Saison 2016/17 vom Bundesligisten HSG Bad Wildungen zum damaligen Zweitligisten an die Bergstraße gewechselt und feierte zusammen mit der Mannschaft unter Trainerin Heike Ahlgrimm gleich den Gewinn der Meisterschaft und den Aufstieg in die Erste Bundesliga feiern. In der Aufstiegssaison wurde sie außerdem als „Spielerin des Jahres“ in der 2. Bundesliga ausgezeichnet.

Sarah van Gulik wurde am 19. Februar 1990 in Zoetermeer (Niederland) geboren. Ihre Handball-Karriere begann sie bei Gemini Zoetermeer. Als Jugendliche wechselte sie zu Omni SV Hellas Den Haag, wo sie von 2006 bis 2012 in der niederländischen Ehrendivision spielte. Ende Januar 2012 wechselte die Rückraumspielerin von Den Haag in die 1. Bundesliga zum SVG Celle, der damals eine Verstärkung im Abstiegskampf suchte. Celle konnte den Abstieg nicht verhindern und Sarah van Gulik wechselte in die 1. dänische Liga zu Aalborg DH. Nach deren Insolvenz 2013 folgte ihr Wechsel zur HSG Bad Wildungen, bevor es sie 2016 an die Bergstraße zog und dort sesshaft wurde.

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Während ihrer Zeit bei den Flames hat sie ihr Studium für soziale Arbeit in Darmstadt erfolgreich abgeschlossen und ist seit Mitte 2018 im Familienzentrum Bensheim als Erzieherin in der Bewegungs-Kita Hollerbusch tätig. Ihr handballerisches Können gibt sie seit vielen Jahren als Trainerin im Nachwuchsbereich weiter. Sie leitete die Ballschule und coacht die weibliche E1- sowie die D2-Jugend der HSG, deren Spiel- und Trainingsbetrieb durch die Corona-Pandemie derzeit ruht.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm ist froh, weitere drei Jahre mit Sarah van Gulik zusammenarbeiten zu dürfen. „Sarah ist die älteste und erfahrenste Spielerin in meiner Mannschaft. Sie hat noch mal einen langfristigen Vertrag unterschrieben und wird dann hier ihre Karriere beenden. Bisher spielt sie eine richtig gute Saison und bildet mit Lisa Friedberger ein richtig gutes Duo auf der Rückraummitte. Die beiden sind die dienstältesten Spielerinnen der Flames und ergänzen sich optimal. Dadurch haben wir viele Optionen und ein variables Angriffsspiel“, hält die Trainerin sportlich und menschlich viel von ihrer Leistungsträgerin: „Sarah ist sehr emotional und gibt in jedem Training alles. Dadurch ist sie eine Spielerin, die man sich als Trainer wünscht. Ich arbeite jetzt die fünfte Saison mit ihr zusammen. Sie hatte damals den Schritt von der Ersten Liga zurück in die Zweite Liga gemacht, um den Weg mit uns zu gehen. Jetzt spielt sie die vierte Saison mit uns in der Ersten Liga und irgendwann schließt sich der Kreis mit dem Karriereende.“

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Geschäftsführer Michael Geil sieht den langfristigen Verbleib von Sarah van Gulik als gutes Signal: „Sarah hat in ihren fünf Jahren bei uns sehr viel zur Weiterentwicklung des Handballs an der Bergstraße und zur Etablierung der Flames in der Ersten Liga beigetragen. Sie ist ein Vorbild an Einsatz und Disziplin und ein wichtiges Gesicht der Flames in der Region – auch außerhalb des Spielfeldes. Mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft wird sie weiterhin eine wichtige Rolle in unserem jungen Team haben.“ red