Handball - Frauen-Bundesligist HSG Bensheim/Auerbach bietet jungen Spielerinnen nicht nur auf dem Spielfeld gute Perspektiven Talente kommen gerne zu den Flames

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Bensheim. Michael Geil war ein wenig überrascht vom klaren 37:24-Heimsieg der HSG Bensheim/Auerbach gegen den 1. FSV Mainz 05. „So deutlich hatte ich es nicht erwartet“, blickte der Flames-Geschäftsführer zurück auf die Partie am Samstag in der Weststadthalle. Das ungleiche Duell zum Rückrundenauftakt der Handball-Bundesliga der Frauen war für Geil eine Blaupause für das Flames-Spiel. „Eine gute Abwehr und hohes Tempo sind unsere Basis, im Positionsspiel sind wir noch nicht so weit.“

Isabell Hurst legt sich am Kreis mächtig ins Zeug; beim 37:24-Heimsieg gegen Mainz erzielte die junge Flames-Kreisläuferin sieben Tore. © Müller
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In der ersten Halbzeit (23:16) überrannte die HSG den Gegner mit ihren schnellen Angriffen, die Mainzerinnen hatten dieser Geschwindigkeit nichts entgegenzusetzen. Im zweiten Abschnitt bauten die Flames eine Mauer am eigenen Kreis auf und ließen bis zum Abpfiff nur acht weitere Mainzer Treffer zu. Dass das Gäste-Team von Coach Florian Bauer, von 2014 bis 2016 Trainer bei der HSG, derart unterlegen war, habe auch an einem Kräfteverschleiß der Mainzer durch die „englische Woche“ gelegen. „Ich habe nach dem Spiel mit Flo gesprochen, seine Mannschaft war kaputt. Wir haben die Belastungen besser weggesteckt,“ erklärte Geil (Bild: Fippel).

Mit 16:12 Punkten nach 14 absolvierten Begegnungen (die Nachholspiele aus der Hinserie am Samstag gegen Frisch Auf Göppingen und Mitte Februar gegen Borussia Dortmund stehen noch aus) sieht er die Flames auf Kurs. Gegen die Neckarsulmer Sport-Union und die HSG Bad Wildungen habe man zwei nicht eingeplante Niederlagen kassiert, dafür aber gegen Bayer Leverkusen und den Thüringer HC zwei überraschende Erfolge eingefahren. „Also: alles in Ordnung.“

Die Zielvorgabe für diese Saison macht Geil eher an der Anzahl der Punkte als an der Platzierung fest. 30 Zähler hält er für möglich. „Ob wir dann Achter oder Elfter werden, spielt keine große Rolle, im Mittelfeld der Liga geht es sehr eng zu.“

„Trumpf“ Heike Ahlgrimm

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Die sehr solide sportliche Performance eines in einem familiären Umfeld eingebundenen, inzwischen etablierten Bundesligisten erleichtert den Flames die Kaderplanung. „Wir haben einen guten Ruf. Wir zahlen zwar keine Spitzengehälter, aber wir zahlen zuverlässig und helfen bei der Jobvermittlung.“ Dass die HSG jungen Handballerinen eine Plattform bietet, sich auf der Bundesliga-Bühne zu zeigen, macht den Verein vor allem attraktiv für Talente. „Die jungen Spielerinnen bekommen bei uns Einsatzzeiten, die sie bei den großen Clubs nicht bekommen.“

Und die Flames haben einen weiteren „Trumpf“ (so Geil): Trainerin Heike Ahlgrimm. „Wir wissen, was wir an Heike haben, deswegen haben wir ihren Vertrag langfristig verlängert.“ Die 45-Jährige ist seit 2016 für das Bensheimer Bundesliga-Team verantwortlich, ihr neuer Kontrakt geht bis Juni 2024.

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An der HSG-Mannschaft für ’21/22 arbeiten die Verantwortlichen momentan, die Verhandlungen mit den Spielerinnen laufen. Mit den Akteurinnen, mit denen aufgrund der jeweiligen Vertragssituation Gespräche fällig war, habe man sich bereits zusammengesetzt. Die Größe des Kaders, dem aktuell 15 Spielerinnen angehören, werde voraussichtlich beibehalten. Die personellen Änderungen dürften laut Geil überschaubar bleiben.

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Sicher ist, dass Torhüterin Jessica Kockler die HSG nach vier Jahren im Sommer verlassen wird. Mit einer Nachfolgerin für die Kapitänin befinde man sich in „weit fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen.“

Die finanziellen Einbußen wegen der Corona-Pandemie – in erste Linie verursacht durch die fehlenden Zuschauereinnahmen – scheinen für die HSG Bensheim/Auerbach beherrschbar. Sollte die Runde ohne Publikum beendet werden müssen, würden der HSG insgesamt 20 Prozent im Etat fehlen. „Wir haben einen Weg gefunden, um diese 20 Prozent kompensieren zu können.“

In diesem Zusammenhang unterstreicht Michael Geil „die große Solidarität“ der Sponsoren. Die Flames hätten wegen der Corona-bedingten Einschränkungen nicht alle mit den Sponsoren vereinbarten Leistungen erbringen können; einiges habe man durch virtuelle Formate ersetzen können. Virtuell durchgeführt werden soll auch das zu diesem Zeitpunkt der Saison übliche Flames-Community-Treffen; die Planungen dazu laufen. eh