Fußball - Die SG Lautern und der SV Schönberg können dagegen in der D-Liga-Gruppe 1 nicht mehr in den Aufstiegskampf eingreifen SV Schwanheim im Titelrennen

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rs
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Bensheim/Lautern. Spannend verspricht die Rest-Rückrunde in der Fußball-Kreisliga D, Gruppe 1, zu werden. Gute Aufstiegschancen haben neben Tabellenführer SV Schwanheim (52:19 Tore/32 Punkte) auch der SV Kirschhausen II (2./32 Punkte) und der FC Sportfreunde Heppenheim II (3./30). Dagegen sind die SG Lautern (6./25:20 Tore/20 Punkte) und der SV Schönberg (9./32:18/18) eher dem Mittelfeld zuzuordnen. Hier der Wintercheck“ mit den Trainern des SV Schwanheim (Holger Taube), der SG Lautern (Martin Mößinger) und des SV Schönberg (Jürgen Krusche).

Der SV Schwanheim (vorn Jonas Kunzelmann beim Torschuss) will auch im neuen Jahr in der Kreisliga D angreifen am Ende ganz vorn stehen. © Strieder

Was ist bisher gut gelaufen?

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Holger Taube ist rundum zufrieden. „Vieles hat sich bei uns gut entwickelt, sonst würden wir ja nicht so weit oben stehen. Meine Mannschaft ist bislang ohne Fehl und Tadel aufgetreten – sowohl charakterlich wie sportlich. Jeder arbeitet für jeden“, ist er voll des Lobs. Schwanheim ist mit 16 Punkten bestes Heim- und mit ebenfalls 16 Punkten drittbestes Auswärtsteam. Zusammen mit dem ebenfalls 52 Mal erfolgreichen FC Starkenburgia Heppenheim II stellt man zudem den treffsichersten Angriff.

Für die SG Lautern wäre sicher ein besseres Abschneiden drin gewesen. Ganz unzufrieden ist Martin Mößinger dennoch nicht: „Die Runde ist bisher ganz gut gelaufen, was einige Ergebnisse zeigen. Auch im Training haben die Jungs mitgezogen.“ Mit 16 Punkten ist die SGL das zweitbeste Auswärtsteam hinter dem SV Kirschhausen (17).

Jürgen Krusche freut sich, „dass meine neuformierte Mannschaft trotz des Abgangs von sechs wichtigen Spielern so gut zusammengefunden hat.“ Der SV Schönberg erwischte einen Superstart mit Siegen gegen den TSV Elmshausen II (6:0) und den SV Mittershsausen (4:1), ehe es mit dem 2:4 beim SSV Reichenbach II die erste Niederlage gab. Mit nur 18 Gegentoren in zwölf Spielen verfügt der SV Schönberg über die beste Abwehr des Klassements und ist zweitbeste Heimmannschaft mit 16 Punkten.

Was ist bisher eher schlecht gelaufen?

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Der Schwanheimer Trainer hat kaum Grund zum Klagen – bis auf eine Ausnahme. „Gegen den TSV Hambach haben wir schon 4:1 geführt, um uns dann nur zu einem 4:4 zu kommen. Das war ärgerlich, das waren zwei verschenkte Punkte“, so Taube.

„Wir haben einige Punkte leichtfertig vergeben. Meine Jungs waren nicht immer voll und ganz bei der Sache. Es ist nicht gelungen, die Konzentration über 90 Minuten hochzuhalten“, hat Martin Mößinger die Schwächen klar erkannt.

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Jürgen Krusche ist mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht ganz zufrieden: „Ich habe das Gefühl, dass meine Mannschaft ihr Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Spielerisch kann sie noch mehr herausholen. Wir haben noch viele Punkte verschenkt.“

Welche Spieler haben besonders überzeugt?

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„Da will ich keinen Spieler besonders nennen, da meine Mannschaft insgesamt erfolgreich war“, stellt Holger Taube fest. Immerhin stellt Schwanheim mit Holger Pisarski den besten Torschützen (25) der Gruppe. Es folgen Jonas Kunzelmann (6) und Marc Strauch (5).

Martin Mößinger will eigentlich keinen Spieler besonders hervorheben, um die gute Gesamtleistung seiner Schützlinge nicht zu schmälern, kommt aber an einem nicht vorbei. „Markus Rothenhäuser wechselte im Sommer vom TSV Hambach zu uns und wurde – aus der Not geboren – zum Stürmer umfunktioniert. Jetzt hat er schon fünf Tore geschossen“, freut sich der SGL-Spielertrainer. Nur Robin Perez Adler war mit sieben Treffern erfolgreicher.

Schönbergs Trainer nennt an erster Stelle Manuel Martin, „der sich positiv entwickelt hat“. Als besonders wertvoll erwies sich auch der zehnfache Torschütze Domenik Keiz.

Was war die beste, was die schlechteste Saisonvorstellung?

Für Holger Taube war der 7:0-Heimerfolg gegen Starkenburgia Heppenheim II die eindrucksvollste Performance seiner Schützlinge. In ganz schlechter Erinnerung hat der 44-Jährige das 2:3 beim gleichen Gegner, das die einzige Niederlage in der laufenden Runde bedeutet.

Nach Martin Mößingers Ansicht war der 1:0-Heimsieg gegen Starkenburgia Heppenheim II die bislang beste Saisonvorstellung. Aber auch die Siege beim SSV Reichenbach II (4:0) und TSV Reichenbach II (3:1) konnten sich sehen lassen. Nicht gerne denkt der Lauterner Coach an die 3:4-Niederlage beim SC Rodau II.

Noch immer kann Jürgen Krusche nicht nachvollziehen, dass seine Mannschaft beim TSV Reichenbach II (nach 3:0-Führung) und TSV Hambach II (nach 4:1) jeweils nur zu einem 4:4-Unentschieden kam: „So etwas darf einfach nicht passieren.“ Als beste Saisonvorstellung bezeichnet der Schönberger Coach die 0:1-Heimniederlage gegen den SV Schwanheim: „Da haben wir durch einen dummen Abwehrfehler unglücklich verloren.“

Gab es während der Winterpause personelle Veränderungen?

Nein. Der mittlerweile zur SG Lautern abgewanderte Kevin Schneller hatte in der Vorrunde nicht zum Kader des SV Schwanheim gezählt.

Als herben Verlust bezeichnet Martin Mößinger den Abgang von Leistungsträger und Co-Trainer Marco Degenhardt zur TSV Auerbach. Dafür schloss sich Florian Moritz (vom TSV Reichenbach) wieder der SG Lautern an. Kevin Schneller kam vom SV Schwanheim.

Beim SV Schönberg ist kein Spieler neu dazu gekommen, verlassen hat den Verein auch niemand.

Was ist im weiteren Saisonverlauf noch drin?

Einiges, wenn der SV Schwanheim seine Leistungen konstant fortführt. „Unser Ziel ist es nach wie vor, am Ende ganz vorne zu stehen“, legt Holger Taube eine gehörige Portion Ehrgeiz an den Tag.

Die SG Lautern ist so etwas wie die „Wundertüte“ der D-Liga. „Wir müssen abwarten, wo die Reise hingeht. Nach oben ist genauso etwas drin wie nach unten. Allerdings fehlt uns mit Marco Degenhardt in Zukunft ein ganz wichtiger Spieler“, vermag Martin Mößinger das Abschneiden in den verbleibenden elf Spielen schwer einzuschätzen. Entscheidend könnte sein, dass die SGL noch neun Heim- und nur noch zwei Auswärtsspiele zu bestreiten hat.

„Wir wollen gut in die verbleibende Rückrunde einsteigen. Allerdings wartet da ein schweres Auftaktprogramm auf uns“, sagt Jürgen Krusche mit Blick auf das Heimspiel gegen den SSV Reichenbach II (8.3.) sowie die drei Auswärtsspiele in Folge beim SV Kirschhausen II, St. Heppenheim II und dem SC Rodau II. Ein einstelliger Tabellenlatz, wie in der Zielsetzung formuliert, sollte schon herausspringen.

Machen die Trainer in der nächsten Saison weiter?

Dass Holger Taube auch in der Saison 2020/21 beim SV Schwanheim bleibt, war bereits bei seiner Verpflichtung im Frühjahr 2019 fixiert worden. Die Verantwortlichen sind mit seiner Arbeit zufrieden.

Mit Martin Mößinger verschwindet einer der dienstältesten Trainer aus der Bergsträßer Fußballszene. „Nach zehnjähriger Tätigkeit bei der SG Lautern höre ich zum Saisonende in erster Linie aus beruflichen Gründen auf. Vielleicht kommt dadurch ein frischer Wind in Verein und Mannschaft“, kündigt Mößinger seinen Abschied an.

„Ich werde mein Traineramt nach dieser Saison wahrscheinlich zur Verfügung stellen. Den Vorstand habe ich darüber informiert“, bestätigte Jürgen Krusche, dass seine fünfte Saison beim SV Schönberg wohl auch seine letzte ist. rs