Fechten - U15-Mannschaft holt bei den Hessenmeisterschaften in Bensheim überraschend die Bronzemedaille / Boom trotz Problemen mit den Hallen SSG-Quartett in bestechender Form

Von 
red
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Überraschungs-Dritte bei der U15-Jugend wurden (v.l.) Lilian Henrich, Kira Scholz, Luisa Filbert und Jana Meyer. Rechts auf der Planche: SSG-U11-Fechter Haomeng Zhang (li.). © Fey/Neu

Bensheim. In Bensheim wurden am Wochenende die Klingen gekreuzt: Mehr als 200 Athleten beteiligten sich an den hessischen Jugendmeisterschaften im Degenfechten. Ausrichter SSG Bensheim war in jeder Hinsicht zufrieden, schließlich verzeichnete sie eine überraschende Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb, zudem sorgten viele einheimische Athleten, darunter neue Gesichter bei ihrem ersten Turniereinsatz, für Heimspiel-Atmosphäre in der AKG-Halle am Weiherhausstadion.

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Die weibliche U15-Mannschaft der Gastgeber wuchs mit dem Heimvorteil über sich hinaus. Ohne große Ambitionen gestartet, gab es für Kira Scholz, Jana Meyer, Luisa Filbert und Lilian Henrich Punkt im Halbfinale gegen den FC Offenbach die einzige Niederlage. Groß war der Jubel in den SSG-Reihen, als Kira Scholz im entscheidenden abschließenden Kampf gegen den Wiesbadener FC mit bissigem Gegenangriff den 45. Treffer und damit den Bronzerang sicherte.

„Wir verzeichnen gerade großes Interesse am Fechten hier in Bensheim“, freut sich Trainer Bertram Fey über gleich sieben Neueinsteiger, die bei den „Hessischen“ ihr Debüt feierten. Dass die älteren Athleten auch zwischen ihren Gefechten an der Bahn bleiben und Wissen und Rat an die jüngeren weitergeben, sorgte dafür, dass die Einzelsportart Fechten für niemanden zu einem einsamen Kampf wurde.

Folgerichtig waren die Mannschafts-Wettkämpfe das emotionale Highlight: „Das ist etwas besonderes. Gegenseitig motivieren, die Gegner analysieren, viel miteinander reden“, fasst Phillip Pfeifer, Materialwart der SSG-Fechter, zusammen.

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14 Bahnen mussten dieses Mal in die AKG-Halle gezwängt werden, noch eine mehr als beim letzten Turnier 2018 am gleichen Ort. Bei über 800 Gefechten an zwei Tagen gab es Fechtsport satt und jede Menge wirklich sehenswerte Duelle, bei denen die fachkundigen Besucher auf ihre Kosten kamen.

Wiesemann im Einzel Siebter

Die SSG erhielt als Ausrichter viel Lob von allen Seiten – so blieb die in die Jahre gekommene AKG-Halle samt Wasserschaden der einzige Kritikpunkt. Bertram Fey weist gleichwohl auf ein weiteres Problem der SSG-Fechter hin: die schwierigen Verhältnisse in der Halle der Karl-Kübel-Schule, in der der Verein sein Training abhält. Deren seit Jahren rutschiger Boden bereitet immer wieder Schwierigkeiten, weil die Fechter bei ihrer Schnellkraft-Sportart mit vielen Richtungswechseln besonders aufpassen müssen.

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Bronze für die Mädchenmannschaft war der Höhepunkt für die SSG-Mannschaft, für die weitere große sportliche Erfolge diesmal ausblieben. Einige konnten sich dennoch im vorderen Feld festsetzen. Thorben Wiesemann fehlte etwas das Glück, sonst wäre mehr drin gewesen als der siebte Platz in der Altersklasse U15. Damit kann er immerhin bei einem weiteren Turnier im Mai sein Ticket für die Deutschen Meisterschaften absichern kann. Gleiches gilt für Kira Scholz, die in der U15 auf Platz 15 und in der U17 auf Platz 14 kam.

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Eine besondere Stimmung herrscht immer in den Mannschafts-Wettkämpfen. Neben Bronze in der U15 gab es hier für die SSG einen vierten Platz durch Philip Eberlein, Maurice Fasser und Morten Backs in der U13 und einen fünften Platz durch Jana Meyer, Kira Scholz und Luisa Filbert in der U17.

Im schwierigen Bronze-Kampf gegen den Wiesbadener FC mussten alle vier SSG-lerinnen über sich hinaus wachsen. Jana Meyer zeigte große Freude an giftigen Tempo-Gegenstößen. Luisa Filbert, auf ihrem ersten großen Turnier unterwegs, überraschte ihre Gegnerinnen mit unüblichen Strategien. Lilian Henrich als offensive Kraft im Team erwischte ihre Gegnerinnen immer wieder mit langen Ausfällen und plötzlichen Wiederaufnahmen. Als Kira Scholz im letzten Gefecht mit einer Reihe von bissigen Gegenangriffen zum Waffenarm keine Chance zum Aufholen mehr ließ und mit dem 45. Treffer die Bronze-Medaille sicherte, stand die Halle kopf und hinterließ das Gefühl: Hier bewegt sich was. red