Handball - Caroline Hettinger als Flames-Alleinunterhalterin am Kreis / Helen van Beurden trotz Verletzung ein starker Rückhalt „Spielerinnen des Tages“ mit Routine und Nerven

Von 
Helmut Seip
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Bensheim. Sie strahlte natürlich mit ihren jüngeren Mannschaftskameradinnen vor Glückseligkeit, doch eine Extra-Freude über die Auszeichnung zur „Spielerin des Tages“ ließ sich Caroline Hettinger nicht anmerken – und dies, obwohl sie reichlich Gratulationen für ihre tolle Leistung erhielt. Doch die 29-jährige Kreisläuferin, die gerade acht Treffer zum 37:33 (17:17)-Sieg des Frauenhandball-Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach gegen die Neckarsulmer Sport-Union beigesteuert hatte, blieb mit all ihrer Erfahrung in ihrer eigentlich im Mai 2019 abgeschlossenen Laufbahn cool.

Helen van Beurden war nach ihrer Einwechslung ein starker Rückhalt für die Flames und pushte ihre Mitspielerinnen immer wieder. © Neu
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„Da kommt mit dem Alter eine gewisse Routine rein“, wollte die im November reaktivierte Flames-Spielerin nichts von einer besonderen Herausforderung wissen. Nachdem sie durch die langwierige Verletzung von Dionne Visser in den HSG-Kader zurückgekehrt war (befristet bis zum Saisonende), fiel nun gegen Neckarsulm mit Isabell Hurst eine weitere Kreisläuferin aus. Diese war bereits im Spiel beim Thüringer HC sechs Tage zuvor auf die Schulter gefallen. „Nichts Schlimmes“, kommentierte Hurst die diagnostizierte Eckgelenksprellung. Sie müsse nun noch weitere eineinhalb Wochen eine Trainingspause einlegen, „dann sollte es wieder gehen, zumal es ja Gott sei dank nicht auf der Wurfarmseite passiert ist“.

Somit war Caroline Hettinger (kleines Bild: Fippel) also auf ihrer Position auf sich alleine gestellt, ackerte aber auch bei der Abwehrarbeit vorbildlich und erzielte zudem Gegenstoßtreffer. Die offensive NSU-Abwehrarbeit sei ihr dabei „als Kreisläuferin entgegengekommen.“

Neben dem Routinier zeichneten die Flames-Fans zudem noch Torfrau Helen van Beurden als „Spielerin des Tages“ aus, die sich auch trotz einer Behandlung am Rücken durch einen Physiotherapeuten in der Halbzeitpause („Da war etwas eingeklemmt, aber solche Sachen sind ja für uns Torhüterinnen nichts Außergewöhnliches“) nicht davon abhalten ließ, zu großer Form aufzulaufen und mit etlichen Paraden zu einem großen Rückhalt für ihre Mannschaft zu avancieren. Van Beurden zur zweiten Hälfte: „Da sind wir einfach besser als zu Spielbeginn reingekommen und alles hat besser geklappt.“

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Ein starkes Spiel vor allem im Abwehr-Mittelblock machte diesmal eine weitere Holländerin, doch Sarah van Gulik, die einige Gegenstöße mit gezielten Pässe einleitete und ihre geringeren Einsatzzeiten im Angriff zu drei Treffern nutzte, wollte nur die Teamleistung in den Vordergrund stellen, „denn die Hauptsache ist, dass wir als Mannschaft funktionieren“. Dies sei den Flames zunächst schwergefallen, „weil Neckarsulm sehr gut gespielt hat, aber wir konnten uns in der Abwehr und bei unserer Wurfquote steigern“, so van Gulik, die in der Startsieben den Vorzug gegenüber Ines Ivancok im Rückraum links erhalten hatte, was sie nicht besonders kommentieren wollte: „Ich bin immer froh, wenn ich spiele, aber letztlich entscheidet Heike als Trainerin, wer wann und wo zum Einsatz kommt.“

Und Heike Ahlgrimm fielen ersichtlich große Steine vom Herzen, dass ihre Mannschaft nach zwei Niederlagen hintereinander den Weg zurück in die Erfolgsspur fand, „denn vor allem nach dem letzten Heimspiel gegen Oldenburg hatten wir gegenüber unseren tollen Fans einiges gutzumachen“. Mit nunmehr 10:10 Punkten sollte der Abstiegskampf für Bensheim/Auerbach kein Thema mehr sein.

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Und das veranlasste Ahlgrimm, bei der Pressekonferenz ganz vom Liga-Alltag abzuweichen. Das nächste Flames-Heimspiel am 22. Januar (Mittwoch) um 20 Uhr gegen den deutschen Meister SG BBM Bietigheim interessiere sie „derzeit überhaupt nicht“, zumal davor auch noch die Aufgabe in Buxtehude (18. Januar) anstehe. „Aber nun gilt unsere ganze Konzentration erst einmal dem Pokalspiel in Metzingen, denn wir haben ein großes Ziel, die Teilnahme am Final Four.“

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Man darf also gespannt sein, ob die HSG am kommenden Freitag (10.) ab 20 Uhr beim Erstliga-Vierten TuS Metzingen (14:4 Punkte) für eine Überraschung im Viertelfinale sorgen kann. „Wir werden jedenfalls alles versuchen und dafür tun“, so Ahlgrimm. Das Pokal-Endturnier findet eine Woche nach dem letzten Bundesliga-Spieltag am 23./24. Mai in Stuttgart statt. Schon einmal, nämlich im Mai 2011, waren die Flames als Außenseiter bei einem Final Four dabei.

Redaktion