3. Fußball-Liga - Waldhof Mannheim besiegt MSV Duisburg 4:3 / Erst 2:0 geführt, dann 2:3 hinten gelegen Spektakel diesmal mit Happy End

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alex/mm
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Mannheim. Marcel Seegert musste sich selbst ermahnen, langsam zu sprechen. Die Adrenalinflut nach einem denkwürdigen Fußball-Spektakel war noch längst nicht wieder abgebaut, als der 25-jährige Innenverteidiger des SV Waldhof Mannheim berichten sollte, wie der 4:3 (2:2)-Erfolg gegen den MSV Duisburg zustande gekommen war. „Ich bin komplett überwältigt. Jeder ist fassungslos, was hier abgeht. Das ist einfach die geilste Mannschaft“, sagte der Mannheimer nach einer maximal unterhaltsamen Begegnung, nach der sein Team als Tabellenvierter zum Derby nach Kaiserslautern fährt.

Waldhofs Marcel Seegert (links) bejubelt mit Marco Schuster (Mitte) und Max Chris-tiansen seinen unglaublichen Treffer zum 4:3-Sieg für Mannheim. © Michael Ruffler
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„Es war ein Wahnsinnspiel. Man kann vor beiden Teams nur den Hut ziehen, was sie bei diesen Temperaturen gezeigt haben“, sagte Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht, der selbst einst beim Waldhof kickte: „Die Zuschauer haben alles geboten bekommen, vielleicht hätte es ein Unentschieden auch getan.“

2:0 führte der SVW gegen den Tabellenzweiten nach Treffern von Dorian Diring (18.) und einem 25-Meter-Traumdistanzschuss von Valmir Sulejmani (26.), als Waldhof-Torhüter Markus Scholz bei einem langen Duisburger Ball herauseilte, sich verschätzte und verletzt liegenblieb. Moritz Stoppelkamp traf zum 2:1 ins leere Tor (29.), Scholz musste mit Verdacht auf eine Meniskusverletzung ausgewechselt werden. Sein Stellvertreter Timo Königsmann war kaum auf dem Platz, da hatte Duisburg schon ausgeglichen: Vincent Vermeij köpfte zum 2:2 ein (34.), nach der Pause folgte sogar noch das 2:3 durch Yassin Ben Balla (59.).

„Die Situation mit Scholle und dem Gegentreffer war ein Schock für uns. Das mussten wir erst einmal verarbeiten“, sagte Waldhof-Trainer Bernhard Trares, dessen Team aber nach der Pause wieder in die Spur fand. Schiedsrichter Harm Osmers verordnete in der 68. Minute eine Trinkpause – und die tat den Mannheimern offenbar gut. „Ich habe mir gedacht: Noch einmal eine Viertelstunde alles geben, danach kannst du dich drei Tage in den Schatten legen“, sagte Seegert.

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Jan-Hendrik Marx flankte kurz danach präzise auf Valmir Sulejmani, der zum 3:3-Ausgleich traf (70.). Und eine lang ausgeführte Diring-Ecke brachte Max Christiansen zurück an den Fünfmeterraum, wo Seegert mit seinem Kopfball-Tor zum 4:3 für ein kleines Erdbeben im Carl-Benz-Stadion sorgte (75.). alex/mm