Triathlon - Der Einhäuser Jörg Huß bereitet sich seit gut einer Woche auf seinen WM-Start beim legendären Hawaii-Ironman vor / Bekanntschaft mit Quallen Sieben Stunden Schmerzen nach dem Schwimmen

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nico
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Gut gelaunt legte Jörg Huß einen Zwischenstopp beim Radtraining auf dem Highway ein. Der Einhäuser startet am Samstag bei der Ironman-WM auf Hawaii. © Huß

Kona/Einhausen. Am kommenden Samstag (13.) endet die Triathlon-Saison mit ihrem alljährlichen Höhepunkt, der Weltmeisterschaft über die Langdistanz, die traditionell in Kailua-Kona auf Hawaii ausgetragen wird. Bei diesem Wettbewerb, am besten als d e r „Ironman“ bekannt, müssen die Athleten 3,8 Kilometer im Meer Schwimmen, danach 180 Kilometer auf dem Rad fahren, ehe zum Abschluss noch ein Marathonlauf über 42,1 Kilometer ansteht. Wie wenn das nicht schon Anstrengung genug wäre, kommt für noch als zusätzliches „Bonbon“ das tropische Klima auf der pazifischen Insel dazu, so dass dieser Wettkampf zurecht als einer der schwersten über die Langdistanz gilt.

Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wird am Samstag (13.) ...

Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wird am Samstag (13.) vom ZDF übertragen; zunächst ab 18.30 Uhr (MESZ) im Livestream, sowie in der Nacht auf Samstag von 0 bis 3.45 Uhr (MESZ) im Fernsehen. Die schnellsten bei den
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Mit am Start am frühen Samstagmorgen (6.35 Uhr Ortszeit) ist der Einhäuser Triathlet Jörg Huß, der sich – wie berichtet – im Vorjahr einen Startplatz sicherte und sich nun seit gut einer Woche auf Kona befindet. Die Anreise für den Einhäuser Ausdauersportler verlief dabei ein wenig strapaziöser als geplant, da er den Anschlussflug in den USA verpasste und so erst nach ins-gesamt 17 Stunden Reisezeit hawaiianischen Boden unter den Füßen hatte.

Davon ließ sich der 39-Jährige stimmungsmäßig aber keineswegs negativ beeinflussen und stürzte sich in den letzten Tagen in eine gesunde Mischung aus Training und Sightseeing. So nutzte der Steuerberater, der auf seinem Trip von seinem Sohn Julian und seiner Lebensgefährtin Jenny begleitet wird, die trainingsfreie Zeit unter anderem zum Schnorcheln, einem Besuch des Vulcanao Nationalparks oder einem Helikopterrundflug über Inseln im Pazifischen Ozean.

Mit Premiere im Meer zufrieden

Doch auch mit den Wettkampfstätten machte er sich vertraut. Die Radstrecke wurde komplett abgefahren, aber nur mit dem Auto. Und die offizielle Schwimmstrecke nahm Huß beim „Ho´ala Swim“ persönlich (fast) unter Wettkampfbedingungen in Augenschein. Er beendete das 3,8 Meter lange Schwimmen in 1:05 Stunden, einer Zeit mit der er durchaus zufrieden war und mit der er am Samstag unter realen Wettkampfbedingungen gut leben könnte.

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Bekanntschaft macht Huß bei seinem ersten Schwimmen über die Langdistanz im offenen Wasser mit einer Qualle – und dies war eine sehr schmerzhafte Begegnung. „Nach gut einem Kilometer verspürte ich starke Schmerzen am rechten Arm. Das war wohl eine Qualle. Und ich war nicht der einzige Teilnehmer, der diese Viecher kennenlernen durfte. Auf Empfehlung habe ich die Wunde dann mit Essig versorgt. Der Schmerz hielt aber über sieben Stunden an. Darauf kann ich am Samstag gerne verzichten“, hofft der Einhäuser, von einer solchen, erneuten Begegnung verschont zu bleiben.

Auf dem Alii Drive, dem Zieleinlauf der Marathon-Laufstrecke, herrscht inzwischen ein reges Treiben. Die Aufbauarbeiten befinden sich im vollen Gange und die Sportler geben sich hier ein Stelldichein. „Das ist hier gerade ein Sehen und gesehen werden und jeden Tag werden es mehr Athleten, die sich mit den Wettkampfstätten vertraut machen“, weiß Jörg Huß zu berichten.

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Der Einhäuser musste aber auch selbst miterleben, wie schnell der Traum von der Teilnahme an der Ironman-WM vorbei sein kann: „Bei einer gemeinsamen Radausfahrt kam es zu einem Unfall und einer der Verunglückten aus unserer Gruppe brach sich dabei das Schlüsselbein. Für ihn ist das Rennen somit leider schon vor dem Start beendet.“

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In den Tagen vor dem Start hat Jörg Huß das Training deutlich runtergeschraubt. Nun gilt es beim sogenannten „Tapering“ die Form zu halten. Natürlich steht der Ausdauerathlet in Kontakt mit Freund und Trainer Stefan Eichheimer, der ihn wie bei fast allen Wettkämpfen aus der Heimat coacht und ihm weitere wichtige Tipps mit auf den Weg gibt, damit Jörg Huß am Samstagabend (Ortszeit) noch bei Tageslicht das Ziel auf dem Alii Drive als „Daylight Finisher“ passieren kann. nico