Fußball - Kreisoberligist hat sich von Toni Bozanovic getrennt / Giuliano Tondo übernimmt im Sommer, Co-Trainer Ricardo Bastias kann sofort einsteigen Neuer Trainer passt ins Konzept der TSV Auerbach

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Mit neuen Trainern will die TSV Auerbach in der neuen Saison in der Fußball-Kreis-oberliga angreifen: Argjent Gashi (li.) und Horst Dreher (re.) von der Sportlichen Lei-tung stellen Giuliano Tondo (2.v.r.) und dessen Co-Trainer Ricardo Bastias vor. © Lotz

Auerbach. Toni Bozanovic ist nicht mehr Trainer des Fußball-Kreisoberligisten TSV Auerbach. Der Verein und der seitherige Coach verständigten sich im Januar auf eine sofortige Beendigung der Zusammenarbeit. Ab Sommer übernimmt Giuliano Tondo (33), der aktuell den badischen Landesligisten Spvgg Ketsch betreut, das Traineramt bei den Rot-Weißen. Co-Trainer wird Ricardo Bastias (55).

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Das neue TSV-Duo war bereits in der Vergangenheit als Übungsleiter im Weiherhausstadion aktiv. Tondo im Jugend-, Bastias im Seniorenbereich des FC 07 Bensheim. Sollte die derzeit unterbrochene Spielzeit ’20/21 fortgesetzt werden, würde Bastias sofort bei den Auerbachern einsteigen. Unterstützt würde er in diesem Fall von den TSV-Spielern Marius Döll und Fabian Wolf, die beide eine Trainerlizenz besitzen.

Bozanovic ist enttäuscht

Bei einem ersten Vertragsgespräch zwischen der TSV und Bozanovic vor einigen Wochen teilte der Club dem 33-Jährigen mit, die Kooperation nach dieser Runde nicht fortsetzen zu wollen. „Enttäuschend“ und „nicht nachvollziehbar“, nennt Bozanovic diese Entscheidung mit Blick auf die sportlichen Fortschritte der Mannschaft. Unter seiner Regie hatte sich die TSV-Erste seit 2018 zu einem Spitzteam der Kreisoberliga mit Blickrichtung Gruppenliga entwickelt.

Man könne die Enttäuschung bei Bozanovic verstehen, sagt Bernd Lützkendorf, stellvertretender Leiter der TSV-Fußballabteilung. Es habe zwischen der Sportlichen Leitung und dem Coach „in ein, zwei Punkten keine hundertprozentige Übereinstimmung gegeben“, erläutert Lützkendorf die Gründe dafür, den Kontrakt mit dem Übungsleiter im Sommer auslaufen zu lassen.

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Der Verein sei zufrieden mit seiner Arbeit, habe sich aber dennoch entschieden, 2021/22 einen anderen Weg einzuschlagen. „Manchmal sind es Kleinigkeiten, die über eine weitere Zusammenarbeit entscheiden.“ Auf die Trennung mit sofortiger Wirkung einigten sich die TSV und Bozanovic schließlich vor kurzem – einvernehmlich, wie beiden Seiten betonen.

Sechs Junioren für die Erste

„Giuliano Tondo erfüllt genau unser Anforderungsprofil“, sagt Argjent Gashi von der Sportlichen Leitung der TSV zur Verpflichtung des neuen Trainers. Die Rot-Weißen wollen zukünftig bei der Kaderplanung für die Kreisoberliga-Mannschaft noch stärker auf den Nachwuchs setzen. „Jugend first“, beschreibt Gashi das Konzept, bei dem Talente aus dem Jugendförderverein Alsbach/Auerbach das personelle Fundament für die Senioren-Elf stellen sollen. „Wir wollen die Mannschaft um unsere jungen Spieler herum aufbauen, dafür ist Giuliano der richtige Mann.“

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Den JFV bilden derzeit der FC Alsbach und die TSV Auerbach, der Boden für den Beitritt des FC 07 Bensheim ist bereitet. Aus der derzeitigen U19 des JFV, die in der Verbandsliga auf Rang zwei steht, hat man sechs Akteure für den direkten Übergang in die Kreisoberliga im Blick, berichtet Gashi. Vier Kicker (Lorenz Terhart, Philipp Scharschmidt, Linus Dietzsch und Dylan Bayer) aus diesem Sextett hätten ihr Bleiben bereits zugesagt. Den jungen Spielern soll die nötige Zeit gegeben werden, sich zu entwickeln. „Wir setzen die Jungs nicht unter Druck und wollen sie behutsam heranführen.“

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Dabei rangiert die Integration der Talente in die erste Mannschaft vor Ergebnissen. Langfristig werde dieser Weg zu sportlichen Erfolgen führen. Gashi ist überzeugt, dass die TSV das Potenzial besitzt, um mit dieser Philosophie in Sachen Fußball die Nummer eins im Kreis zu werden.

Bei der TSV Auerbach trifft Giuliano Tondo auf einige Kicker, die er bereits früher unter seinen Fittichen hatte. Fabian Wolf, Simon Halbig, Abel Abdelkader und Vebi Ferati kennt der A-Lizenzinhaber aus seiner Zeit beim FC 07 Bensheim beziehungsweise bei der SG Hemsbach. Die U19 der Nullsiebener führte Tondo mit zwei Aufstiegen in die Hessenliga.

Priorität hat für ihn in Auerbach die Entwicklung von Talenten. „Das ist meine Aufgabe und mein Ziel. Im Idealfall kommt der sportliche Erfolg in Form eines Aufstiegs noch dazu.“ Der Job in Auerbach war für den Leiter der Scouting-Abteilung einer Beratungsfirma für Fußballspieler auch geografisch reizvoll: Aus familiären Gründen plant Tondo demnächst den Umzug von Ilvesheim an die Bergstraße. eh