Handball - Renato Ribic hat die Zwingenberger Landesliga-Frauen wieder in die Spur gebracht und hätte gern noch ein paar Plätze gutgemacht Mit neuem Trainer auf einem guten Weg

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Renato Ribic hat nach der überraschenden Übernahme des Traineramtes im Dezember die Zwingenberger Handballdamen schnell auf Kurs gebracht. © Neu

Zwingenberg. Die Hängepartie im Sport hat auch die Handballerinnen des TuS Zwingenberg erwischt: Das Landesliga-Team von Trainer Renato Ribic hat die wegen der Corona-Krise vorzeitig abgebrochene Saison als Siebter mit 18:18 Punkten beendet. Für den Übungsleiter bei weitem nicht das, was seine Mannschaft leisten kann. „Aber gerade jetzt, wo wir uns gefunden haben, wurde die Runde abgebrochen. Wir hätten noch ein paar Plätze nach oben klettern können“, ist der 49-Jährige überzeugt.

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Ribic übernahm im Dezember das Amt von Matthias Kremer, dem in den Monaten zuvor das Spielglück abhandengekommen war. „Es hat dann schon einige Zeit gebraucht, bis die Mannschaft meine Art des Handballspiels verstanden hatte“, erklärt Renato Ribic, der gerade den jüngsten 38:30-Erfolg beim Tabellendritten TV Bürgstadt als „herausragende Leistung“ angesehen hat: „Da hat sehr viel gepasst. Wir haben aus einer sehr guten Deckung viel Tempo gemacht und auch im gebundenen Angriff sehr gute Aktionen gezeigt. Das hat richtig Spaß gemacht. Schade, dass danach die Runde abgebrochen wurde.“

Von der Entscheidung des Hessischen Handball-Verbands erfuhr der Trainer auf dem Weg von seiner Arbeitsstelle in Mörfelden-Walldorf ins Training nach Zwingenberg: „Da kam eine E-Mail nach der anderen. Erst hieß es, wir spielen noch einmal und dann wird die Runde unterbrochen, dann kam die Meldung, die Saison ist sofort bis Ostern ausgesetzt und als ich dann in der Halle war, kam die Nachricht, dass die Runde vorbei ist und der jetzige Tabellenstand als Endstand zählt.“

Nun hat der erfahrene Trainer nach einer zweiwöchigen Pause begonnen, seinen Spielerinnen Hausaufgaben zu geben. Dreimal pro Woche sollen sie individuell an der Grundlagenausdauer und der Kraft arbeiten. „Wenn es irgendwann wieder losgeht, wollen wir nicht bei Null starten“, so der Coach, der überzeugt ist, dass sein Team gut arbeiten wird: „Das ist eine ganz klasse Mannschaft. So eine tolle Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen hatte ich bislang noch nie. Alle ziehen an einem Strang, die Trainingsbeteiligung ist gut und der Einsatz ebenso“, lobt Ribic.

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Dass die aktuelle Situation den Handball weit in den Hintergrund drängt, darüber ist sich der Familienvater, der zwei Söhne im Alter von 23 und zwei Jahren hat, bewusst: „Das wichtigste ist jetzt, dass alle gesund bleiben. Im Umfeld der Mannschaft gibt es zum Glück keine Probleme. Dennoch wird es auch nach der Krise und dem Stillstand nicht einfach werden, wieder zur Tagesordnung zurückzukehren“, so Ribic, der zukünftige Erfolge im Sport auch von mentalen Faktoren abhängig macht.

„Wer es nach einem Neustart als erstes schafft, den Hebel wieder umzulegen und auch Probleme, die die Krise gebracht hat, beiseite zu schieben, der wird auch den größten Erfolg haben“, ist er überzeugt. „Das wird von der Bundesliga bis in die B-Liga so sein. Kaum jemand wird ganz unbeschadet bleiben“, denkt er nicht nur an Krankheiten, sondern auch an berufliche und private Ängste, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. „Ich hoffe für uns alle, dass es uns gelingt, in einigen Wochen oder auch Monaten uns wieder auf den Sport zu fokussieren. Das würde auch bedeuten, dass wir die großen Probleme bewältigt haben.“

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Ein Ziel für die nächste Runde will Ribic, der in Idstein im Taunus lebt, nicht nennen: „Mit Prognosen tun sich auch Meteorologen schwer und ich will mich daran nicht beteiligen. In der momentanen Situation ist das noch schwerer als normalerweise“, so der TuS-Trainer. Klar ist immerhin: Die Zwingenbergerinnen bleiben zusammen. „Das war für mich das Wichtigste. Mit dieser Mannschaft will ich weiterarbeiten und dann wollen wir mal schauen, was machbar ist“, erklärt Ribic. tip