Fußball - Trainer führte die Mannschaft aus dem Nichts zum C-Liga-Aufstieg / Auch das komplette Umfeld stimmt Matthias Rettig hat ein starkes Team beim TSV Elmshausen

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Trainer Matthias Rettig blickt zufrieden auf die jüngsten Entwicklungen beim TSV Elmshausen. © Strieder

Elmshausen. Den Verantwortlichen des TSV Elmshausen ist ein Glücksgriff gelungen, als sie 2018 Matthias Rettig zum Trainer ihrer Fußball-Senioren machten. Mit ihm kam der Erfolg, der Lautertal-Club kehrte schon in diesem Jahr nicht nur in die Kreisliga C zurück, sondern führt aktuell auch das Klassement dieser Spielklasse an.

Zur Person

Matthias Rettig wurde am 27. September 1963 in Bensheim geboren. Er lebt in Bensheim-Schönberg. Von Beruf ist er Technischer Angestellter.

Verheiratet ist der Trainer des TSV Elmshausen mit Susanne. Die beiden Söhne Daniel (25) und Niklas (19) spielen in der ersten Mannschaft des C-Liga-Aufsteigers und befinden sich damit auch hier in der Obhut des Vaters.

Matthias Rettig drückt in der Fußball-Bundesliga der Frankfurter Eintracht die Daumen.

Sein großes Hobby neben dem Fußball ist das Dart spielen. „Mit meinen Söhnen und mit meinen Kumpels betreibe ich das Spiel mit den drei Pfeilen hobbymäßig. Wir veranstalten immer wieder einmal kleine Turniere und haben großen Spaß daran“, erklärt Matthias Rettig. rs

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Für Matthias Rettig ist dies eher eine schöne Momentaufnahme: „Der zweite Aufstieg in Folge ist für uns kein Thema. Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt. Aber wir werden uns vielleicht während der Winterpause zusammensetzen und dann unsere Ziele neu definieren. Von unserem Spielstil, der offensiver Fußball heißt, werden wir aber keinesfalls abrücken.“

Der Erfolgstrainer des TSV Elmshausen begann seine aktive Laufbahn 1973 in der Schülermannschaft des SV Schönberg, in der in der Bergsträßer Fußballszene so bekannte Spieler wie Ralf Hille und Dieter Metz zu seinen Weggefährten zählten. 1979 gelang den A-Junioren des Stadtteil-Clubs sogar die Qualifikation für die Bezirksliga Darmstadt. „Das waren schöne Jahre unter Trainer Günther Hohmann“, blickt Matthias Rettig zurück.

Zwischen 1981 und 1987 zog er im Mittelfeld des SV Schönberg die Fäden, hatte aber auch ganz andere Qualitäten. „In der Saison 1986/87 wurde ich in den Angriff beordert und wurde mit 25 Treffern auf Anhieb Torschützenkönig der C-Klasse West“, berichtet Matthias Rettig.

Zweiter Aufstieg unter Hohmann

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Nach einer einjährigen Pause gab er dem Drängen von Helmut Lampert, Schwiegervater und Vorstandsmitglied beim TSV Elmshausen, nach, zum Nachbarschaftsverein zu wechseln. „Gleich in meiner ersten Saison 1988/89 gelang mir mit dem TSV Elmshausen der Aufstieg in die B-Klasse – und wieder hieß mein Trainer Günther Hohmann. Mit Spielern wie Lothar Raab, Herbert Vieluf und Helmut Kindinger habe ich mich großartig verstanden“, blickt Matthias Rettig zurück.

Gegenspieler Matthias Herget

1996 beendete er seine Laufbahn in der mittlerweile wieder in die C-Klasse abgestiegenen ersten Garnitur der Elmshäuser und war bis 2003 in deren Zweiten und ab 2003 bei den Alten Herren am Ball. Ein besonderes Highlight war für Matthias Rettig die Begegnung mit einem Vize-Weltmeister von 1986. „Anlässlich der Übergabe unseres Kunstrasenplatzes trafen wir mit unserer Alte-Herren-Mannschaft – kombiniert mit dem TSV Reichenbach – auf die Traditionsmannschaft des FC Schalke 04. Wir verloren zwar 0:9, doch immerhin war Ex-Nationalspieler Matthias Herget mein Gegenspieler. Dieses Aufeinandertreffen war eine ganz besondere Ehre für mich“, schwärmt Rettig heute noch von dieser Begegnung.

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Immerhin begann er schon 1996 seine Trainerlaufbahn. „Ich habe alle Jugend-Mannschaften des TSV Elmshausen gecoacht – von den Bambini bis in zu den A-Junioren – und konnte während dieser Tätigkeit vier Meisterschaften feiern. Dabei hatte ich hin und wieder auch meine beiden Söhne Daniel und Niklas unter meinen Fittichen“, hebt Matthias Rettig hervor.

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Zwischenzeitlich hatte er auch Funktionärstätigkeiten übernommen. So war er von 1991 bis 1995 Schriftführer des Lautertal-Clubs und in der Saison 2017/18 dessen Fußball-Abteilungsleiter. Dieses Amt gab er zugunsten des Trainerjobs in der ersten Mannschaft wieder ab, als die Not am größten war.

„Im April 2018 mussten wir unsere Mannschaft bekanntlich wegen dreimaligen Nichtantretens abmelden. Wir standen vor einem Scherbenhaufen“, schildert er diese Phase: „Als ich mein Trainerengagement begann, hatte ich gerade noch fünf Akteure aus dem alten Kader dabei. Mit Spielern, die aus der A-Jugend herausgekommen waren, aber auch solchen, die noch in der Jugend hätten spielen können, galt es, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Dass meinem Co-Trainer Frank Fünffinger und mir das gelungen ist, beweist unser Aufstieg in die Kreisliga C. Wir haben eine eingespielte Mannschaft. Spieler wie Marvin Feher, Marlon Meub und Niklas Rettig spielen schon seit den E-Junioren zusammen.“

Zwei Dinge will er am Ende noch hervorheben. „Die Zusammenarbeit mit den Spielausschussmitgliedern Thilo Rettig, Ralf Horner und Uwe Lang ist hervorragend. Frank Fünffinger und ich bilden mit ihnen ein tolles Gremium. Wir wechseln uns mit unseren Aufgaben auch schon einmal ab. Da fällt es nicht sonderlich ins Gewicht, dass wir über keinen Fußball-Abteilungsleiter verfügen“, sagt Matthias Rettig.

Froh über eigenes Reserve-Team

Besonders stolz ist er darauf, dass der TSV Elmshausen wieder eine eigene zweite Mannschaft stellt: „Acht Jahre mussten wir mit dem SSV Reichenbach, der SG Lautern und dem SV Schönberg eine Spielgemeinschaft bilden. Jetzt haben wir wieder ein selbstständiges Reserveteam, das in der Kreisliga D um Punkte spielt.“ Immerhin umfasst der Kader für erste und zweite Mannschaft des TSV Elmshausen 47 (!) Spieler. rs