Handball - HSG Bensheim/Auerbach kann sich erst in der Schlussphase von Frisch Auf Göppingen absetzen Maidhof und Ivancok ziehen beim 37:33-Spektakel die Fäden

Von 
Eric Horn
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Isabelle Hurst wurde einige Male sehenswert am Kreis angespielt und erzielte vier Tore zum 37:33-Heimsieg der Flames. © Neu

Bensheim. 33 Gegentore in einem Spiel sorgen in der Regel für leichte Verstimmung bei Handballtrainern. Heike Ahlgrimm, bekanntermaßen eine große Anhängerin stabiler Abwehrarbeit, war nach dem Abpfiff dennoch entspannt. „Ich bin überhaupt nicht sauer. Im Gegenteil. Ich bin stolz auf die Mädels, sie haben sich trotz der Probleme in der Abwehr nicht aus dem Rhythmus bringen lassen und jeden Angriff durchgezogen“, kommentierte die Flames-Trainerin den 37:33 (18:17)-Heimsieg der HSG Bensheim/Auerbach über Frisch Auf Göppingen.

HSG Bensheim/Auerbach: Kockler, van Beurden – Hurst (4), ...

HSG Bensheim/Auerbach: Kockler, van Beurden – Hurst (4), Stuttfeld (2), Dekker (4), Friedberger (5/1), Kühlborn (1), van Gulik (1), Maidhof (9/2), Ivancok (11), Gerisch.

Haupttorschützinnen Göppingen: Guberinic (8/6), Adamkova (6), Brugger (4), Schindler (4).

Schiedsrichter: Horath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg) – Zuschauer: 900. – Siebenmeter: 3/7 (verwandelt 3/6). – Zeitstrafen: Hurst, Stuttfeld, Dekker, Friedberger / Blanke (2), Adamkova, Welter.

Der Spielfilm: 1:0 (3.), 5:1 (8.), 6:4 (12.), 12:10 (21.), 14:15 (26.), 18:17-Halbzeitstand – 19:17 (32.), 20:20 (35.), 22:22 (42.), 27:24 (46.), 33:28 (55.), 37:33-Endstand.

So geht’s weiter: Bad Wildungen – Flames (Sa. 19.10.); SV Union Halle-Neustadt – Flames (Pokalspiel am 2.11.), Flames – Leverkusen (nächstes Bundesliga-Heimspiel am 9.11.). eh

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„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben“, so Ahlgrimm weiter. Angeführt wurde die talentierte HSG-Crew am vierten Spieltag der Frauenhandball-Bundesliga vor 900 Zuschauern in der Weststadthalle von zwei 21-jährigen Nationalspielerinnen: Julia Maidhof und Ines Ivancok.

Maidhof, die in bemerkenswerter Regelmäßigkeit Top-Leistungen abruft, glänzte wie gewohnt als Torschützin (9/2) und nutzte dabei dynamisch jede Lücke, die die Frisch-Auf-Abwehr bot. Darüber hinaus überzeugte die DHB-Handballerin mit starken Anspielen an den Kreis, die vor allem Isabell Hurst verwertete. „Das Zusammenspiel klappt immer besser“, beschrieb die Linkshänderin ihre Dienste als Zulieferin.

13 Versuche, elf Treffer

Ines Ivancok war am Samstag beste Scorerin der HSG. Die österreichische Internationale netzte aus der Distanz ein, stieß zudem aus ihrer Position im rechten Rückraum immer wieder nach vorne, setzte sich mal geschickt, mal wuchtig im Eins-gegen-Eins durch und traf bei elf ihrer 13 Versuche. „Wir haben uns heute Würfe genommen, das war Wahnsinn“, sagte Ivancok, die von den Flames-Fans zur Spielerin des Tages gekürt wurde.

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Heike Ahlgrimm sprach ihrem Ensemble ein Gesamtlob aus. „Wir haben das als Team gerockt.“ Die Gastgeber erwischten einen prima Start. Während Göppingen in den ersten Minuten etwas schläfrig wirkte, waren die Flames sofort drin im Match. 5:1 lag die HSG nach acht Minuten vorne. Frisch Auf stellte die Deckung von 6-0 auf die bevorzugte offensive Variante um und agierte fortan aggressiver.

Im Angriff lief viel über den Kreis; dort war die bewegliche Petra Adomkova, die von Anja Brugger aus dem Rückraum kontinuierlich bedient wurde, kaum zu verteidigen. „Das war nicht einfach, das hat Frisch Auf sehr gut gemacht“, befand Heike Ahlgrimm. Göppingen arbeitete sich heran, glich aus und ging beim 14:15 (26.) erstmals in Führung.

Sehenswertes Kempa-Tor

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Exemplarisch für die flexible Offensive der Flames in dieser Partie war das Tor, das Julia Maidhof zur 18:17-Pausenführung für die HSG erzielte: Ein Freiwurf landete auf Linksaußen bei Christin Kühlborn, die – statt selbst abzuschließen – hoch nach rechts in den Kreis passte, wo Maidhof „angeflogen“ kam und in Kempa-Manier direkt einnetzte.

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Nach dem Seitenwechsel schalteten die Flames in Sachen Geschwindigkeit einen Gang höher. „Wir haben in der Halbzeit besprochen, dass wir weiter zulegen müssen“, berichtete Ahlgrimm. Die ersatzgeschwächten Gäste, die ebenso wie Bensheim/Auerbach (Sanne Hoekstra und Carolline Dias Minto fehlten verletzt, die angeschlagene Dionne Visser wurde geschont) auf einige Akteurinnen verzichten mussten und nur zwei Feldspielerinnen auf der Bank hatten, agierte bis zum 22:22 (42.) auf Augenhöhe.

In der Schlussviertelstunde (bei der HSG kam nun auch Neuzugang Romana Gerisch zum Einsatz) schwanden die Kräfte bei Göppingen. Die Flames hielten das Tempo hoch und setzten sich über 27:24 (46.) auf 33:28 (55.) ab – die Begegnung war entschieden.

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