Handball - Zwölf Mannschaften im Bezirk werden insgesamt 28 Zähler abgezogen Immer mehr Punktabzüge wegen fehlender Schiedsrichter

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Bergstraße. „Alle Jahre wieder...“ Zu Beginn der Vorweihnachtszeit flattern den Handballvereinen Briefe ins Haus, die für lange Gesichter und manchmal auch für blankes Entsetzen sorgen: die Bescheide der Sportinstanz bezüglich des Nichterfüllens des Schiedsrichtersolls.

Auweia – Trainer Sascha Holdefehr und seinem TV Groß-Rohrheim wird ebenfalls ein Punkt abgezogen. © Nix
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Besonders bitter trifft es in diesem Jahr die HSG Fürth/Krumbach in der Landesliga: Gleich fünf Punkte bekommen die Odenwälder abgezogen. Da sie als Schlusslicht noch keinen einzigen Zähler geholt haben, beträgt der Rückstand vor dem Kellerduell am Samstag beim Vorletzten Offenbacher Kickers (5:13 Punkte) nicht nur fünf, sondern nach Berücksichtigung des Punktabzugs sogar schon zehn Zähler.

Männer-Landesliga: HSG Fürth/Krumbach (5 Punkte), TV ...

Männer-Landesliga: HSG Fürth/Krumbach (5 Punkte), TV Groß-Rohrheim (1), TSV Pfungstadt (2).

Männer-Bezirksoberliga: HSG Langen (2), HSG Rüsselsh. (2), HSG Weschnitztal (3).

Männer-Bezirksliga C: TV Seeheim (3).

Männer-Bezirksliga D: HSG Ried (3).

Frauen-Oberliga: TGB Darmstadt (1), TGS Walldorf (3).

Frauen-Bezirksoberliga: HSG Langen (1).

Frauen-Bezirksliga B: TSV Gadernh. (2).

„Das ist bitter. Wir wussten, dass uns so etwas blühen kann, aber das lässt unsere Chancen auf den Klassenerhalt natürlich weiter sinken“, sagt Fürths Trainer Waldemar Rack. „Uns war klar, dass wir bis Weihnachten zwei, drei Siege brauchen, um dann im neuen Jahr wenigstens bei Null anfangen zu können. Damit steigt jetzt natürlich der Druck“, so der Coach. Neben den Fürthern trifft es in diesem Jahr auch den Landesliga-Aufsteiger TV Groß-Rohrheim, der zwar nur einen Punkt abgezogen bekommt, aber mit dann 6:11 den Blick eindeutig nach unten richten muss.

Auch TSV Gadernheim betroffen

In der Bezirksoberliga muss die HSG Weschnitztal bluten, bekommt drei Zähler abgezogen. Da das Team aber im Niemandsland der Tabelle erwartet wird, fällt die Strafe nicht allzu sehr ins Gewicht. Gleiches gilt für die HSG Ried in der Bezirksliga D (drei Punkte), die ohnehin keine Aufstiegsambitionen hat. Bei den Frauen trifft es wieder den TSV Gadernheim in der Bezirksliga B (zwei Punkte), der aber mit Auf- und Abstieg auch nichts zu tun haben dürfte.

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Kann ein Verein erstmalig nicht die erforderliche Anzahl Unparteiischer stellen, wird nur der Kassenwart angesichts einer Geldstrafe blass. Im ersten Jahr muss pro fehlendem Referee 200 Euro bezahlt werden, im Wiederholungsfall drohen 400 Euro Geldbuße und ein Punkt Abzug. Im dritten Jahr erhöhte sich die Geldstrafe auf 800 Euro und weiterhin einen Abzug von einem Punkt.

Im Bezirk Darmstadt fehlen aktuell 41 Schiedsrichter – einer weniger als im Vorjahr. Insgesamt werden zwölf Mannschaften im Bezirk 28 Punkte abgezogen, im Vorjahr waren es nur 13. Für den Bezirksvorsitzenden Klaus Bernshausen sind die Punktabzüge „ein Dilemma“.

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„Um Strafen zu entgehen, wurden bereits Mannschaften abgemeldet. Mit einer abnehmenden Zahl von Mannschaften wird aber letztlich auch der Wettbewerbscharakter ausgehöhlt. Weniger Lokalderbys bedeuten weniger Zuschauer, weniger Mannschaften bedeuten weniger Spielerinnen und Spieler und weniger Aktive bedeuten letztlich auch weniger Ehrenamtliche für die Positionen der Trainer, Zeitnehmer und auch der Schiedsrichter“, so Bernshausen. „Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen“, hofft der Lampertheimer, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene des Hessischen Handball-Verbands Lösungswege findet.

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Immerhin konnte die HSG Fürth/Krumbach in diesem Jahr viele junge Schiedsrichter rekrutieren. Diese werden in diesem Jahr zwar noch nicht angerechnet, könnten aber im kommenden Jahr dafür sorgen, dass die Odenwälder wieder ihr Soll erfüllen. tip