Handball - Ahlgrimm-Assistentin kehrt nur drei Monate nach ihrem Abschied zu den Flames zurück / Europareise vorzeitig beendet Ilka Fickinger gibt überraschend Comeback als Co-Trainerin

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Flames-Coach Heike Ahlgrimm (rechts) ist froh, mit Ilka Fickinger wieder ihre vertraute Co-Trainerin an ihrer Seite zu haben. © Neu

Bensheim. Sie ist wieder da: Ilka Fickinger ist seit kurzem zurück in ihrem alten Job als Co-Trainerin bei der HSG Bensheim/Auerbach. „Ich bin selbst ein wenig überrascht“, kommentiert die 37-Jährige ihr Comeback im Trainerstab der Bundesliga-Handballerinnen der Flames.

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Nach Ende der vergangenen Saison hatte Fickinger auf eigenen Wunsch die HSG verlassen. Zuvor war sie drei Jahre lang in verschiedenen Funktionen (Jugend-Koordinatorin, Jugend-Trainerin, Co-Trainerin, Aufbau der Flames-Nachwuchsakademie) nahezu jeden Tag in der Halle unterwegs gewesen. Für den Sommer 2019 hatte sich die Bankkauffrau mit der EHF-Handball-Mastercoach-Lizenz selbst eine sportliche und berufliche Auszeit verordnet.

Geplant war eine mehrwöchige Europareise per Auto mit ihrem Hund Boomer. Nach zwei Wochen brach Ilka Fickinger in Stockholm die Tour wegen einer schweren Erkrankung ihres Hundes, der vergangene Woche eingeschläfert wurde, ab. „Es ist leider nicht so gewesen, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Statt am Nordkap verbrachte sie die letzten Wochen zu Hause, dachte viel nach und stellte dabei fest: „Ohne Handball ist es langweilig.“

„Wir vertrauen uns blind“

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, die der Weggang ihrer Vertrauten schmerzte, hatte „von Anfang an“ einen Plan für die Nachfolge entwickelt: die Fickinger-Rückholaktion. „Lasst sie wegfahren, lasst ihr Zeit, dann fragen wir immer wieder mal nach“, erklärt Ahlgrimm ihre Taktik. Auf Nachfragen zur Neubesetzung des Postens antwortete sie in den letzten Wochen stets mit einem unverbindlichen „ist in Arbeit“, ohne Namen möglicher Kandidaten zu nennen. Nun ist der Deckel drauf auf der Personalie. Und die Lösung ist ganz im Sinne von Heike Ahlgrimm. „Wir vertrauen uns blind“, beschreibt sie das Verhältnis zu ihrer neuen alten Assistentin.

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Die ersten Trainingseinheiten mit der personell veränderten Equipe hat Ilka Fickinger bereits hinter sich. „Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen.“ Obwohl sich das Gesicht des Kaders wegen der vielen Abgänge und Zugänge verändert hat, verspürte sie bei ihrem Wiedereinstieg keine Entfremdung. „Es hat sich angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.“ Die Aufgabe, gemeinsam mit Heike Ahlgrimm ein neues Team aufzubauen, findet sie reizvoll. „Es macht Spaß und es ist spannend, aus den unterschiedlichen Charakteren eine Einheit zu formen.“

Ziel: Selbst Cheftrainerin sein

Ilka Fickingers Tätigkeit ist diesmal ausschließlich auf die Betreuung der Bundesliga-Crew begrenzt. „Das ist gut so, so bleibt auch Raum für andere Dinge.“ Die Zusammenarbeit ist vorerst für diese Saison vereinbart. Ihr Ziel bleibt es weiterhin, selbst ein Team aus der Ersten oder Zweiten Liga als Cheftrainerin zu übernehmen. „Das wissen die Flames-Verantwortlichen.“ Während ihrer Auszeit hatte sie ein Angebot eines Zweitligisten vorliegen, entschied sich aber aus verschiedenen Gründen dagegen. „Es hat nicht gepasst.“ Und so haben die Flames wieder eine Co-Trainerin. eh