Triathlon - Gronauerin Heike Dieteren löst in Zürich das Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft Hawaii-Qualifikation ist ein schönes Geburtstagsgeschenk

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red
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Triathlon-Urgestein und Hawaii-Experte Hannes Blaschke gratuliert der Gronauerin Heike Dieteren zur Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf der Pazifik-Insel. © Dieteren

Bensheim/Zürich. Mit großen Zielen startete das Gronauer Ehepaar Heike und Luc Dieteren, beide in der Triathlon-Abteilung der SSG Bensheim aktiv, beim Schweizer Ironman in Zürich am Start. Für Heike sollte im Alter von fast 60 Jahren der dritte Ironman ihrer Karriere aus gesundheitlichen Gründen (die Kniegelenke machen nicht mehr mit) zugleich der Letzte sein. Doch diese Planungen wurden auf wunderbare Weise durchkreuzt: Als Siegerin ihrer Altersklasse in 13:55:52 Stunden qualifizierte sie sich für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii, und dieses Erlebnis will sie sich nicht entgehen lassen.

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Beim Ironman Switzerland standen 3,8 Kilometer Schwimmen im Zürichsee, 180 Kilometer auf dem Rad (1800 Höhenmeter) und zum Abschluss der obligatorische Marathon über 42,195 Kilometer rund um Zürich auf dem Plan. Als Jüngste ihrer Altersklasse F60-64 rechnete sich Heike Dieteren gute Chancen aus, den zweiten Platz von Frankfurt im letzten Jahr zu verbessern und damit die Qualifikation für die Weltmeisterschaften beim legendären Triathlon auf Hawaii zu lösen.

Und Heike legte gleich beim Schwimmen vor. Mit einer Zeit von 1:16 Stunden schockte sie die Konkurrentinnen und hatte bereits mehr als 15 Minuten Vorsprung. Aber die SSG-Athletin war nicht informiert über den Vorsprung und drückte beim Radfahren ordentlich aufs Pedal. Trotz des großen Höhenunterschieds erreichte sie bereits nach 6:20 Stunden das Ziel. Ihr Vorsprung wuchs auf über 30 Minuten gegenüber der Zweiten an.

Nun stand aber Heike Dieterens schwächste Disziplin an – einen Marathon laufen und das mit nahezu null Laufkilometern im Training. Die Knie spielten da in der Vorbereitung nicht mehr mit. Es hieß also „knieschonend“ mit einem „gemächlichen“ Laufstil, die vier 10-km-Runden zu absolvieren. Alle zwei Kilometer gab es Verpflegungsstellen – dort gönnte sie sich jeweils eine Ruhepause im Gehschritt. Nach acht Stunden Dauereinsatz schwand langsam die Energie.

Der Vorsprung schmilzt

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Der Vorsprung schmolz nun rapide, beim „Eingehen“ in die letzte Runde von zwölf Kilometern betrug er noch zehn Minuten. „Die letzte Runde wollte ich komplett gehen, die Atmosphäre genießen und einfach nur finishen“ erzählte Heike später im Ziel. „Dann stand aber plötzlich mein Mann, der bereits gefinisht war, am Streckenrand und schrie nur: Lauf, Heike, lauf, du hast 20 Minuten Vorsprung und wirst das Rennen gewinnen. Da sammelte ich noch mal alle Kräfte und versuchte, so gut es ging, zu laufen. Die Motivation für mich war die Hawaii-Qualifikation, die wollte ich unbedingt schaffen.“

Im Ziel waren es noch sieben Minuten Vorsprung, das bedeutete nicht nur den Sieg, sondern auch das schönste Geschenk zum 60. Geburtstag – Heike Dieteren darf in Oktober bei den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii starten. Ihr Mann Luc finishte als Achter in 11:03:51 Stunden in seiner Alterklasse M55-59, verpasste die Hawaii Quali damit um 50 Minuten. Er hat aber noch Zeit, bis er als Jüngster in die M60-64 starten kann. Vielleicht kann er sich dann auch ein schönes Geschenk machen. Aloha. red