Corona-Krise - Sportstätten werden geöffnet, aber Vereine gehen erst einmal in die Sommerpause / Saisonvorbereitung beginnt im Juni Handballer wollen noch nicht in die Hallen

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Wie geht es weiter bei den Handballern? Trainer Dennis Rybakov und die Bezirksoberliga-Herren der Tvgg Lorsch befinden sich ohnehin in der Sommerpause und wollen erst im Juni in die ab Montag wieder geöffneten Hallen. © Neu

Bergstraße. Bei den Handballern in der Region laufen die Vorbereitungen zur Rückkehr in den Trainingsbetrieb. Die Grundlage dafür haben die Lockerungen der Vorgaben in der Corona-Pandemie gebildet. Dabei hat die Hessische Landesregierung Freizeitaktivitäten auf Sportplätzen und auch in Turnhallen wieder erlaubt. Doch die wenigsten Vereine wollen dies zeitnah nutzen, „schließlich wäre jetzt im normalen Wettkampfkalender erstmal Pause, nachdem die Saison offiziell vor zwei Wochen zu Ende gegangen wäre“, erklärt Dennis Rybakov, Trainer des Bezirksoberligisten Tvgg Lorsch.

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Hallen öffnen am Montag Gemäß einer Mitteilung der Presse stelle des Kreises Bergstraße kön nen ab sofort "Vereine mit den Städten und Gemeinden Kontakt aufnehmen, wegen der Hallenzei ten und auch einer jeweiligen Klä rung der besonderen Anforderun
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Wichtiger ist für die Trainer, dass nun in Kleingruppen gelaufen werden kann, damit zum Start in die „echte“ Vorbereitung nicht bei Null angefangen werden muss. Aber die Vorbereitungen für einen Wiedereinstieg, den der Deutsche Handball-Bund (DHB) in einem Acht-Stufen-Plan skizziert hat, laufen und erfordern von den Vereinen große Anstrengungen – in enger Abstimmung mit den Hallenbetreibern. Dies sind zumeist die Kommunen oder der Kreis. Für jede Sportstätte wird ein Hygienekonzept erstellt, das die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt.

Unabhängig von den kommunalen Sportstätten kann die TSV Auerbach über ihre vereinseigenen Hallen am Weiherhausstadion entscheiden. „Wir sind intensiv daran, Konzepte zu erarbeiten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Horst Knop: „Unsere Abteilungen erstellen Papiere, in denen sie darlegen, wie sie die Hallen nutzen wollen. Das wird dann versucht, mit den geltenden Vorgaben und unserem Hygienekonzept in Einklang zu bringen.“

Klar ist nicht nur für den größten Bensheimer Verein: Wenn möglichst viele oder alle Hallen zur Verfügung stehen, dann entzerrt sich die Situation. Für die TSV Auerbach ist Knop sicher: „Wir werden unseren Wettkampfteams ermöglichen, sich auf die nächste Saison vorzubereiten, auch wenn alle gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.“

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Der Handball-Bezirksvorsitzende Klaus Bernshausen (Lampertheim) zeigte sich überrascht von den umfangreichen Lockerungen zu diesem frühen Zeitpunkt: „Innerhalb des DHB-Plans springen wir von Punkt eins direkt in Phase vier, haben die Zwischenschritte komplett weggelassen. Ich hoffe, dass die Vereine mit Bedacht vorgehen, nichts überstürzen.“ Bernshausen sieht die aktuellen Lockerungen insbesondere für den Kinder- und Jugendbereich als „sehr wichtig“ an und hofft, dass die Vereine bald mit Angeboten für den Nachwuchs starten.

Weitere Stimmen zur Trainingssituation bei den Handballern:

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Moritz Brandt (Trainer HSG Bensheim/Auerbach, Bezirksoberliga): „Meine Jungs absolvieren fleißig ihr individuelles Programm. Sie sind mit guten Workouts versorgt. Dienstags haben wir immer ein Zoom-Meeting, in dem wir uns über alles austauschen. In die Halle würde ich derzeit noch nicht gehen, auch wenn sie freigegeben wären. Unter den geltenden Vorgaben wäre kein handball-spezifisches Training möglich. Wir werden am 9. Juni in die Vorbereitung starten, um in einen gewohnten Rhythmus zu kommen. Aktuell wären wir ohnehin in der Pause. Bis dahin wird es hoffentlich weitere Lockerungen geben.“

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Dennis Rybakov (Trainer Tvgg Lorsch, Bezirksoberliga): „Ich sehe die Lockerungen grundsätzlich positiv. Allerdings dürfen wir nicht meinen, dass jetzt alles von heute auf morgen wieder in Ordnung ist, sondern müssen versuchen, vorsichtig und behutsam zur Normalität zurückzukehren. An Hallentraining denken wir aktuell noch nicht. Die Spieler trainieren individuell. Sollte sich in den nächsten Wochen die allgemeine Situation weiter entspannen, fangen wir an, in Kleingruppen draußen zu trainieren. Dann wird zum eigentlichen Start der Vorbereitung sicher auch das Hallentraining kommen.“

Timo Leister (Trainer HC VfL Heppenheim, Bezirksoberliga): „Wir hatten gleich am ersten Samstag ein digitales Meeting unserer Jugendtrainer. In enger Absprache mit der Stadt wollen wir langsam den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Wir haben im Stadion einen Platz zugesagt bekommen, aber auch für das Hallentraining haben wir einen Plan erstellt, der alle Vorgaben berücksichtigt. Natürlich ist jetzt vor allem Kreativität gefragt. Es wird zunächst einmal ein sehr individuelles Training geben. Das gilt auch für die erste und zweite Männer-Mannschaft sowie für das Frauen-Team.“

Jens Becker (Trainer SV Erbach, Bezirksoberliga): „Diese massive Lockerung kam sehr überraschend. Doch über allem stehen noch die Hygienemaßnahmen. Wir werden mal noch ein paar Tage abwarten, bis geklärt ist, wann die Halle in Erbach wieder geöffnet wird. Ich denke aber, dass wir uns in irgendeiner Form zusammensetzen werden, um ein Konzept zu erstellen, wer wann und wie unter größter Beachtung der Hygiene trainieren kann. Einen Rückschlag darf es auf keinen Fall geben, sonst ist die gesamte nächste Saison in Gefahr. Ich hoffe, dass dies allen bewusst ist und sich unbedingt daran gehalten wird. Wir tun gut daran, den Ball flach zu halten.“

Martina Reinhardt (Trainerin TuS Zwingenberg II, Frauen-Bezirksliga A): „Bisher hat jede Spielerin individuell etwas trainiert, um sich fit zu halten. Bestimmt die eine mehr, die andere weniger. Bald soll es auf den Sportplatz gehen, damit man sich auch mal wieder sieht und gemeinsam – natürlich mit Abstand – etwas macht. In die Halle zu gehen, wäre toll, und ich denke, man könnte das auch ganz gut in Kleingruppen aufteilen. Das wäre auch eine Erleichterung, da man nicht wetterabhängig wäre.“ tip