Corona-Krise - Der Hessische Verband strapaziert den Geduldsfaden und befragt die Vereine Fußballer hoffen auf Re-Start

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hs/red
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Wird in dieser Saison der Ball nochmals ins Spiel gebracht? © Nix

Bergstraße. Die Fußballer in den hessischen Amateurligen und damit auch in den Bergsträßer Klassen müssen sich weiterhin in Geduld üben, dürfen aber noch auf eine Fortsetzung der corona-bedingt unterbrochenen Saison 2020/21 hoffen, „denn um jetzigen Zeitpunkt wäre eine Entscheidung über eine Annullierung völlig übereilt“, erklärte Vizepräsident Torsten Becker am Samstag nach einer gut dreistündigen Videokonferenz des Landesverbandes (HFV) mit den Regionalbeauftragten und Kreisfußballwarten: „Denn wir schulden unseren Vereinen grundsätzlich die Durchführung einer Meisterschaftsrunde.“

Chance auf Beendigung der Hinserie

Nachdem sich der HFV festgelegt hat, die Beendigung der Hinserie in den Fokus zu nehmen, vergrößert sich der Spielraum für die Amateurfußballer. Bis zum 13. Juni, so das derzeit geltende Datum für den letzten Spieltag 2020/21, haben die Ligen nun Zeit, die unterbrochene Vorrunde noch abzuschließen.

Für die Bergsträßer Clubs von der D- bis zur Kreisoberliga sind somit in der Regel maximal noch neun Partien zu absolvieren, nur der VfR Bürstadt (10 Spiele), die SG Lampertheim (11) und der SV Kirschhausen II (10) müssen noch häufiger ran. Kreisfußballwart Reine Held sieht unter diesen Vorgaben, durchaus Chancen, die Saison in dieser Form und mit Wertung ins Ziel zu bringen.

Vor dem Wiedereinstieg in den Spielbetrieb soll den Vereinen angesichts der langen Wettkampfpause seit Anfang November „mindestens vier Wochen“ Vorbereitungszeit eingeräumt werden, meint Held. Sollte das Training etwa im März wieder gestattet sein, könnte die Meisterschaft im April fortgesetzt werden und ohne Spieltage unter der Woche bis Juni beendet werden, zeichnet Reiner Held ein mögliches Szenario nach. Im Vorfeld einer Rückkehr auf den Platz sollen im Kreis Video-Schaltungen durchgeführt werden, um ein Meinungsbild bei den Vereinen einzuholen, so Held. Die Entscheidungsgewalt über Fortgang und Wertung der Spielzeit liege allerdings ausschließlich beim HFV.

Die nächste HFV-Vorstandssitzung wird im Nachgang zu der Ende Januar terminierten Bund-Länder-Konferenz stattfinden. eh

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Und Präsident Stefan Reuß bedauerte es, dass der HFV für seine Fußballer aufgrund des andauernden Lockdowns noch keine Perspektive bieten kann und bat daher weiterhin um Geduld. „Ich kann auch heute an unsere Mitglieder nur appellieren, die behördlichen Vorgaben weiter umzusetzen und durchzuhalten. Durch den Start der Impfungen können wir zumindest mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft schauen.“

Allen Verbandsverantwortlichen sei klar, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs nach entsprechender Lockerung der behördlichen Verfügungen noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. „Nach dieser monatelangen Pause müssen wir natürlich einen mehrwöchigen Trainingsvorlauf einräumen, um die Verletzungsgefahr der Spieler nicht zu erhöhen. Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form ist daher in dem überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich. Auch ein Systemwechsel wie beispielsweise Play-off-Modelle werden nicht umsetzbar sein“, so Reuß.

„Daher“, so der HFV-Präsident weiter, „müssen wir mögliche Alternativen diskutieren. Dazu werden wir unsere Vereine wieder einbinden und entsprechende Kreiskonferenzen sowie Diskussionsrunden durchführen.“ Reuß beabsichtigt, eine Einheitlichkeit zumindest innerhalb des Süddeutschen Fußball-Verbandes zu erreichen, um die Schnittstelle von der Hessenliga zur Regionalliga Südwest reibungsfrei abzubilden. Die Teilnehmer der Online-Verbandsvorstandssitzung waren sich einig, dass es erklärtes Ziel sein soll, die Vorrunde unter Maßgabe der behördlichen Genehmigungen zu Ende zu bringen. hs/red