Fußball - Für den neuen Trainer ist der SC Olympia Lorsch besser, als es der derzeitige Abstiegsrelegationsplatz aussagt / Zunächst wird an der Taktik gefeilt Für Georg Eckhardt lügt die Tabelle

Von 
Fabien Mink
Lesedauer: 
Nach seinem Engagement bei der FSG (Foto) machte Georg Eckhardt eine einjährige Pause. Nun will er als Trainer den SC Olympia Lorsch nach oben führen. © Neu

Lorsch. Der SC Olympia Lorsch ist bei der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Georg Eckhardt heißt – wie kurz berichtet – der neue Mann auf der Kommandobrücke. Mit bislang nur zwei Saisonsiegen stehen die Lorscher auf dem Abstiegsrelegationsplatz der Fußball-Kreisoberliga und wollen nun mit Eckhardts vorhandenen Erfahrung den Turnaround schaffen. Wir sprachen mit dem Coach über seine ersten Eindrücke sowie über seine kurz- und langfristigen Ziele mit der neuen Mannschaft.

Gleich zum Einstand kommt es zum Vater-Sohn-Duell

Georg Eckhardt wurde am 18. November 1965 geboren und wohnt in Bensheim-Zell.

Verheiratet ist der Gas- und Wasserinstallateur mit Iris Eckhardt-Bayer und hat drei erwachsene Kinder: Marco (26), Marcel (22)und Michelle (20).

Besonders pikant: Gleich im ersten Spiel treffen Vater und Sohn aufeinander, Marcel geht als Angreifer für Al. Groß-Rohrheim auf Torejagd.

Der Lieblingsverein des neuen Trainers des SC Olympia Lorsch im bezahlten Fußball ist Borussia Mönchengladbach.

Stationen als Spieler: TSV Elmshausen, SC Olympia Lorsch, VfR Fehlheim, Germania Pfungstadt und SV Schwanheim

Stationen als Spielertrainer: FC 07 Bensheim (1994/1995), SC Rodau (1995 - 2000), FSG Bensheim (2000 - 2002), SC Rodau (2002 -2004), Concordia Gernsheim (2005 - 2015, mehrere Funktionen im Verein).

Stationen als Trainer: SV Schwanheim (2015/16 bis zur Winterpause), FSG Bensheim (Anfang 2016 bis Herbst 2017). m fa

AdUnit urban-intext1

Herr Eckhardt, nach fast genau einem Jahr sind Sie wieder an der Seitenlinie als Trainer aktiv. Was waren Ihre Beweggründe für ein Engagement beim SC Olympia?

Georg Eckhardt: Zunächst möchte ich mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen des SC Olympia Lorsch bedanken. Nach Ende meiner Tätigkeit bei der FSG Bensheim im Herbst 2017 gab es die eine oder andere Anfrage Bergsträßer Vereine, doch jetzt bin ich wieder voller Tatendrang und freue mich auf die interessante Aufgabe. Entscheidend für die Zusage war für mich die Perspektive, mit einer Mannschaft zusammenzuarbeiten, die meiner Meinung nach besser ist, als es der bisherige Saisonverlauf vermuten lässt. Nach einem unverbindlichen ersten Austausch vor etwa zwei Wochen folgten weitere intensive Gespräche, in denen mir relativ schnell klar wurde, dass ich den Trainerjob in Lorsch übernehmen möchte.

Wie bewerten Sie die aktuelle Tabellensituation sowie den durchwachsenen Saisonstart?

AdUnit urban-intext2

Eckhardt: Das letzte Heimspiel gegen Hofheim habe ich mir angeschaut. Am Ende stand eine unglückliche 0:1-Niederlage, die wohl in etwa den bisherigen Saisonverlauf widerspiegelt. Bis zum gegnerischen Tor sah das gut aus, einzig das Toreschießen wurde vergessen. Das Spiel hätte bei besserer Chancenverwertung auch gut und gerne 3:1 für die Olympia ausgehen können. Vom Tabellenplatz dürfen wir uns jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern wollen im Training gut arbeiten und am Sonntag nach Möglichkeit direkt anfangen zu punkten, wenngleich mir die Schwere der Aufgabe in Groß-Rohrheim bewusst ist.

Apropos Groß-Rohrheim. Ihr Sohn Marcel spielt seit Rundenbeginn dort und ist mit neun Treffern bisheriger Toptorjäger der Liga. Wird das in doppelter Hinsicht ein besonderes erstes Spiel für Sie?

AdUnit urban-intext3

Eckhardt: Ein bisschen komisch ist es schon. Nachdem ich ihn teilweise im Juniorenbereich in Gernsheim trainiert habe, treffen wir jetzt zum ersten Mal aufeinander. Im Endeffekt ist es aber ein Spiel wie jedes andere auch. Da will jeder für seinen Verein das bestmögliche Ergebnis erzielen. Seine Torgefahr gilt es am Sonntag zu verteidigen, auch wenn das kein leichtes Unterfangen wird, denn er hat nicht umsonst die meisten Tore in der Liga erzielt.

AdUnit urban-intext4

Wo wollen Sie im Training beim SC Olympia ansetzen und für welche Art von Fußball stehen Sie?

Eckhardt: Im taktischen Bereich sehe ich das größte Verbesserungspotenzial. Wir wollen verschiedene Spielsysteme einstudieren und flexibel sein. Zudem gilt es, die eigenen Ballbesitzphasen zu verbessern. Um erfolgreich zu sein, ist es meiner Meinung nach zwingend notwendig, selbst aktiv zu sein und unser eigenes Spiel weiterzuentwickeln.

Wie sehen Ihre kurz- und langfristigen Ziele mit dem Team aus?

Eckhardt: Bis zur Winterpause gilt es - begünstigt durch gute Trainingsleistungen - den Anschluss zu halten, um dann die Pause und die damit verbundene Vorbereitung zu nutzen, um eine gute Grundlage für die zweite Saisonhälfte zu schaffen. Wenn wir das umsetzen, bin ich davon überzeugt, dass wir uns aus dem Tabellenkeller befreien und schnell gute Ergebnisse erzielen werden.