Verbände - Wiedereinstieg in die Saison erscheint unrealistisch Für Fußballer wird es immer enger

Von 
Eric Horn
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Bergstraße. Wie erwartet wurde der Corona-Stillstand für den Amateur- und Breitensport bei der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch mindestens bis zum 7. März verlängert. Das bedeutet auch für die Amateurfußballer im Kreis Bergstraße: Der Trainings- und Spielbetrieb ruht weiterhin. „Für den Fußball gibt es nichts Neues“, sagt Reiner Held (kleines Bild: Zelinger) zu den Beschlüssen der Politik. Allerdings sei durch die Verlängerung des Sport-Lockdowns der Zeitkorridor für eine reguläre Beendigung der Saison schmaler geworden, unterstreicht der Bergsträßer Kreisfußballwart.

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Die Chancen, das komplette Programm mit allen Spieltagen durchzuführen, dürften sich nach Helds Meinung endgültig erledigt haben. Eine Einfachrunde zu absolvieren, sei noch möglich – aber: „Selbst das ist inzwischen vage.“

In dem Bund-Länder-Beschluss heißt es, dass eine Arbeitsgruppe unter anderem Planungsperspektiven für den Sport erarbeiten soll. Festgelegt wurde zudem, dass weitere Lockerungen erst bei einer Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche erfolgen können.

Vier Wochen Training sind nötig

Selbst wenn dieser Wert bis zum 7. März erreicht und Öffnungen etwa für den Fußball möglich sein sollten, würde dies nicht bedeuten, dass die Kicker sofort wieder loslegen können, so Held. „Das würde ja nicht automatisch heißen, dass am 8. März alle wieder zusammen auf dem Platz rumrennen können.“ Er rechnet mit einem vorsichtigen Wieder-Einstieg, wie er nach dem ersten Lockdown im Vorjahr praktiziert wurde, mit Kontaktbeschränkungen und Training zunächst nur in Kleingruppen.

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Für einen Re-Start des Wettkampfgeschehens seien angesichts der langen Pause (die Spielzeit 2020/21 war Ende Oktober nach wenigen Spieltagen unterbrochen worden) vier Wochen Training in Mannschaftsstärke in die Terminplanungen einzukalkulieren. „Das könnte dann eng werden“, sagt Held und verweist in diesem Zusammenhang auf den für alle hessischen Ligen angedachten finalen Spieltag am 13. Juni.

In der Hessenliga wird’s eng

Der Hessische Fußball-Verband wird sich in seiner nächsten Vorstandssitzung mit der Lage befassen. Ein Termin für die vom HFV-Präsidium einzuberufende Runde steht momentan nicht fest. Die nächste Bund-Länder-Konferenz ist für den 3. März festgesetzt. Reiner Held kann sich vorstellen, dass der HFV bis dahin das Meinungsbild („Das wird keine Abstimmung“) seiner Vereine einfängt.

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Sollte die Fußball-Saison ohne Wertung abgebrochen werden, könnten sich an der Schnittstelle zwischen Regionalliga Südwest (22 Vereine) und Hessenliga (20) Probleme ergeben. Die Regionalliga führt ihre Meisterschaft bislang durch, es wird somit Auf- und bis zu sechs Absteiger geben. Sollten mehrere hessische Clubs aus der Regionalliga in die Hessenliga, deren Runde ohne Auf- und Abstieg abgebrochen werden könnte, absteigen müssen, würde das Starterfeld der höchsten hessischen Spielklasse in ungewollte Dimensionen wachsen. Reiner Held: „Dann müsste man eventuell über eine Zweiteilung der Hessenliga nachdenken.“

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