Handball - Mit dem 31:30 in Göppingen Rang acht untermauert Flames-Sieg hängt am seidenen Faden

Von 
Eric Horn
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Entschlossen: Rechtsaußen Sarah Dekker (am Ball) steuerte drei Treffer zum Flames-Erfolg in Göppingen bei. © Eibner-Pressefoto

Bensheim/Göppingen. Den vierten Auswärtssieg in dieser Saison feierten am Samstagabend die Bundesliga-Handballerinnen der HSG Bensheim/Auerbach: Mit 31:30 (18:15) setzten sich die Flames vor 437 Zuschauern in der EWS-Arena gegen FrischAuf Göppingen durch. „Ich bin froh und erleichtert, der Druck für uns war heute sehr hoch“, sagte HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm nach der Partie.

HSG Bensheim/ Auerbach: van Beurden (1), Kockler - Stuttfeld ...

HSG Bensheim/ Auerbach: van Beurden (1), Kockler - Stuttfeld (2), Dekker (3), Hoekstra (1), Friedberger (3), Kühlborn (3), van Gulik (1), Maidhof (13/5), Ivancok (4), Gerisch, Hettinger (1).

Haupttorschützinnen von Göppingen: Hrbkova (7/6), Morf-Bachmann (5), Krhlika (5) und Brugger (4).

Schiedsrichter: Regner/Koppl (Nieder-Olm/Darmstadt) - Siebenmeter: 6/5 (verwandelt: 6/5). - Zeitstrafen: Ioneac, Hrbkova, Morf-Bachmann / van Gulik (2), Ivancok, Dekker. - Zuschauer: 437.

Der „Spielfilm“: 0:2 (3.), 3:6 (8.), 10:10 (14.), 10:14 (20.), 13:18 (28.), 15:18-Halbzeitstand - 16:19 (33.), 19:19 (36.), 23:23 (42.), 27:26 (50.), 30:30 (58.), 30:31-Endstand.

So geht’s weiter: Flames – Bad Wildungen (Sa. 17.30 Uhr, Weststadthalle). eh

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„Es war die erwartet schwere Aufgabe. Wir waren die bessere Mannschaft, der Sieg ist verdient, aber es gehört natürlich auch ein bisschen Glück dazu, um so ein Spitz-auf-Knopf-Spiel zu gewinnen.“ Durch den Sieg gegen Göppingen, der Vergleich in der Hinserie war mit 37:33 ebenfalls an die Flames gegangen, verteidigte Bensheim/Auerbach (14:20 Punkte) den achten Rang im Klassement. FrischAuf (10:24) bleibt Tabellenelfter.

Beste Werferin bei der HSG war Nationalspielerin Julia Maidhof mit 13 Toren, darunter fünf verwandelte Siebenmeter. „Julia war sehr wichtig für uns“, lobte Ahlgrimm die Leistung der Top-Scorerin der Liga (138 Tore). Ines Ivancok traf viermal, Sarah Dekker und Christin Kühlborn erzielten jeweils drei Tore. Zur erfolgreichsten Schützin der Gastgeberinnen avancierte Michaela Hrbkova (7/6), die wie Maidhof alle Siebenmeter verwertete. Romy Morf-Bachmann und Lina Krhlikar netzten jeweils fünfmal ein.

„Das ist Julias Spiel“

Die Flames, bei denen Isabell Hurst (Knieverletzung) und Julia Niewiadomska (zeitgleich bei den Junior-Flames in der Oberliga im Einsatz) nicht im Kader standen, erwischten einen prima Start. Gegen die 3-2-1-Deckung des Teams von Coach Aleksandar Knezevic fanden die Gäste von der Bergstraße aus dem Positionsspiel heraus immer wieder Lösungen. Zudem funktionierten Tempo- sowie Gegenstoßspiel. „Die ersten 25 Minuten waren richtig gut“, befand Heike Ahlgrimm. Die offensive FA-Defensive bekam Julia Maidhof nicht in den Griff. Die Linkshänderin schloss selbst ab oder bediente ihre Mitspielerinnen „Das ist Julias Spiel und das gesamte Team hat für sie gearbeitet“, erklärte die Übungsleiterin.

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Nach einem 3:6-Rückstand (7.) glich Göppingen in Überzahl zunächst zum 6:6 aus, ging erstmals mit 7:6 in Führung, hielt bis zum 10:10 Anschluss, ehe die Flames mit einem 4:0-Lauf – Maidhof (2), Dekker und Ivancok nutzten ihre Chancen – auf 14:10 stellten (20.). Bensheim baute den Vorsprung auf 18:13 aus, verlor im Schlussabschnitt der ersten Hälfte allerdings den Rhythmus. „Ich weiß nicht, was da los war“, suchte Heike Ahlgrimm nach dem Abpfiff nach einer Erklärung für das Schwächeln. „Wir mussten uns gegen die offensive Abwehr viel bewegen, sind viel gelaufen. Vielleicht hat in dieser Phase die Kraft etwas nachgelassen“ FrischAuf verkürzte bis zur Pause auf 15:18.

Stabil geblieben

Anders als zu Beginn des Duells glückte der HSG der Auftakt in die zweite Halbzeit nicht. „Wir sind nicht gut reingekommen“, so Ahlgrimm. Hrbkova traf per Siebenmeter für Göppingen zum 19:19 (36.). „Danach war es ein offenes Spiel.“ In der Folge bewegten sich die Kontrahenten im Gleichschritt. Trotz des psychologischen Nachteils, einen Fünf-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben zu haben, gerieten die Flames, bei denen nun Helen van Beurden für Jessica Kockler im Kasten stand, nicht ins Wanken. „Das war mental schwierig, aber die Mädels sind stabil geblieben und das Spiel ist nicht gekippt.“ Die Führung wechselte hin und her, mal lagen die Flames mit einem Tor vorne, mal Göppingen.

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Mit einem 29:29-Gleichstand (54.) bog das Match ins Finale ein. Maidhof und Hrbkova zeigten von der Siebenmeter-Linie keine Nerven: 30:30 (58.). Maidhof fand kurz danach eine Lücke in der Göppinger Abwehr und besorgte das letztlich entscheidende 31:30 für die Flames (58.). In den verbleibenden zwei Minuten ließen beide Teams Möglichkeiten liegen. Beim letzten Göppinger Angriff unterlief Hrbkova ein technischer Fehler, so dass Bensheim/Auerbach 15 Sekunden vor der Schlusssirene in Ballbesitz kam und schließlich die zwei Punkte über die Ziellinie brachte.

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