Handball - Unnötige 23:25-Niederlage der HSG Bensheim/Auerbach gegen Oldenburg / Nach drei Minuten steht es 3:0, nach dem 8:3 kippt das Spiel Flames nach Blitzstart völlig von der Rolle

Von 
Eric Horn
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Alicia Soffel spielte nur in der zweiten Halbzeit und wurde beste Flames-Torschützin, zu etwas Zählbarem hat das aber nicht gereicht. © Müller

Bensheim. Die Siegesserie der HSG Bensheim/Auerbach in der Handball-Bundesliga der Frauen ist gerissen: Nach zuvor drei Erfolgen hintereinander verloren die Flames am Samstag mit 23:25 (11:12) ihr Heimspiel gegen den VfL Oldenburg und konnten damit ihren Hinrundensieg nicht wiederholen. Es war eine schmerzhafte Niederlage für den Tabellensiebten von der Bergstraße, der sich nach einem fulminanten Start und einer 8:3-Führung (12.) von der langsamen Spielweise der Gäste einschläfern ließ.

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„Werdet endlich wach“, hallte eine lautstarke Aufforderung von HSG-Keeperin und Kapitänin Jessica Kockler an ihr Team Ende der ersten Halbzeit durch die Weststadthalle. Mehrfach schien es so, als könnten die Bensheimerinnen die Geschwindigkeit, die Oldenburg bei jeder Gelegenheit drosselte, zurückbringen in das Duell. Letztlich scheiterten die Flames in den Schlüsselmomenten aber an ihrer hohen Fehlerquote: missglückte Abspiele, unnötige Ballverluste (auch bei mehreren Gegenstößen) sowie überhastete Würfe.

Am Ende war es der VfL, der sich mit seinem Entdeckung-der-Langsamkeit-Konzept in einer insgesamt zähen Angelegenheit durchsetzte. Beste Spielerin und Torschützin bei den Gästen war Merle Carstensen (10/6), für die Mannschaft von Trainerin Heike Ahlgrimm trafen Alicia Soffel (5) und Lisa Friedberger (4/4) am häufigsten.

Die HSG begann stark: Sarah Dekker, Christin Kühlborn und Ines Ivancok netzten nach schnellen Aktionen die ersten drei Versuche ein – 3:0 stand es nach noch nicht einmal zweieinhalb Minuten. Oldenburg, das verletzungsbedingt auf einige Akteurinnen verzichten musste und mit nur neun Feldspielerinnen angereist war, war überrascht und überfordert von dieser Geschwindigkeit. Die Flames hielten die Schlagzahl hoch, kamen immer wieder zu Abschlüssen und bauten ihre Führung auf 8:3 aus (12.) – ließen in dieser Phase allerdings schon einige Chancen liegen und verpassten somit eine höhere Führung.

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VfL-Coach Niels Bötel nahm ob des mäßigen Einstiegs seiner Schützlinge eine frühe Auszeit. Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte. Die Norddeutschen schalteten in der Offensive einen Gang zurück, erlaubten sich dadurch weniger Fehler, agierten häufiger mit zwei Spielerinnen am Kreis und warteten geduldig auf eine Lücke in der HSG-Deckung. In der Abwehr ging die Oldenburgerinnen in der Folge wesentlich aggressiver und offensiver zu Werke.

Den Bensheimerinnen ging im Angriff zunehmend die Leichtigkeit verloren, zudem hakte es in der Spielsteuerung. Bis zur Pause gelangen der HSG in 18 Minuten nur noch drei Treffer. Oldenburg holte Tor um Tor auf und glich durch Lana Teiken zum 10:10 (22.) erstmals aus. Anschließend mühten sich die Konkurrenten zum 12:11-Halbzeitstand für den VfL.

Heider trifft zur einzigen Führung

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In der zweiten Hälfte schlugen die Flames mit veränderter Rückraum-Formation auf: Alicia Soffel, Julia Niewiadomska und Simone Spur Petersen kamen aufs Feld. Vor allem Soffel mit ihrem energischen Eins-gegen-Eins brachte Dynamik zurück in den HSG-Angriff. Die Rechtshänderin erzielte fünf Tore und hielt ihre Equipe gemeinsam mit Lotta Heider, die dreimal von Rechtsaußen traf, in der Partie. Heider sorgte mit dem 17:16 (44.) für die einzige Führung der Gastgeberinnen in Durchgang zwei.

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Niels Bötel reagierte mit einer risikoreichen Umstellung im Angriff und schickte fortan sieben Feldspielerinnen, drei davon am Kreis unterwegs, auf die Platte. Eine Variante des VfL, die bekannt und nicht ganz einfach zu verteidigen ist. Hoitzing und Fragge stellten auf 20:18 für Oldenburg (50.), diesem Rückstand liefen die Flames vergebens hinterher.

In der finalen Sequenz erlaubte sich Bensheim einige Fehler zu viel, das nutzte das Bötel-Ensemble, um die zwei Punkte einzutüten. Reinemann erhöhte zum vorentscheidenden 24:21 (58.), Behrend verwandelte von der rechten Außenbahn zum 25:22 (59.).

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