Fußball - Wahl zum „Man of the Match“ sorgt nach der Derbypleite für Unmut Fans verspotten den SV Waldhof

Von 
alex
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Mannheim. Die exakte Übersetzung des neudeutschen Begriffs „Shit-storm“ wollen wir unseren Leserinnen und Lesern nicht zumuten. Wenn in den sozialen Netzwerken des Internets eine Welle der Empörung anrollt, ist das für den Betroffenen aber garantiert kein Vergnügen. Diese Erfahrung muss nun der SV Waldhof Mannheim machen. Seit Ende Januar kürt der Fußball-Drittligist nach jedem Heimspiel – präsentiert von einem Sponsor und Business-Club-Partner – den „Man of the Match“ – noch so eine dem englischen Sprachschatz entlehnte Begrifflichkeit.

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Die Fans des SVW dürfen darüber abstimmen, wer in der zurückliegenden Partie der beste Mannheimer Profi gewesen ist. Bei der Premiere nach dem 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden am vergangenen Dienstag fiel die Wahl knapp auf Mittelfeld-Stabilisator Marco Schuster. So weit, so harmlos.

Der Stein des Anstoßes: Der SV Waldhof rief auch nach der Derby-Schlappe auf seiner Facebook-Seite zur Wahl des „Man of the Match“ auf. © Müller

Wenn man nach einer enttäuschenden Vorstellung mit 0:2 das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren hat, kann daraus allerdings ein echter „Shitstorm“ entstehen. In der Kommentarspalte des Vereins bei Facebook kochte die blau-schwarze Fanseele. Der Vorwurf lautete: mangelndes Fingerspitzengefühl. Wie kann der Verein nach einer emotional ohnehin schwer zu verkraftenden Derby-Schmach auch noch einen „Spieler des Spiels“ wählen?

„Nach diesem Spiel sollte man sich schämen, dann entschuldigen und auf keinen Fall einen ,Man of the Match’ wählen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln“, gab ein Kommentar den generellen Tenor wieder. Aus vielen Wortmeldungen sprach der Frust über den verkorksten Derbyauftritt. Ein Nutzer meinte: „Wer soll bei so einer Niederlage, ,Man of the Match’ sein? Bei der blutleeren Vorstellung bei einem Derby! ,Man of the Match’ waren die Fans, die sich das am Fernseher anschauen. Aus Mannschaftskreisen ist zu hören, dass einige Spieler die Auszeichnung ablehnen wollen, sollten sie gewählt werden.

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Einige Waldhof-Fans nahmen die virtuelle Aufregung um die „Man-of-the-Match“-Wahl mehr mit Sarkasmus und Humor. Da wurden der „Straßenbahnfahrer der Linie 6 nach Neuostheim“ oder die „Eckfahne“ als Preisträger vorgeschlagen, auch der Platzwart bekam für den erstaunlich guten Zustand des Rasens mitten im Hochwinter einige Stimmen. Der frühere SVW-Torjäger Kalle Bührer wurde ins Gespräch gebracht – er hatte in den 80er Jahren einen Derby-Treffer auf dem Betzenberg mit ausgestrecktem Mittelfinger Richtung Lauterer Fans bejubelt. Auch die in Fankreisen beliebten Ex-Waldhof-Stürmer Daniel Reule und Sascha Licht ernteten je eine Nominierung. alex

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